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Herzensangelegenheit Rosengarten
Nicht nur etwas für Blumenfreunde

Antje Laues-Oltersdorf (l.) und Renate Ludwig-Bernshausen bezeichnen den Rosengarten als echte Herzensangelegenheit.
  • Antje Laues-Oltersdorf (l.) und Renate Ludwig-Bernshausen bezeichnen den Rosengarten als echte Herzensangelegenheit.
  • Foto: Tanja Evers
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

vc Erndtebrück. Ein privates Vorhaben auf öffentlichem Raum, das weit über Wittgenstein hinaus bekannt ist: Antje Laues-Oltersdorf und Renate Ludwig-Bernshausen haben das Projekt „Rosengarten Alter Friedhof“ in Erndtebrück ins Leben gerufen und seitdem mit Herzblut begleitet. Die beiden Erndtebrückerinnen sind stets auf der Suche nach neuen Rosen und helfenden Händen.

Frau Laues-Oltersdorf und Frau Ludwig-Bernshausen, Sie haben den Rosengarten auf dem alten Friedhof aus der Taufe gehoben. Wie kamen Sie auf die Idee, und seit wann gibt es den Rosengarten?
Antje Laues-Oltersdorf: Wir sammeln beide schon seit vielen Jahren Rosen, und irgendwann waren unsere eigenen Gärten dicht bepflanzt.

vc Erndtebrück. Ein privates Vorhaben auf öffentlichem Raum, das weit über Wittgenstein hinaus bekannt ist: Antje Laues-Oltersdorf und Renate Ludwig-Bernshausen haben das Projekt „Rosengarten Alter Friedhof“ in Erndtebrück ins Leben gerufen und seitdem mit Herzblut begleitet. Die beiden Erndtebrückerinnen sind stets auf der Suche nach neuen Rosen und helfenden Händen.

Frau Laues-Oltersdorf und Frau Ludwig-Bernshausen, Sie haben den Rosengarten auf dem alten Friedhof aus der Taufe gehoben. Wie kamen Sie auf die Idee, und seit wann gibt es den Rosengarten?
Antje Laues-Oltersdorf: Wir sammeln beide schon seit vielen Jahren Rosen, und irgendwann waren unsere eigenen Gärten dicht bepflanzt. Unsere Sammelleidenschaft war aber noch lange nicht befriedigt, deshalb haben wir ein Gelände gesucht, wo wir uns richtig austoben konnten. Wir waren dann sehr froh, dass wir von der evangelischen Kirche die Erlaubnis bekamen, auf einer Teilfläche des alten Friedhofs einen Rosengarten anzulegen. Im April 2013 konnten wir loslegen.

Historische und frostharte Rassen

Wie wählen Sie die gepflanzten Arten aus, und wieweit erhalten Sie dadurch alte, in Europa ansässige Rosenarten?
Renate Ludwig-Bernshausen: Unser Interesse liegt vor allem bei den historischen Rosen und sehr frostharten Wildrosenabkömmlingen. Viele davon sind sehr selten im Handel oder auch nur noch über private Kontakte zu bekommen. Indem wir diese Rosen anpflanzen und zeigen, wie schön sie sich auch im rauen Wittgensteiner Klima entwickeln, wollen wir Rosenfreunde überzeugen, sich diese Sorten in ihre eigenen Gärten zu holen. Viele der modernen Sorten werden jedes Jahr weniger, sind krankheitsanfälliger und bringen auf Dauer eher Frust als Freude. Bei den historischen Rosen ist das genau umgekehrt und der Duft ist unvergleichlich.

Es summt und brummt

Rosen sind sicherlich schön anzusehen – nutzt der Rosengarten auf dem alten Friedhof auch den heimischen Insekten?
Antje Laues-Oltersdorf: Auf jeden Fall. Der Rosengarten Alter Friedhof ist ja keine Monokultur, sondern wir haben auch viele insektenfreundliche Stauden angepflanzt. Im Frühling gibt es auf dem ganzen Friedhofsgelände Unmengen von Frühblühern, die von uns im Bereich des Rosengartens immer noch ergänzt werde, zum Beispiel durch eine Fläche mit Wildnarzissen, die dort verwildern sollen. Die Rosen selbst produzieren zwar kaum Nektar, dafür aber Pollen, der eine wichtige Eiweißnahrung für die Aufzucht junger Insekten ist. Wir haben sehr viele halbgefüllte und ungefüllte Rosen gepflanzt, und da summt und brummt es während der Blütezeit.

Kontakte nach ganz Deutschland

Tauschen Sie sich mit anderen Rosenfreunden aus?
Renate Ludwig-Bernshausen: Ja natürlich. Wir haben seit vielen Jahren Kontakte mit Sammlern historischer Rosen in ganz Deutschland. In den ersten Jahren unserer Rosenliebe waren wir in Rosenforen sehr aktiv. Dadurch haben wir viel gelernt, und es sind etliche tolle Freundschaften entstanden. Einige von ihnen haben uns auch schon sehr bei der Anlage des Rosengartens unterstützt, indem sie uns Ausläufer ihrer Rosen oder doppelte Exemplare geschickt haben. Eine Forenfreundin mit eigenem Rosenhandel hat uns zum Beispiel mit 67 zum Teil sehr seltenen Containerrosen unterstützt. Sehr viele unserer Rosen stammen von einem Freund mit einer eigenen kleinen Rosenschule. Und es finden natürlich auch immer mal wieder persönliche Treffen statt, auch hier vor Ort auf dem Alten Friedhof.

Welche Projekte haben Sie für dieses Jahr im Fokus?
Antje Laues-Oltersdorf: In erster Linie geht es uns darum, den Rosengarten zu pflegen, dann werden wir weiter Rankgerüste schweißen und Rasenkantensteine verlegen. Wenn es die Corona-Lage zulässt würden wir uns gerne an kulturellen Veranstaltungen beteiligen, zum Beispiel im Rahmen der Reihe Spiritueller Sommer. Natürlich bieten wir auch wieder Führungen durch den Rosengarten und Beratungen sowie die Vermittlung von Rosenschätzen an.

Können interessierte Gartenfreunde auch mithelfen, wenn sie keine Experten in Sachen Rosen sind?
Renate Ludwig-Bernshausen: Wir sind ja nur zu zweit und würden uns sehr über Mithelfer freuen, gerne auch über Rosenfreunde, die sich dauerhaft engagieren möchten. Dabei ist Vorwissen überhaupt nicht wichtig, wir haben ja auch mal ganz unwissend angefangen. Wer keine Scheu vor körperlicher Arbeit hat und davor, sich auch mal schmutzig zu machen, ist herzlich bei uns willkommen.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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