Osterball zurück zu den Wurzeln

Birkelbacher haben Konzept ihrer Veranstaltung umgestellt / Diesmal aber nur 600 Gäste

schn Birkelbach. Fast 30 Jahre gibt es den Osterball des Schützenvereins Birkelbach. Über die Jahre entwickelte sich die Veranstaltung immer mehr zu einem Konzert, mit wenig ansprechender Atmosphäre – wie einige Spötter meinten. Dem wollen die Organisatoren entgegen wirken, zurück zu den Wurzeln heißt die Devise. Bierzeltgarnituren wurden am Sonntag in der Mehrzweckhalle aufgestellt und bunte Lichterketten aufgehängt. Der Verein sah sich zu diesen Maßnahmen gedrängt, da schon seit einigen Jahren die Besucherzahlen kontinuierlich zurück gingen. Nicht nur in Birkelbach, sondern überall.

Also sollen die finanzkräftigeren Jahrgänge angesprochen werden, die naturgemäß im gesetzeren Alter zu finden sind. »Der Altersschnitt soll schon höher liegen als noch vor einigen Jahren«, so Matthias Krüger, Kassenwart des Schützenvereins. Erfahrungen anderer Veranstalter zeigten, dass das Klientel von Mitte 20 bis Anfang 30 durchaus zu mobilisieren sei. Doch solche Entwicklungen benötigten Zeit. Im Vorverkauf und an der Abendkasse wurden diesmal rund 600 Karten für den Osterball abgesetzt. Ein Publikum dieser Größenordnung brauche eine solche Veranstaltung schon, um tragfähig zu sein, erklärt Krüger.

»Da kann man sich vorstellen, dass mir um Acht ganz schön die Pumpe ging«, fügt Wolfgang Menn an, zweiter Mann im Schützenverein. Gegen 20 Uhr war die Halle noch recht dünn besetzt. Menn räumt ein, dass er als klassischer Biertrinker am Anfang gegen eine Longdrinkbar gewesen sei. »Die Leute trinken Bier und der Aufwand lohnt sich nicht«, so sein früherer Standpunkt. Doch er musste einsehen, dass sich die Trinkgewohnheiten stark verändert haben. Viele Biermischgetränke gehen heute über die Theke und ebenso Mixgetränke mit Spirituosen.

Dementsprechend ist der Umsatz mit Cola nach oben gegangen und der von Bier zurück. Da Longdrinkbar und Bestuhlung sehr gut angenommen werden, fällt deutlich auf, dass immer weniger Leute die Tanzfläche nutzen. Matthias Krüger: »Bar voll, Tische voll, Tanzfläche leer!« Mit den »Ederrebellen« soll sich das wieder ändern. Die Formation, die sich aus der Feuerwehrkapelle Dodenau rekrutiert, spielt Musik quer Beet, vieles davon lädt zum Tanzen ein. So soll es auch nach dem Willen der Ausrichter sein. Positiver Nebeneffekt, die Band allein sorgt schon bei manchem Besucher für Frohsinn, da die Gruppe nicht eben unbekannt ist.

Das Konzept des Osterballs ist auf die neue Zielgruppe abgestimmt, die muss nun nur noch kommen. Matthias Krüger sieht die Sache pragmatisch: »Wenn die Leute, die da sind, ihren Spaß haben, dann sind wir zufrieden!« Damit die Gäste ihren Spaß hatten, bot der Schützenverein rund 40 Helfer auf, viele davon aus der Jugend des Vereins. Wolfgang Menn dazu: »Ich muss den jungen Leuten einen riesigen Dank aussprechen.« Gemeint war die Bereitschaft, einen ganzen Feiertag für den Verein zu opfern und so die Vereinsarbeit tatkräftig zu unterstützen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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