SZ

Wechsel am Lehr- und Verfahrenszentrum (Galerie)
Kramer übernimmt neue Bundeswehr-Aufgabe

Hand drauf: Leif Nielsen (r.) gab die Leitung des Lehr- und Verfahrenszentrums ab, Jörg Sieratzki (Bildmitte) übergab sie an Christian Kramer (l.).
16Bilder
  • Hand drauf: Leif Nielsen (r.) gab die Leitung des Lehr- und Verfahrenszentrums ab, Jörg Sieratzki (Bildmitte) übergab sie an Christian Kramer (l.).
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

tika Erndtebrück. Der Weg war gewissermaßen vorbestimmt. Die Tatsache, dass Christian Kramer einmal in die Hachenberg-Kaserne in Erndtebrück zurückkehren würde, ist in der Nachtbetrachtung nicht zwingend überraschend. Gerade einmal zwei Jahre sollte seine Abwesenheit andauern – nun ist der Mann, der gewissermaßen wie gemacht für seine Verwendung ist, zurückgekehrt. Der Oberstleutnant hat am Dienstag im Rahmen eines Militärischen Appells in der Hachenberg-Kaserne die Leitung des Lehr- und Verfahrenszentrums in der Edergemeinde übernommen.

„Eine Kommandeurverwendung – ebenso wie eine Chefverwendung – zählen für mich trotz weiter zunehmender Widrigkeiten immer noch zu den attraktivsten Stationen der Offizierslaufbahn“, erklärte Christian Kramer vor rund 100 geladenen Gästen.

tika Erndtebrück. Der Weg war gewissermaßen vorbestimmt. Die Tatsache, dass Christian Kramer einmal in die Hachenberg-Kaserne in Erndtebrück zurückkehren würde, ist in der Nachtbetrachtung nicht zwingend überraschend. Gerade einmal zwei Jahre sollte seine Abwesenheit andauern – nun ist der Mann, der gewissermaßen wie gemacht für seine Verwendung ist, zurückgekehrt. Der Oberstleutnant hat am Dienstag im Rahmen eines Militärischen Appells in der Hachenberg-Kaserne die Leitung des Lehr- und Verfahrenszentrums in der Edergemeinde übernommen.

„Eine Kommandeurverwendung – ebenso wie eine Chefverwendung – zählen für mich trotz weiter zunehmender Widrigkeiten immer noch zu den attraktivsten Stationen der Offizierslaufbahn“, erklärte Christian Kramer vor rund 100 geladenen Gästen. Der neue Mann an der Spitze zeigte sich dankbar, schließlich übernehme er ein „bestelltes Feld“ von seinem Vorgänger, Oberstleutnant Leif Nielsen. Entsprechend deutlich war der Appell an die Angehörigen des Lehr- und Verfahrenszentrums, der damit zugleich den bisherigen Leiter für dessen Arbeit ausdrücklich lobte: „Ich möchte Sie bitten, gemeinsam mit mir den Kurs von Oberstleutnant Nielsen weiter fortzuführen.“

Tatsächlich ist Leif Nielsen in den vergangenen rund dreieinhalb Jahren der Spagat zwischen einer angespannten Personalsituation und der Erfüllung sämtlicher Aufträge gelungen. Davon wiederum hat sich der neue Mann an der Spitze bereits persönlich überzeugt. „Der Ausbildungsauftrag wurde und wird vor dem Hintergrund einer mehr als bescheidenden Personalsituation ausschließlich durch Ihren unermüdlichen Einsatz, Ihre Motivation und Ihre Ideen erfüllt“, richtete sich Christian Kramer an seine Mitarbeiter. In den Fokus seiner Arbeit will der Oberstleutnant – wie bisher – „die bestmögliche Unterstützung der Einsatzgruppen des Einsatzführungsdienstes, der Flugbetriebsstaffeln, der NATO E-3A Component sowie internationaler Luftstreitkräfte“ stellen. Um dieses Vorhaben zu realisieren, soll die bestmögliche Ausbildung des zur Verfügung gestellten Personals eine zentrale Rolle spielen.

Die Rahmenbedingungen wiederum kennt Christian Kramer bestens. Bereits als junger Offizier hatte er einige Jahre als Einsatzführer am Standort Erndtebrück verbracht, bevor er im Bereich der luftgestützten Luftraumüberwachung der NATO in Geilenkirchen tätig war. Nach diversen Verwendungen in den Stäben der Luftwaffe am Standort Köln, verbrachte er ab 2014 seine Zeit als Chef der Einsatzführungsstaffel 21 abermals in Erndtebrück, ehe er Leiter des Leitungsbüros des Luftfahrtamtes der Bundeswehr war. Nun kehrt Christian Kramer in herausgehobener Führungsfunktion zurück.

Die durch Oberstleutnant Leif Nielsen gesetzten Prioritäten verändern sich damit nicht. Der bisherige Leiter des Lehr- und Verfahrenszentrums tritt bereits an diesem Mittwoch seinen Dienst als ministerieller Referent beim Stab Organisation und Revision im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn an. „Er wird damit seinen persönlichen Verwendungsaufbau einen weiteren wichtigen Schritt nach vorne bringen, was mich auch persönlich sehr freut“, erklärte Oberstleutnant Jörg Sieratzki. Der Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 2 am Luftwaffenstandort Erndtebrück lobte ausdrücklich die geleistete Arbeit seines scheidenden „Kameraden und Freundes“ als „wertvoller Berater“, aber auch als „moderner Menschenführer und fürsorglicher Vorgesetzter“, der sich durch „exzellente Auftragserfüllung“ ausgezeichnet habe. „Du hast dabei, über deinen Kernauftrag der Führung des Lehr- und Verfahrenszentrums hinaus mit Deinem innovativen Gestaltungswillen an den wichtigen Stellschrauben gedreht, um unsere lehrgangsgebundene Ausbildung stets an den existenten Erfordernissen auszurichten“, betonte Jörg Sieratzki. Der Kommandeur rekapitulierte die wichtigsten Meilensteine von Leif Nielsen am Standort Erndtebrück. Dazu zählte er etwa den Aufbau der neuen Ausbildungs-, Test- und Trainingseinrichtung (ATT).

„Du hast maßgeblich mitgewirkt an strukturellen Festlegungen und der Auswahl und Beschaffung des ATT-Systems. Dass Du nun die für das zweite Quartal des nächsten Jahres absehbare Inbetriebnahme der neuen ATT nicht mehr selbst verantwortlich durchführen kannst bedaure ich sehr, aber aus deinen Vorverwendungen bist Du ja solche Umstände durchaus schon gewohnt.“ Zudem habe Leif Nielsen den Aufbau der öffentlich-privaten Partnerschaft mit der Deutschen Flugsicherung in Kaufbeuren und insbesondere die Etablierung der schwierigen Verfahrensabläufe vorangetrieben – ebenso wie die Integration des Personals der Militärischen Flugsicherung in das Lehr- und Verfahrenszentrum. „Besonders ausgezeichnet hat Dich stets der von Weit- und Übersicht geprägte Blick nach vorn und die Umsetzung aktueller Erfordernisse“, lobte Jörg Sieratzki den scheidenden Oberstleutnant.

Dessen Engagement im Bereich der organisatorischen Grundlagen des Einsatzführungsbereichs 2 würden sich über das Lehr- und Verfahrenszentrum hinaus als wichtige Grundlagenarbeit für die Einsatzbereitschaft des gesamten Verbandes erweisen. „Du warst in Deiner Zeit als Bataillonskommandeur stets Anwalt der berechtigten Ansprüche des von Dir geführten Personals – und Du warst auch immer Anwalt der Auftragserfüllung gegenüber Deinen Mitarbeitern. Ein Spagat, der wahrlich nicht leicht zu meistern ist, aber bei Dir wusste ich ausnahmslos immer beide Aspekte in den besten Händen“, erklärte Jörg Sieratzki, der Leif Nielsen für dessen „Unterstützung und Loyalität während unserer intensiven gemeinsamen Zeit in der Verbandsführung des Einsatzführungsbereichs 2“ dankte.

Dem neuen Mann an der Spitze gab der Kommandeur zum Start einige wertvolle Tipps: „Handeln Sie zielstrebig, aber immer auch mit einer guten Portion Pragmatismus, seien Sie durchsetzungsfähig, aber haben Sie immer auch ein offenes Ohr und pflegen Sie gute Kommunikation – dann bin ich mir sicher, dass Ihnen die Zusammenarbeit mit Ihrem Personal und allen Anderen hier am Standort viel Freude und Erfüllung bringen wird.“ Schließlich werde das Personal des Lehr- und Verfahrenszentrums in den kommenden Jahren eine Mammutaufgabe zu bewältigen haben.

„Das wiedererstarkte Bewusstsein für die Notwendigkeit einer wehrhaften Demokratie erzeugt einerseits Forderungen nach substanziell verbesserten Fähigkeitsprofilen für unsere Streitkräfte und damit auch für den Flugführungsdienst, während andererseits die Auswirkungen der proklamierten Trendwenden Material, Personal und Finanzen erst mit deutlicher Verzögerung die personelle und materielle Ausstattung verbessern werden – und am Anfang steht nun mal die Ausbildung des Personals. Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass es die entscheidende Herausforderung der kommenden Jahre, möglicherweise gar Jahrzehnte sein wird, dieses zusätzliche Personal in Richtung der Erfordernisse einer veränderten globalen sicherheitspolitischen Lage auszubilden, um die Bundeswehr als weiterhin wirkungsvolles Instrument deutscher Sicherheitspolitik zu erhalten“, erklärte Jörg Sieratzki.

Für Leif Nielsen selbst war der Abschied aus der Edergemeinde durchaus emotional. In einem würdigen Rahmen – begleitet durch das Heeresmusikkorps Kassel mit Leiter, Oberstleutnant Tobias Terhardt – nahm der bisherige Leiter des Lehr- und Verfahrenszentrums nach gut dreieinhalb Jahren seinen Hut. „Die Hoffnung beziehungsweise Annahme, dass sich das vor mir liegende Aufgabenspektrum inhaltlich als überaus interessant, abwechslungsreich und wesentlich für die Gestaltung des neuen Dienstbereiches darstellt, wurde umfänglich erfüllt – an mancher Stelle sogar etwas zu intensiv. Aber es hat außergewöhnlich viel Freude bereitet, da ich mit Menschen zusammenarbeiten durfte, die ich insgesamt als ,dufte Truppe’ bezeichne“, erklärte der künftige Bonner. Er ermutigte das Personal des Lehr- und Verfahrenszentrums, die „positive Einstellung“ zu bewahren, „dann erledigen sich manche Dinge erfahrungsgemäß immer einfacher als zunächst erwartet und werden in Symbiose mit dem Schwung der neuen Führung gut werden“.

Seinem Nachfolger Christian Kramer wiederum nahm er zugleich mögliche Ängste: „Lieber Chris, mache Dir keine Sorgen – die viel zitierten ,Leichen im Keller’ wirst du nicht vorfinden. Ich bin davon überzeugt, dass sich durch Dich in allen noch offenen oder neuen Handlungsfeldern zielführende Lösungen finden lassen, insbesondere deshalb, da ich um Dich als Persönlichkeit weiß und Du auf ein außerordentlich fähiges Umfeld zurückgreifen kannst.“ Als Vorteil dürfte sich dabei zudem erweisen, dass Christian Kramer die Hachenberg-Kaserne kennt. Es ist schließlich nicht seine erste Verwendung in der Edergemeinde.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

Timo Karl (Redakteur) auf Facebook
Timo Karl (Redakteur) auf Instagram
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen