Ostendorff: „Regional ist das kommende Thema“

Betriebsbesichtigung in Birkefehl: (v. l.) Florian Kraft, Siegfried Ostendorff, Katharina Treude, Siegfried Treude und Almut Treude-Krönert.  Foto: vö
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Birkefehl.  Bündnis 90/Die Grünen geben sich im Hinblick auf die NRW-Landtagswahl am Sonntag, 9. Mai, kämpferisch und zugleich selbstbewusst. Und sind dabei, ein Wählerpotenzial zu erschließen, „bei dem uns vor einigen Jahren auch nicht der Hauch einer Chance prognostiziert worden wäre“, räumte Friedrich Ostendorff gestern Nachmittag beim Pressegespräch offen ein.

Der Bio-Landwirt aus Bergkamen im östlichen Ruhrgebiet sitzt für die Öko-Partei im Bundestag und ist zugleich der landwirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. Gestern war er gemeinsam mit dem hiesigen Landtagskandidaten Florian Kraft im Wittgensteiner Land unterwegs. Beide besuchten den landwirtschaftlichen Betrieb von Siegfried Treude im Erndtebrücker Ortsteil Birkefehl - auf Initiative des Grünen-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein und des Ortsverbandes Erndtebrück.

Ostendorff fand klare Worte an die Adresse der schwarz-gelben Bundesregierung, die es offenbar mit allen Mitteln nur darauf anlege, die deutsche Landwirtschaft exportorientiert zu machen. Schon heute produziere Deutschland mehr Fleisch als die Bevölkerung benötige, argumentierte der Bundespolitiker. Wie sich das Wachstumsvorhaben der Bundesregierung mit den Klimazielen vereinbaren lasse, bleibe ihm ein Rätsel. Unverständlich auch die Tatsache, dass es enorme Fördergelder gebe, wenn Landwirte noch größere Ställe bauten als bisher.

Die Grünen stünden statt dessen für das Leitbild der bäuerlichen Landwirtschaft. Eines, das beispielsweise die Milchproduktion begrenze, damit Übwerkapazitäten nicht zum Preisverfall führten. Ganz aktuell sei der Butterpreis von großen Handelsketten wieder gesenkt worden: „Das stellt Landwirte vor ganz schwere Zeiten, gerade in benachteiligten Regionen wie dem Wittgensteiner Land.“

Ostendorff warb in diesem Zusammenhang für eine Stärkung der kleinen Betriebe: „Regional ist das kommende Thema, neben Bio und fair gehandelter Milch.“Genau daran knüpfte Landtagskandidat Florian Kraft an, der befürchtete, dass die zunehmende Exportorientierung gerade den Betrieben in der Region „das Genick brechen kann“. Ziel müsse es sein, die kleineren Erzeuger nachhaltig zu stärken - zum Beispiel mit Hilfe einer Vermarktungsinitiative. Als Beispiel nannte Kraft das Rote Höhenvieh in Wittgenstein, das für eine Integration von Landwirtschaft und Naturschutz stehen könne. Naturnaher Tourismus sei ein weiteres Stichwort, in das sich die Landwirtschaft einklinken könne.Gastgeber Siegfried Treude, der in Birkefehl einen Hof mit 100 Stück Vieh im Haupterwerb betreibt, brachte seine Forderung nach alternativer Energie zum Ausdruck: „Wir müssen runter von den hohen Energiekosten. Wir benötigen Biogasanlagen oder Windkraftanlagen.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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