Klöneck

as Erndtebrück. Freunde treffen, Sorgen von der Seele reden, lachen, quatschen, Spaß haben und dazu in gemütlicher Runde einen Kaffee trinken – bis vor einem Jahr gab es keinen öffentlichen Platz in Erndtebrück, an dem das möglich war. Im Dezember 2002 öffneten sich zum ersten Mal die Türen des Klönecks, das all das ermöglichen sollte. Dank des Zusammenschlusses der Kirchengemeinde Erndtebrück, der Diakoniestation der Edergemeinde und des Diakonischen Werks in Bad Berleburg konnte die Idee, eine Begegnungsstätte zu schaffen, verwirklicht werden. Und was ist draus geworden?

Im ersten Jahr seien durchschnittlich 13 Gäste an einem Tag da gewesen, erläutert Ulrike Berk. Dreimal in der Woche, das heißt, etwas mehr als 130 Tage im Jahr, habe das Klöneck geöffnet. Insgesamt habe das Mitarbeiter-Team in dieser Zeit circa 1730 Besucher bewirtet. Im vergangenen Jahr haben sich 17 ehrenamtliche Mitarbeiter zusammengeschlossen, die, laut Ulrike Berk, immer zu zweit im Klöneck arbeiten. »Auch, wenn wir jetzt seit einem Jahr glücklich zusammenarbeiten, würden wir uns über mehr Mitarbeiter freuen. Wir möchten niemanden ausschließen.« Dieses Ziel haben sich die Gründer dieses Treffpunkts auch für ihr Projekt gesetzt. Während in der einen Ecke eine Krabbeldecke für die ganz jungen Besucher liegt, profitieren ältere Besucher von den angrenzenden Tischen, Stühlen und Bänken, die Raum für Gesprächsrunden bieten. Zwar nehmen bevorzugt mittelalte und alte Generationen den Dienst an, aber hin und wieder kämen auch Jugendliche auf einen Milchkaffee vorbei, so Ulrike Berk weiter. Schade sei nur, dass sich die Erndtebrücker Jugend noch nicht so richtig angesprochen fühle vom Klöneck. Vielmehr fühle sie sich dadurch der Kirche unangenehm nahe, was jedoch keinesfalls beabsichtigt sei. »Es soll sich keiner gezwungen fühlen«, so die Ehefrau des Erndtebrücker Pfarrers. Lächelnd erwähnt sie, dass die jungen Leute keine Angst haben müssten, zu laut zu sein. Die anderen machten schließlich auch Krach. Und nicht nur der zeugt davon, dass sich viele Erndtebrücker in dem kleinen »Quatsch-Eck« wohl fühlen. Besucher würden sich immer erst an einen Tisch setzen. Erst wenn der so voll sei, dass es zu unbequem sei, würde ein neuer Tisch besetzt – was auch Louise Klein, eine weitere Mitarbeiterin des Klönecks, bezeugen kann.

Anziehend wirken unter anderem niedrige Preise für feste und flüssige Kost. Egal ob Kuchen oder Kaffee: Alles wird kostendeckend aber nicht gewinnbringend verkauft. Da das Klöneck nur Ausgaben für die Miete und Ware habe, so Ulrike Berk, sei es möglich, die Lebensmittel so günstig anzubieten. Das solle sich auch auf keinen Fall ändern. Ein anderer Punkt sei viel Zeit, die sich sowohl die Besucher als auch die Verantwortlichen nehmen. Im Klöneck sei sich zum Ziel gesetzt worden, füreinander da zu sein und einander zuzuhören. Aber, so Ulrike Berk, auch wenn sich alle Mitarbeiter bemühen würden, nach besten Kräften zu helfen, sei dies nicht immer möglich. Da wirkt sich das Teilen der Räumlichkeiten mit der Diakoniestation einmal mehr positiv aus. Zudem ermögliche das Klöneck den Besuchern, wieder mehr Kontakt zu Diakonieschwestern aufzunehmen. Rückblickend berichtet die Frau des Pfarrers, dass anfangs sehr viele Leute fälschlicherweise die Einstellung gehabt hätten, nur dann kommen zu dürfen, wenn sie ein Anliegen an die Diakonie gehabt hätten. Das hat sich glücklicherweise gelegt, wovon nicht zuletzt der kurze Besuch einer Kundin zeugt, die »nur mal eben« frohe Feiertage wünschen wollte. So ist es den Betreibern des Klönecks gelungen, sich recht schnell in das Leben der Erndtebrücker einzugliedern. Dies sei nach Aussage der zwei Mitarbeiterinnen schnell geglückt und bis jetzt sei die Resonanz positiv. Ein weiteres Standbein, wie Ulrike Berk es nennt, ist der Weltladen, der sich ebenfalls seit Eröffnung im Klöneck befindet und nicht mehr länger in der Kirche. Durch ihn bietet sich auch in Erndtebrück die Möglichkeit, Capuccino, Tees, Schokoladen, Säfte, Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Handgearbeitetes und vieles mehr in fairem Handel zu erstehen.

Fairer Handel heißt, Geld für ein Produkt zu bezahlen, das dem zugute kommt, der es erarbeitet hat. Das Klöneck profitiert davon finanziell nur sehr gering, allerdings sei der Verkauf für einen guten Zweck und mache deshalb großen Spaß, so Ulrike Berk. Abschließend erklären Louise Klein und ihre Gleichgesinnte, dass das Klöneck vorerst nur als Projekt für ein Jahr angesehen werden konnte. Wäre es nicht angenommen worden, würde es keine weiteren Jahre mehr geben. Aber die Erndtebrücker Kirchengemeinde ist sich sicher: »Wir machen weiter.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Der Weltsparmonat für Groß und Klein

ThemenweltenAnzeige
Eine glänzende Zukunft ist einfach
2 Bilder

Eine glänzende Zukunft ist einfach
Der Weltsparmonat für Groß und Klein

Die erste Erinnerung an die Sparkasse Für viele reicht sie in die Kindheit zurück. Die volle Spardose unterm Arm ging es Jahr für Jahr Ende Oktober zum Weltspartag in die nächste Filiale der Sparkasse. Dabei hat der Weltspartag eine fast hundertjährige Tradition: Zum ersten Mal fand am er 31. Oktober 1925 statt. Das Ziel: Mit kleinen Beträgen über die Jahre ein Vermögen aufbauen – und so den Wert des Geldes schätzen lernen. Sparen, so hieß es damals „ist eine Tugend und eine Praktik, die...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen