Wehmut beim Heimatverein Benfe
Meilerfest wohl endgültig vor dem Aus

Zur Meilerwoche in Benfe gehörte immer auch der Besuch von Schulklassen, die viel über die Natur, ihre Heimat und die Herstellung von Holzkohle erfuhren.
  • Zur Meilerwoche in Benfe gehörte immer auch der Besuch von Schulklassen, die viel über die Natur, ihre Heimat und die Herstellung von Holzkohle erfuhren.
  • Foto: bw (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Benfe. Eigentlich wäre am Sonntag in Benfe das Meilerfest zu Ende gegangen. Doch nicht die Corona-Pandemie machte dem Heimatverein einen Strich durch die Rechnung, sondern der „Platzverweis“ des neuen Eigentümers des Areals am Benfer Steinbruch, wo das Meilerfest seit 1995 alle fünf Jahre stattgefunden hat. Noch immer ist die Vorsitzende Claudia Althaus bitter enttäuscht, dass dem Verein wegen seiner Mitgliedschaft in der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) eine der wichtigsten Grundlagen seiner Aktivitäten entzogen wurde. Die LNU klagt gegen die Genehmigung der vier Windräder auf dem Benfer Rücken in Volkholzer Gemarkung, die Dorfgemeinschaft Benfe steht voll und ganz hinter dieser Klage, die im kommenden Jahr am Verwaltungsgericht Arnsberg verhandelt werden soll. Von der Klage betroffen ist indes der Besitzer des Geländes.

Heimatverein Benfe muss Steinbruch räumen

Verpasste Chance für Schüler

„Vom Wetter her wäre es bis auf einen Tag super gewesen“, trauert Claudia Althaus der verpassten Veranstaltung nach, die alle fünf Jahre zahlreiche Besucher aus der näheren Umgebung in den Steinbruch in Benfe gelockt hat. Dazu gehörten immer auch Schulklassen, die viel Wissenswertes über die Natur, ihre Heimat und natürlich über die Herstellung von Holzkohle erfahren haben. Es sei sehr schade, dass der Eigentümer des Areals zwar Schulklassen zu seinen Bad Laaspher Windrädern einlade, aber Kinder jetzt keine Chance mehr hätten, alte Tradition kennen zu lernen. Für den Heimatverein Benfe bedeutet es, dass eine wesentliche Einnahmequelle weggebrochen ist. Einen alternativen Veranstaltungsort gibt es im Köhlerdorf nicht.

Aus für Meilerfest wohl endgültig

Im Jahr 2015 hatte das letzte Meilerfest in Benfe stattgefunden. Abends trafen sich die Besucher im Steinbruch und erfreuten sich neben dem qualmenden Meiler an der Gemeinschaft und an Auftritten von Chören und Musikgruppen. Tagsüber besuchten Schulklassen das Gelände.
Der bereits für das vergangene Jahr geplante Jubiläumsmeiler war noch der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. „Das Programm hatten wir auf dieses Jahr verschoben, aber daraus wurde leider nichts mehr“, berichtet Claudia Althaus. Wenn es zu keinem Sinneswandel des Eigentümers kommt, dürfte nun das Aus für das beliebte Meilerfest endgültig sein. Der neue Besitzer hatte den vom Heimatverein mit dem Vorbesitzer vereinbarten Nutzungsvertrag kurz vor Weihnachten 2020 gekündigt und die Benfer dazu aufgefordert, den Platz zu räumen. Dabei hatte die Dorfgemeinschaft das Gelände erst aufgehübscht, als der Naturpark den Platz aufgegeben hatte. Es sei schlimm, so Claudia Althaus, dass ein Verein bestraft werde, der als juristische Person nur die Dorfgemeinschaft vertrete und auch gar nicht selbst geklagt habe.

Am Steinbruch stand etwa bis Juni eine überdachte Sitzgarnitur, die dort aber auch nicht stehen bleiben durfte, obwohl ja der Mäanderweg dorther verläuft. Inzwischen hat die Bank einen Standort beim Ortsausgang Richtung Eisenstraße gefunden – und dort werde die Rastmöglichkeit sowohl von Wanderern als auch von Radfahrern sehr rege genutzt, berichtet Claudia Althaus im SZ-Gespräch: „Es ist ein guter Platz.“

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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