Kreisbahn fährt ab August direkt zu EEW

EEW-Geschäftsführer Jörg Schorge erläuterte den Mitgliedern des Kreis-Verkehrsausschusses gestern die ehrgeizigen Planungen des Unternehmens, noch mehr Güter auf die Schiene zu verlegen.  Foto: vö
  • EEW-Geschäftsführer Jörg Schorge erläuterte den Mitgliedern des Kreis-Verkehrsausschusses gestern die ehrgeizigen Planungen des Unternehmens, noch mehr Güter auf die Schiene zu verlegen. Foto: vö
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Erndtebrück. Heinz-Georg Grebe, der Vorsitzende des Kreis-Verkehrsausschusses, machte gleich zu Beginn deutlich, warum die gestrige Sitzung des Gremiums im Verwaltungsgebäude der Erndtebrücker Eisenwerke (EEW) stattfand. Weil der Gütertransport auf der Schiene ein Steckenpferd von EEW-Geschäftsführer Jörg Schorge sei, „der nicht nur darüber redet, schwere Last auf die Schiene zu schaffen, sondern es auch genau so umsetzt“.

Das untermauerte der Unternehmer dann mit Zahlen: Im Jahr 2009 hätten 1100 Waggons 61 000 Tonnen Material zur Erndtebrücker Produktionsstätte geliefert, 902 Waggons mit 36 000 Tonnen Stahl hätten das Werk wieder verlassen: „Durch die optimierten Bedingungen soll der Anteil des Schienenverkehrs noch steigen.“

Damit spielte der Geschäftsführer auf den neuen Gleisanschluss an, der aktuell auf dem EEW-Gelände entsteht und der es der Siegener Kreisbahn künftig ermöglicht, das Unternehmen direkt - ohne den sehr zeitaufwändigen Umweg über den Bahnhof - zu bedienen. Wenn alles nach Plan laufe, sei dies bereits ab August der Fall. Jörg Schorge sprach in diesem Zusammenhang von einem „ganz erheblichen Geld- und Zeitfaktor“. zudem lobte er die hervorragende Zusammenarbeit mit der Siegener Kreisbahn, die künftig noch schneller für EEW arbeiten könne, „zwischen den Personenzügen können die Transporte laufen“.

Der Firmen-Chef unterstrich in diesem Zusammenhang, dass der Bevölkerung nicht noch mehr Lkw auf der Straße als bisher zuzumuten seien. Im Jahr 2009 hätten 625 Transporter das Erndtebrücker Werk angesteuert, 3315 Lkw hätten Produkte abgeholt, „auch deshalb, weil teilweise nicht genügend Waggons zur Verfügung standen“. Jörg Schorge appellierte gestern Abend an die politisch Verantwortlichen, sowohl den Ausbau des Schienennetzes als auch die Optimierung der Straßenanbindung Wittgensteins voran zu treiben: „Das ist nicht nur im Sinne unseres Unternehmens, sondern aller Wittgensteiner Firmen, die zu dieser Region stehen und eine bessere Anbindung benötigen.“ Die Entscheidung des hessischen Verkehrsministers, den weiteren Planungen einer Fernstraße bis Hattenbach „in einer Nacht- und Nebelaktion“ eine Absage zu erteilen, „hat mich schon sehr betroffen gemacht. Man hat dort ein ganz schlechtes Zeichen gesetzt.“

Auch als Vorbereitung auf den Bau des neuen Gleisanschlusses und zur Schaffung neuer Lagerfläche fanden auf dem EEW-Gelände in Erndtebrück in den vergangenen Monaten gigantische Erdbewegungen statt. Allein 200 000 Kubikmeter Erdaushub wurde transportiert. Doch die Erweiterung war absolut überfällig. Jörg Schorge: „Wir platzten aus allen Nähten, es passte keine Maus mehr drauf.“ Die Kosten für die Gleisarbeiten nicht eingerechnet, habe das Unternehmen bisher rund 3,8 Mill. Euro investiert.Nun hoffe er, so Jörg Schorge, dass auch mit den Umweltschützern Einigung hinsichtlich einer Gleisverbindung zur neu geschaffenen Fläche oberhalb des bestehenden Werkes erzielt werde: „Wir werden in Sachen Ausgleichsfläche alles tun, was wir tun können.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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