»Keiner von ihnen wollte sterben«

Wittgensteiner Bevölkerung gedachte am Volkstrauertag der Opfer beider Weltkriege

schn Balde. Überall in Wittgenstein begingen die Menschen am Wochenende den Volkstrauertag. Auch in Balde gedachten die Bürger der Toten beider Weltkriege. Erndtebrücks Bürgermeister Heinz-Josef Linten erinnerte an die unglaubliche Zahl von Menschenleben, die der Zweite Weltkrieg gefordert habe. 55 Millionen Menschen seien in den Wirren des Krieges umgekommen.

Der Verwaltungsleiter stellte auch fest, dass sich kein Deutscher von der historischen Haftung befreien könne. Das Argument, man sei nicht dabei gewesen, könne einfach nicht zählen. Wer sich zu Deutschland bekenne, der könne sich nicht nur auf die positiven Aspekte berufen, sondern müsse auch bereit sein, zu den negativen Dingen zu stehen. Zugleich ermahnte Linten aber auch, den gefallenen Soldaten nicht ihre Ehre zu nehmen. »Denn auch sie dienten ihrem Vaterland«, so der Bürgermeister. Viele hätten ihr Leben gelassen, um zum Beispiel in Ostpreußen die Flucht der Zivilbevölkerung zu sichern.

Junge Männer vieler Nationen hätten in den Krieg ziehen müssen, keiner habe sie gefragt. »Wahrlich keiner von ihnen wollte sterben, sie wollten leben«, betonte Heinz-Josef Linten. Am Volkstrauertag solle man nicht nur der Toten gedenken, sondern auch der vielen Hinterbliebenen. Familien seien auseinander gerissen worden, der Mann, der Verlobte, der Sohn blieben im Feld, »es entstanden Lücken, die bis heute nicht gefüllt sind«. Alle Toten, die Erfahrung von Terror und Gewalt hätten tiefe Eindrücke bei allen Betroffenen hinterlassen. »Dieses Wissen sollte uns lehren, überall Frieden zu schaffen«, so Heinz-Josef Linten. Und weiter: »Dass wir handeln, bevor es zu spät ist, dazu ermahnen uns die Toten.« Die Zeremonie in der Balder Friedhofskapelle hatte der Gemischte Chor Balde-Melbach mit dem Lied »Ich bete an die Macht der Liebe« eröffnet. Im Anschluss an die Andacht legte der Bürgermeister unter reger Beteiligung der Bevölkerung einen Kranz am Ehrenmal nieder. Nach einem andächtigen und ermahnenden Schlussgebet sangen die Anwesenden die Nationalhymne zum Abschluss der Zeremonie.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.