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Kein Grund zur Dankbarkeit
Landwirte klagen über Dürre und wenig Futter

In diesem Jahr mussten viele Landwirte wieder kratzen, um Futter zusammenzukriegen für den Winter. Das wird wohl in vielen Ställen nicht reichen, befürchtet Kreislandwirt Lothar Menn nach dem dritten Dürrejahr in Folge.
  • In diesem Jahr mussten viele Landwirte wieder kratzen, um Futter zusammenzukriegen für den Winter. Das wird wohl in vielen Ställen nicht reichen, befürchtet Kreislandwirt Lothar Menn nach dem dritten Dürrejahr in Folge.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Balde. Eigentlich ist Lothar Menn ja ein positiv denkender Mensch und keiner, der sich beschwert. Aber in diesem Jahr fällt es dem Kreislandwirt vom Hof Rohrbach in Balde schwer, eine positive Bilanz aus Anlass des Erntedankfestes zu ziehen. Denn das dritte Jahr mit extremer Dürre hat die Situation für die heimischen Bauern weiter verschärft. Deutschlandweit seien zwar die Regionen recht unterschiedlich betroffen, erzählt Lothar Menn. Gerade in Süddeutschland habe es durchaus genug geregnet, dort können die Landwirte deshalb noch zufrieden sein.
Zu wenig Futter für den Winter
Ganz anders jedoch die Lage in unserer Region, die von der Grünlandbewirtschaftung geprägt ist – Ackerbau mit Kartoffeln oder Getreide gibt es in Siegerland und Wittgenstein nur noch selten.

bw Balde. Eigentlich ist Lothar Menn ja ein positiv denkender Mensch und keiner, der sich beschwert. Aber in diesem Jahr fällt es dem Kreislandwirt vom Hof Rohrbach in Balde schwer, eine positive Bilanz aus Anlass des Erntedankfestes zu ziehen. Denn das dritte Jahr mit extremer Dürre hat die Situation für die heimischen Bauern weiter verschärft. Deutschlandweit seien zwar die Regionen recht unterschiedlich betroffen, erzählt Lothar Menn. Gerade in Süddeutschland habe es durchaus genug geregnet, dort können die Landwirte deshalb noch zufrieden sein.

Zu wenig Futter für den Winter

Ganz anders jedoch die Lage in unserer Region, die von der Grünlandbewirtschaftung geprägt ist – Ackerbau mit Kartoffeln oder Getreide gibt es in Siegerland und Wittgenstein nur noch selten. Manche Flächen werden zum Anbau von Mais genutzt, doch auch dieser ist in diesem Jahr nicht allzu gut gewachsen. Dramatisch ist allerdings, dass die Landwirte im Sommer erneut nicht genügend Futter für die Wintermonate einfahren konnten. „Der erste Schnitt im Frühjahr war durch die extreme Trockenheit schon schlecht“, erinnert sich Lothar Menn im SZ-Gespräch. „Der zweite fiel dann ganz gut aus, und alle dachten, es wird schon werden. Man hat geglaubt, dass es schon regnen würde. Aber es kam einfach viel zu wenig Regen.“

Boden ist ausgetrocknet

Der dritte und der vierte Schnitt seien, so der Kreislandwirt, jedoch nur noch ein einziges Kratzen in der Erde gewesen. Viel Ertrag brachten sie den Landwirten nicht. Der wenige Regen verdunstete nicht nur durch die Sonne, sondern auch durch den ständigen Wind. So sind die Böden in der Region ausgetrocknet. Die Konsequenz: Nach inzwischen drei Dürrejahren in Folge ist fast kein Futter mehr auf dem Markt zu haben. „Ich habe heute erst gelesen, dass für den Rundballen Heu jetzt schon 57 Euro verlangt werden“, berichtet Lothar Menn. Solche Preise könne kein Landwirt bezahlen, schon gar nicht angesichts des gegenwärtigen Milchpreises, der gerade mal bei etwa 30 Cent liegt. Und auch der Fleischpreis ist nicht gerade rosig.

Immer neue Auflagen

Die Folge: Viele Landwirte müssen ihren Tierbestand reduzieren, obwohl sie eigentlich jeden Liter Milch benötigen. Aber: Wenn nicht genug Futter da ist, können die Kühe auch nicht viel Milch liefern. „Wenn einer investiert hat, muss er eigentlich den Stall voll haben“, erläutert Lothar Menn. Überhaupt wäre das Höfesterben ja noch viel heftiger, wenn die Zinsen derzeit auf dem Niveau von vor zehn oder 20 Jahren lägen. Dann wären viele Landwirte gar nicht in der Lage, ihre Abträge zu zahlen. Und durch immer neue Auflagen und Regelungen sind Bauern gezwungen, immer wieder zu investieren. Dies reicht von der Düngeverordnung bis zum Tierwohl.

Wenig Grund zur Dankbarkeit

Nicht zuletzt merkt Lothar Menn an, jeder Landwirt habe ja irgendwo ein wenig Wald, der in der Vergangenheit auch noch den einen oder anderen Groschen eingebracht habe. Aber auch das ist ja in diesem Jahr nur noch ein einziges Trauerspiel. Da fällt vielen Landwirten der Dank zum Erntedankfest diesmal sehr schwer.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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