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Treude-Birkefehl GbR baut einen Milchviehstall für 140 Kühe
Moderne Melktechnik und Weidegang

Matthias und Katharina Treude bauen auf der Birkefehler Höhe einen neuen Milchviehstall für insgesamt 140 Kühe. Aufgrund der Witterungsbedingungen sind die Bauarbeiten derzeit aber ausgesetzt.
  • Matthias und Katharina Treude bauen auf der Birkefehler Höhe einen neuen Milchviehstall für insgesamt 140 Kühe. Aufgrund der Witterungsbedingungen sind die Bauarbeiten derzeit aber ausgesetzt.
  • Foto: ako
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

ako Birkefehl. Noch ist auf der Birkefehler Höhe nur eine große – derzeit mit Schnee bedeckte – Baugrube zu sehen, doch bis zum Ende des Jahres soll dort der neue, hochmoderne Milchviehstall der Treude-Birkefehl GbR errichtet werden. Hinter dem Projekt, das auch mithilfe von EU-Fördermitteln finanziert wird, stehen Katharina und Matthias Treude, die am neuen Standort insgesamt 140 Kühe halten wollen. Mehrere Jahre hatten die Zwillinge das Vorhaben geplant, im vergangenen November begann die Bauphase. Mit dem Neubau richten die beiden Geschwister auch ihre Milchviehhaltung neu aus.
Gegenwärtig halten Katharina und Matthias Treude zusammen mit ihrem Vater Siegfried 109 Kühe auf dem Familienhof im Birkefehler Ortskern.

ako Birkefehl. Noch ist auf der Birkefehler Höhe nur eine große – derzeit mit Schnee bedeckte – Baugrube zu sehen, doch bis zum Ende des Jahres soll dort der neue, hochmoderne Milchviehstall der Treude-Birkefehl GbR errichtet werden. Hinter dem Projekt, das auch mithilfe von EU-Fördermitteln finanziert wird, stehen Katharina und Matthias Treude, die am neuen Standort insgesamt 140 Kühe halten wollen. Mehrere Jahre hatten die Zwillinge das Vorhaben geplant, im vergangenen November begann die Bauphase. Mit dem Neubau richten die beiden Geschwister auch ihre Milchviehhaltung neu aus.
Gegenwärtig halten Katharina und Matthias Treude zusammen mit ihrem Vater Siegfried 109 Kühe auf dem Familienhof im Birkefehler Ortskern. Die Tiere sind dabei auf mehrere Gebäude verteilt, der alte Melkstall wurde im Jahr 1984 gebaut. Dass der neue Milchviehstall einige hundert Meter vom eigenen Hof entfernt ist, habe dabei mehrere Gründe. „Das hat mit verschiedenen Auflagen zu tun wie beispielsweise dem Abstand zur Wohnbebauung oder zu Gewässern“, erklärte Katharina Treude. Allerdings würde man am neuen Standort – an der Birkefehler Straße/Abzweigung K49 in Richtung Bad Berleburg – auch niemanden stören: „Dahinten können wir uns auch erweitern.“

Zwei große Futtertische und mehrere Laufgänge

Der neue Stall wird eine Größe von 39 mal 49 Meter haben. Für die Tiere wird es zwei große Futtertische und mehrere Laufgänge geben. „Die können sich im ganzen Stall frei bewegen“, sagte Matthias Treude. Auch der Weidegang sei jederzeit möglich. Zwei Melkroboter, Automatisches Melksystem (AMS), laufen täglich 24 Stunden – außer wenn der Milchtank gewaschen wird, so der 34-Jährige. Lockfutter motiviere die Tiere dazu, zum Melken zu gehen. Eine hochmoderne Halsbanderkennung verhindere dabei, dass ein Tier öfter als vorgesehen gemelkt wird: „Der Melkroboter sammelt sehr viele Informationen und misst täglich die Aktivität, den Fett- und Eiweißgehalt sowie die Milchmenge für jede Kuh“, erklärte Katharina Treude. Im neuen Gebäude wird es zudem einen Abkalbbereich sowie einen Krankenstall geben.
Darüber hinaus wird es im neuen Milchviehstall für jede Kuh einen eigenen „Fressplatz“ und einen eigenen Liegeplatz geben. Das schreiben die Auflagen für eine besonders tiergerechte Haltung vor, die Matthias und Katharina Treude auch erfüllen müssen. Schließlich erhalten sie für den Bau des Gebäudes Fördermittel von der EU. „Wenn man einen neuen Stall baut, dann läuft ohne die Förderung nichts“, sagte Matthias Treude. Er und seine Schwester haben deshalb im vergangenen Jahr das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) beantragt, das Bestandteil des NRW-Programms „Ländlicher Raum“ ist. Allerdings wurde der erste Antrag, den die beiden im März 2020 gestellt hatten, abgelehnt. „Jeder darf das beantragen, aber es gibt ein Punktesystem, nach dem ausgewählt wird“, sagte Katharina Treude. Zudem kann die Förderung nur dreimal im Jahr beantragt werden. Für ihren zweiten Antrag im vergangenen Juni erhielten die beiden Zwillinge aber die Zusage – „eine wichtige Unterstützung“, so die 34-Jährige, die ihren Bachelor in Agrarwirtschaft an der Fachhochschule in Soest gemacht hat.

Projekt fast sechs Jahre lang geplant

Die Fördermittel decken jedoch nur einen Teil der gesamten Baukosten ab. Denn die Grenze des förderungsfähigen Investitionsvolumens beträgt 1 Millionen Euro, wovon die Zuschusshöhe nur 35 Prozent abdeckt. „Alles darüber wird nicht gefördert“, so Matthias Treude, der anmerkte, dass die Ausgaben für den neuen Milchviehstall die Fördergrenze überschreiten. Das teuerste an dem neuen Stall sei der Güllebehälter, so der gelernte Fachinformatiker.
Die enormen Kosten waren auch einer der Gründe, warum die Geschwister das Projekt fast sechs Jahre lang geplant hatten. „Zwischenzeitlich haben wir den Plan verworfen, da war der Michlpreis einfach zu niedrig. Und so ein Stall ist auch eine große Investition“, sagte Katharina Treude. Allerdings dürfe man beim Milchpreis „nicht nur auf ein Jahr sehen“, sondern müsse die genaue Entwicklung verfolgen. Und die Lage habe sich wieder gebessert. „Für uns gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir investieren oder wir hören auf.“ Und um weiterhin vom Haupterwerb Milchviehbetrieb leben zu können, sei die Investition notwendig gewesen.
Im Jahr 2013 hatten die beiden Geschwister zusammen mit ihrem Vater Siegfried die Treude-Birkefehl GbR gegründet. Den neuen Milchviehstall werden aber nur Matthias und Katharina Treude – beide gleichberechtigt – und in 18. Generation führen. Und die Freude darauf ist jetzt schon groß. Denn die Melkroboter vereinfachten den täglichen Arbeitsaufwand erheblich, so Matthias Treude. Gleichzeitig würden viel Platz, Licht und Luft dafür sorgen, dass auch die Kühe ein enspannteres Leben führen können: „Unsere größte Motivation ist, dass es nicht nur besser für uns, sondern auch besser für die Tiere sein wird“, sagte Katharina Treude. Sie verwies darauf, dass Themen wie Tierwohl und Weidegang heute immer „wichtiger“ werden: „Viele Verbraucher und Molkereien fragen heute nach. Die Leute wollen wissen, wie es den Tieren geht.“
Mit dem neuen Betrieb wollen Katharina und Matthias Treude jährlich 1,4 Millionen Liter Milch herstellen. Hauptabnehmer sei eine Molkerei in Köln. Unter dem neuen Stall wird auch ein Löschwasserbehälter – Fassungsvermögen rund 200 Kubikmeter – errichtet. Aufgrund der Witterungsbedingungen sind die Bauarbeiten derzeit ausgesetzt. „Wir hoffen, dass wir an Weihnachten fertig sind“, sagte Matthias Treude.
Weil die beiden Zwillinge für den Bau ihres neuen Milchviehstall EU-Fördergelder beziehen, verpflichten sie sich damit auch, das Gebäude nach der Fertigstellung mindestens zwölf Jahre „zweckgebunden“ zu nutzen, wie Katharina Treude erklärte. In diesem Zeitraum müssen die vorgegebenen Anforderungen eingehalten werden: „Die Anzahl der Tiere muss gleich bleiben. Wir dürfen da dann auch keine Fahrzeuge reinstellen. Wenn das kontrolliert wird und man hält sich nicht daran, dann kann man die Förderung zurückzahlen“, so Matthias Treude.

Autor:

Alexander Kollek

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