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Kommunalwahl im September
Michael Schnell kandidiert bei Bürgermeisterwahl

Historische Bilder von Erndtebrück hat Michael Schnell im Wohnzimmer hängen. Eines zeigt das Elternhaus im Oberdorf, in dem er aufgewachsen ist und noch heute wohnt. In der Hand hält er die Unterschriftenlisten für die Bürgermeister-Kandidatur.
  • Historische Bilder von Erndtebrück hat Michael Schnell im Wohnzimmer hängen. Eines zeigt das Elternhaus im Oberdorf, in dem er aufgewachsen ist und noch heute wohnt. In der Hand hält er die Unterschriftenlisten für die Bürgermeister-Kandidatur.
  • Foto: Björn Weyand
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bw Erndtebrück. Aus dem Zweikampf um das Amt des Erndtebrücker Bürgermeisters bei der Wahl am 13. September wird nun ein Dreikampf: Neben Henning Gronau (SPD) und Steffen Haschke (CDU) bewirbt sich auch Michael Schnell aus Erndtebrück als parteiloser Kandidat um den Chefposten im Rathaus der Edergemeinde. Die notwendigen Unterschriften hat der selbstständige Fliesenlegermeister schon gesammelt, am Montag gab er die Listen im Rathaus ab. In normalen Wahljahren hätte er 110 Unterschriften vorlegen müssen, wegen der Corona-Krise wurde die Zahl um 40 Prozent reduziert. Michael Schnell ließ jedoch im Gespräch mit der Siegener Zeitung keinen Zweifel daran, dass die 110 Unterschriften kein Problem gewesen wären. Er habe bei der Sammlung einen starken Zuspruch erfahren, berichtete der 44-Jährige.

bw Erndtebrück. Aus dem Zweikampf um das Amt des Erndtebrücker Bürgermeisters bei der Wahl am 13. September wird nun ein Dreikampf: Neben Henning Gronau (SPD) und Steffen Haschke (CDU) bewirbt sich auch Michael Schnell aus Erndtebrück als parteiloser Kandidat um den Chefposten im Rathaus der Edergemeinde. Die notwendigen Unterschriften hat der selbstständige Fliesenlegermeister schon gesammelt, am Montag gab er die Listen im Rathaus ab. In normalen Wahljahren hätte er 110 Unterschriften vorlegen müssen, wegen der Corona-Krise wurde die Zahl um 40 Prozent reduziert. Michael Schnell ließ jedoch im Gespräch mit der Siegener Zeitung keinen Zweifel daran, dass die 110 Unterschriften kein Problem gewesen wären. Er habe bei der Sammlung einen starken Zuspruch erfahren, berichtete der 44-Jährige.

Geliebäugelt hatte Michael Schnell seit geraumer Zeit mit seiner Kandidatur, jetzt steht der Schritt fest, „weil ich kein Maulheld bin“, stellte der Handwerker klar. Bewusst tritt er zur Wahl als unabhängiger Bewerber an. Dass ihm die Verwaltungserfahrung fehlt, ficht den Vorsitzenden des Erndtebrücker Vereins für Handel, Handwerk und Touristik nicht an. Nach seinem Realschulabschluss und nach seiner Lehre als Fliesenleger gehörte die Weiterbildung zum Werdegang: Fachkaufmann, Meisterprüfung, Betriebswirt sowie Sachverständiger und Gutachter – all das gehört zu seiner Vita und es lässt ihn an seiner Eignung für das höchste Amt in der Gemeinde nicht zweifeln. Michael Schnell ist politisch sehr interessiert, er beteiligt sich immer wieder mit kritischen Fragen an der Einwohnersprechstunde im Gemeinderat – beispielsweise kürzlich, als er wissen wollte, ob die Gemeinde weiterhin Stellenanteile für die Arbeit der Geschäftsführerin im Verein für Handel, Handwerk und Touristik zur Verfügung stellen wird. Da habe jedoch großes Schweigen geherrscht, kritisierte Michael Schnell. Leider sei das kein Einzelfall. „Ich lege den Finger in die Wunde, aber die ist dann nicht durch mich entstanden, sie war schon vorher da“, betonte der aktive Tischtennisspieler des TuS Erndtebrück.

Mehr Transparenz fordert der Fliesenlegermeister – allen voran beim angedachten Umzug der Grundschule in die frühere Hauptschule: „Warum wird das Gutachten denn erst nach der Kommunalwahl veröffentlicht? Warum so eine Heimlichtuerei?“ Weshalb werde für ein solches Thema eigentlich kein Bürgerentscheid im Rahmen der Kommunalwahl erwogen? Eine erweiterte Bürgerbeteiligung strebe er auch an, sollte er die Wahl im September gewinnen. Nicht umsonst habe er sich für die Ausweitung der Fragestunden im Rat eingesetzt. Ein weiteres wesentliches Thema sind die KAG-Beiträge: Michael Schnell hatte sich für deren Abschaffung stark gemacht, als sich die SPD in Wittgenstein noch für wiederkehrende Beiträge einsetzte. Für einiges Aufsehen sorgte allerdings auch sein Vorschlag, die Oberdorfstraße der Edergemeinde abkaufen zu wollen. Manchmal sei es ja auch notwendig, gegen den Strom zu schwimmen, das zeuge von Ideenreichtum und Kreativität, stellte der 44-Jährige fest.

Pragmatismus und Ehrlichkeit hat sich der Vater eines Sohnes ebenfalls auf seine Fahnen geschrieben. Dazu gehört auch das persönliche Auftreten: Er habe die Unterschriften nicht im Anzug gesammelt, sondern in seiner normalen Alltagskleidung. „Das wäre ja nicht ich.“ Zur Ehrlichkeit gehöre auch, dass er nicht nur Bürgermeister werden wolle, um etwas zu bewegen: Natürlich sei auch der gute Verdienst in diesem Amt ein Anreiz dafür. Stichwort Pragmatismus: Michael Schnell will die Dinge nicht komplizierter machen, als sie sind – es müsse darum gehen, die Dinge zielstrebig, zuverlässig sowie nachhaltig umzusetzen. Seine Zielsetzungen: „Bürokratie vermindern und mit gesundem Menschenverstand auch den Verwaltungstrott durchbrechen.“ Er sei mit vielen Entscheidungen nicht einverstanden, auch die Haushaltsführung mit einem Abbau des Eigenkapitals der Gemeinde seit 2010 um rund 75 Prozent sieht er kritisch. Es sei Zeit für ein gravierendes Umdenken und für mehr Realismus, so Michael Schnell.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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