Mit der Bebauung kam das Aus für den »Trecker-Treck«

Tolle Erinnerungen an Schameder / Thema wieder aktuell?

Schameder. Dass das Industriegebiet Jägersgrund in Schameder kontinuierlich bersiedelt wurde, ist eine begrüßenswerte Angelegenheit: Heimische Unternehmen expandierten und schufen viele Arbeitsplätze. Für eine Veranstaltung bedeutete die Bebauung des Industriegebietes allerdings das Aus. 1990 fand zum letzten Mal »Trecker-Treck« in Schameder statt. Mutige Männer mit mächtigen Maschinen ließen einmal jährlich beim Tractor Pulling die Erde an der Bundesstraße 62 beben.

Die SZ berichtete ausführlich über die Veranstaltungen – beispielsweise den zehnten Lauf der Deutschen Tractor-Pulling-Meisterschaft, der über 10000 Fans dieser aufwändigen Motorsportart nach Schameder lockte. Der SZ-Berichterstatter sprach seinerzeit vom »Kassenschlager für das veranstaltende Osterdoc-Team aus Schameder«.

Und weiter geht es in dem SZ-Artikel: »Nach den Vorläufen am Samstag nachmittag fielen am Sonntag die Entscheidungen in den acht Klassen. Publikumslieblinge waren dabei eindeutig die aufgemotzten Zugmaschinen der Freien Klasse, die mit einem Gewicht zwischen 3400 und 5400 Kilogramm bis zu 6000 PS auf die 100 Meter lange Schotterpiste brachten. Bei der Konstruktion dieser Supertrecker sind der Fantasie der Fahrer so gut wie keine Grenzen gesetzt. Dementsprechend ist auch das Erscheinungsbild der Maschine: Mit einem gebräuchlichen Traktor haben sie meist nur noch die großen Hinterreifen gemeinsam, und selbst die sind in der Regel Sonderanfertigungen. Mit Spezialmotoren oder gar Flugzeugtriebwerken ausgerüstet, benötigen sie außerdem besondere Treibstoffe: Benzin-Alkohol-Gemische, reiner Alkohol oder Kerosin ermöglichen die enormen Zugleistungen.«

Unbestrittener König der Freien Klasse seinerzeit: Eugen Kiemele aus Eschbach-Seifertshofen, der in Schameder längst ein alter Bekannter war. In den Standard-Klassen (vier und sechs Tonnen) behaupteten sich die Wittgensteiner Starter: Albert Aryceus aus Balde als bester heimischer Vertreter bei den Sechstonnern und Andreas Frisch aus Leimstruth bei den Viertonnern. Als besonderen Pausengag hielten die Veranstalter eine Überraschung ganz nach dem Geschmack der Motorsport-Fans bereit: Moderator Erich Schnackenberg stellte drei »Römerwagen« vor. Die Idee zu den originellen Gefährten, die getreu den bekannten Vorbildern aus Filmen wie Ben Hur nachgebaut wurden, jedoch an der Deichsel statt der prächtigen Pferde einen knatternden Otto-Motor ziehen ließen, kam drei Freunden aus Oldendorf.

Obwohl der »Trecker-Treck« in Schameder seit eineinhalb Jahrzehnten der Vergangenheit angehört, haben einige Wittgensteiner diesem spektakulären Motorsport dennoch die Treue gehalten. Und wie die Siegener Zeitung erfuhr, wird in einer Wittgensteiner Ortschaft eifrig an einem kraftstrotzenden Riesentraktor gearbeitet – nicht mehr ganz hinter verschlossenen Türen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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