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Heizungsbauer Tobias Scheffe zeltet bei Minusgraden
Kredenbacher bleibt heiß auf kalte Nächte

Durchgefroren, aber nicht ganz ausgeschlafen: Tobias Scheffe hat den inneren Schweinehund abermals ausgesperrt – und bei eisigen Temperaturen gezeltet.
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  • Durchgefroren, aber nicht ganz ausgeschlafen: Tobias Scheffe hat den inneren Schweinehund abermals ausgesperrt – und bei eisigen Temperaturen gezeltet.
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js Benfe/Kredenbach. Wenn die Temperaturen im Keller sind, ist Tobias Scheffe aus dem Häuschen. Seit eineinhalb Jahrzehnten zieht es den gelernten Heizungsbauer immer gerade dann in den Schoß der Natur, wenn andere sich am liebsten gar nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken lassen. Zwei milde Winter hat der 46-Jährige pausiert, die Herausforderung war offenbar nicht Reiz genug. Jetzt aber, in diesen frostigen Februartagen, hat er es wieder gewagt: In einer der kältesten Nächte des Jahres hat er sein Zelt aufgeschlagen und draußen geschlafen. Aufgefrischt geht er damit ins Wochenende – ausgeruht jedoch nicht.

Abermals hat sich der Kredenbacher eben jene Wittgensteiner Talsenke ausgesucht, in der er vor ziemlich genau fünf Jahren seinen eigenen Kälterekord aufstellte.

js Benfe/Kredenbach. Wenn die Temperaturen im Keller sind, ist Tobias Scheffe aus dem Häuschen. Seit eineinhalb Jahrzehnten zieht es den gelernten Heizungsbauer immer gerade dann in den Schoß der Natur, wenn andere sich am liebsten gar nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken lassen. Zwei milde Winter hat der 46-Jährige pausiert, die Herausforderung war offenbar nicht Reiz genug. Jetzt aber, in diesen frostigen Februartagen, hat er es wieder gewagt: In einer der kältesten Nächte des Jahres hat er sein Zelt aufgeschlagen und draußen geschlafen. Aufgefrischt geht er damit ins Wochenende – ausgeruht jedoch nicht.

Abermals hat sich der Kredenbacher eben jene Wittgensteiner Talsenke ausgesucht, in der er vor ziemlich genau fünf Jahren seinen eigenen Kälterekord aufstellte. In der Nähe von Benfe schlug er am späten Donnerstagabend sein treues, beinahe 30 Jahre altes handelsübliches Igluzelt wenige Meter vom Bachufer entfernt auf. Ganz so kühl wie damals mag es zwar nicht gewesen sein, 25 Grad im Minusbereich aber haben es ebenfalls in sich. Um nicht allzu sehr ins Zähneklappern zu verfallen, hat der Naturbursche vorgesorgt.

Durchgefroren, aber nicht ganz ausgeschlafen: Tobias Scheffe hat den inneren Schweinehund abermals ausgesperrt – und bei eisigen Temperaturen gezeltet.
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Als Unterlage dienten ein kleines Rinder- und ein Schafsfell sowie eine Isomatte. „Tosch“ selbst schlüpfte in seinen Schlafsack – mehr als eine Unterhose und Socken trug er dabei nicht. Genau das hat sich bewährt beim Kältecamping, mit Körperwärme heizt der Kredenbacher gegen die Minusgrade an. Für Notfälle steht eine Thermoskanne mit heißem Tee parat, für die Notdurft ist ein eigenes Fläschchen reserviert. „Ich bin super zur Ruhe gekommen und schnell eingeschlafen.“

Ausgeruht ist Tobias Scheffe jedoch nicht, viel zu jäh wurde er frühmorgens aus den Träumen gerissen. Ein besorgtes „Hallo?“ tönte durch die Zeltwand, als ihm noch alles andere als nach reden zumute war. Nachschauen, wer da in der Dämmerung vor dem Iglu stand, wollte der Camper nicht. „Draußen war es schließlich 50 Grad kälter als bei mir im Schlafsack.“ Dennoch: Die Nacht war mit einem Schlag vorbei, fluchend und verdattert erklärte Tobias Scheffe die Nacht für beendet. „Ganz kurz habe ich in diesem Moment gedacht: Es ist genug, warum tust du dir das an?“ Dann aber habe er hinausgeschaut in den glitzernden Schnee in der Morgensonne. „Das war so ein schöner Moment.“ Ein nächstes Mal ist also nicht ausgeschlossen.

Carsten Beyer zu Besuch

Wer aber hatte sich ans Zelt geschlichen und den coolen Camper unsanft aus dem Schlaf gerissen? Carsten Beyer, Hobby-Wetterfrosch von „Meteo Siegerland“, war es – er hatte sich selbst mit dem Thermometer auf die Pirsch begeben, um die klirrende Kälte zu dokumentieren. Gut, dass ihn und den Geweckten ein paar Reißverschlüsse trennten. Bis der später am Tag den verdächtigten Beyer telefonisch zur Rede stellte, war die üble Laune bereits verpufft. Mit einem Spiegelei und einer heißen Tasse Kaffee im Bauch war Scheffe inzwischen wieder friedlich gestimmt. „Wir haben herzlich gelacht!“
Begegnungen dieser Art sind selten beim Zelten in der Eiseskälte.

Nur einmal, so erinnert sich Scheffe, war er in Altenteich aufgewacht und gerade mit dem Zusammenräumen seiner mobilen Unterkunft beschäftigt, als ein verdutzter Spaziergänger durch den Wintermorgen stapfte. „Sind Sie etwa mit dem Fallschirm abgesprungen?“, habe dieser gefragt. Dass Scheffe dort übernachtet hatte, erschien dem Mann offenbar noch abwegiger als die eigene Vermutung.

Carsten Beyer, Hobby-Wetterfrosch von „Meteo Siegerland“, hatte sich mit dem Thermometer auf die Pirsch begeben, um die klirrende Kälte zu dokumentieren.
  • Carsten Beyer, Hobby-Wetterfrosch von „Meteo Siegerland“, hatte sich mit dem Thermometer auf die Pirsch begeben, um die klirrende Kälte zu dokumentieren.
  • Foto: Carsten Beyer / Meteo Siegerland
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Die Nacht selbst sei übrigens nie das Problem, erzählt Scheffe. Am schlimmsten sei das, was auf sie folgt. Das Anziehen, in die eisigen Schuhe zu schlüpfen, die ausgekühlten Siebensachen zu packen. „Danach schmerzen meine Finger vor Kälte.“ Wenn’s weiter nichts ist!

Tolle Landschaft bei klirrender Kälte: In der Nähe von Benfe zog es Tobias Scheffe wieder, um dort eine Nacht bei frostigen Teamperaturen zu Verbringen.
  • Tolle Landschaft bei klirrender Kälte: In der Nähe von Benfe zog es Tobias Scheffe wieder, um dort eine Nacht bei frostigen Teamperaturen zu Verbringen.
  • Foto: Tobias Scheffe
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Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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