Licht im Paragraphen-Dschungel

Auf der Arbeitstagung des FLVW:

Böcking: »Spielerwechsel bald nur noch mit Rechtsanwalt« / Horst Buchterkirche referierte

JoWe Erndtebrück. Unter einem besonderen Stern stand die Arbeitstagung der Fußball-Vereine aus Siegerland und Wittgenstein in der Erndtebrücker Pulverwald-Halle. »Man kann ja bald keinen Spielerwechsel mehr vornehmen, ohne vorher einen Rechtsanwalt zu konsultieren«, sprach der Kreisvorsitzende des Fußball- und Leichtathletik Verbandes Westfalen (FLVW), Jürgen Böcking wohl allen Vereinsvertretern aus der Seele. Mit dem Vorsitzenden der Verbandsspruchkammer, Horst Buchterkirche, hatte man deshalb einen Experten vor Ort, der sich redlich Mühe gab, den Paragraphen-Dschungel der Wechselbestimmungen von Amateuren und Vertragsamateuren anschaulich zu durchleuchten.

Doch auch Buchterkirche gestand ein, dass die Vereine in Anbetracht der vielen Sonderregelungen schlichtweg überfordert seien: »Uns geht es vielmehr darum, dass die Clubs in Zukunft genau prüfen, welchen Spieler sie verpflichtet haben. Sonst kann es zu Punktabzügen kommen«, mahnte der Vorsitzende, versprach aber: »Bei Fragen stehen wir den Vereinen natürlich immer zu Verfügung«.

Grundlegende Neuerungen gibt es bei Vereinswechseln von so genannten Nicht-Amateuren ohne Lizenz (früher: Vertragsamateure) mit einem monatlichen Grundsalär von über 150 e. Sind diese Spieler 23 Jahre oder jünger, steht dem abgebenden Verein in jedem Fall eine Entschädigung zu. Dies gilt sogar dann , wenn der Wechsel nach Ablauf des Vertrages erfolgt. Diese errechnet sich aus Spielklasse und Länge der Vereinszugehörigkeit des Akteurs. Ein entsprechendes Formular, mit dem der zu zahlende Entschädigungssatz genauestens ausgerechnet werden kann, stellt der FLVW den Vereinen zu Verfügung. Diese Regelung gilt auch bei Transfers über die Grenzen des eigenen Landesverbandes hinaus. Bei Nicht-Amateuren ohne Lizenz über 23 Jahre ist Ablöse nur dann fällig, wenn Spieler aus einem bestehenden Vertragsverhältnis heraus wechseln.

Nicht-EU-Ausländer, die künftig den Status des Vertragsamateurs erlangen wollen, müssen für die gesamte Vertragslaufzeit eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis vorweisen können. Ansonsten wird vom Verband keine Spielberechtigung erteilt.

Auch temporär wird sich der Großteil der Transfergeschäfte weitestgehend innerhalb der zwei neu eingerichteten Wechselperioden konzentrieren. Innerhalb dieser Zeitspannen (zum einen vom 1. Juli bis 31. August, zum anderen vom 1. bis 31. Januar) ist ein sofortiger Vereinswechsel aller Amateurspieler möglich, sofern sich die beiden Vereine gütlich einigen. Die bisherige Wartefrist von drei Monaten im Falle einer Freigabe gehört bei Einhalten der neuen Wechselperioden somit der Vergangenheit an. Sollten sich die beiden Vereine erst nach Ablauf der 1. Wechselperiode einigen, so ist eine Spielberechtigung immerhin noch zum 1. Januar garantiert. Nach Ablauf der 2. Wechselperiode gibt es allerdings keine Möglichkeit mehr für einen Vereinswechsel in der laufenden Saison, auch nicht bei einer etwaigen Einigung der Beteiligten.

Schärfer bestrafen will der FLVW zukünftig auch den unerlaubten Einsatz von ausländischen Spielern. Sollten diese Spieler vor ihrem Transfer in ihrem Nationalverband aktiv gewesen sein, so gelten auch für sie die gleichen Wechselbestimmungen. Der FLVW überprüft in jedem einzelnen Fall die Freigabe des jeweiligen Nationalverbandes. Sollten Spieler ohne Freigabe in Meisterschaftsspielen eingesetzt werden, gehen alle Punkte nachträglich verloren. »Bei fast jedem zweiten überprüften Fall«, so Buchterkirche »komme dies vor«. Für die Richtigkeit der Angaben müssen Verein und Spieler garantieren.

Um Missverständnissen vorzubeugen hat der FLVW eine Broschüre herausgegeben, die von allen Vereinsvertretern kostenlos bezogen werden kann.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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