Päpstlicher Orden für zwei Christen

Katholische Kirche Erndtebrück würdigte Hildegard Süßmuth und Alois Rupprecht

sz Erndtebrück. In der Christus König Kirche in Erndtebrück wurde jetzt zwei Christen, Hildegard Süßmuth und Alois Rupprecht, eine besondere Auszeichnung zuteil: Der höchste Orden, der vom Papst für ehrenamtliches Engagement in der Kirche verliehen wird. Im Hochamt vom Erntedanksonntag wurde die Ehrung vorgenommen. Alois Rupprecht wurde am 14. Mai 1907 in Wölfelsdorf, Grafschaft Glatz, geboren. Von seiner Erstkommunion am 15. April 1917 besitzt er noch eine Urkunde. Die Firmung empfing Alois Rupprecht durch den Prager Bischof. Die kirchliche Hochzeit mit Martha Volkmer war am 21. September 1937 in Bad Landeck. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Alois Rupprecht wurde 1940 in die Wehrmacht eingezogen, geriet im Januar 1941 in amerikanische Gefangenschaft bei Pisa (Italien) und kehrte im Januar 1947 zurück. Am 14. September 1946 kam sein Sohn Paul mit den Großeltern nach Erndtebrück.

Die Familie wohnte zuerst an der Grimbachstraße in einem Behelfsheim mit zwei Zimmern und einem undichten Dach. So entschloss sich der Maurer Alois Rupprecht, ein Haus zu bauen. 1957 begann dann der Bau des Hauses, das im Juni 1959 fertig war. Bis auf den Keller wurde alles in Eigenleistung erstellt. Wichtig war ihm die unmittelbare örtliche Nähe zur katholischen Kirche, die ebenfalls seine kostenlose Tatkraft erfuhr. Von 1952 bis 1954 wurde die neue Kirche erbaut. Tagsüber arbeitete Alois Rupprecht in der Baufirma Hülsa, abends dann für die Kirche. Bei diesen Baumaßnahmen suchte der damalige Pfarrer Krafczyk Kirchenvorstandsmitglieder. So kann sich Alois Rupprecht noch gut erinnern, dass der Pfarrer zuerst mit einer Flasche Schnaps kam, um dann mit dem Anliegen das Amt anzutragen. Von da an bis 1973 war Alois Rupprecht im Kirchenvorstand. Später setzte dann Sohn Paul dieses Ehrenamt fort.

Alois Rupprecht hat sich zeitlebens für die Kirche und die Gemeinde verantwortlich gefühlt. Daher fegte er den Kirchplatz seit Pfarrer Krafczyks Zeiten bis heute. Nie wollte er dafür irgend eine Bezahlung. Bis heute hat Alois Rupprecht an den Sonn- und Werktagen in der Kirche seinen festen Platz. Er ist in der Gemeinde hoch geachtet. Hildegard Süßmuth, geb. Kunschke, wurde am 30. November 1919 in Altlomnitz geboren. Am 27. April 1930 war die Erstkommunion. Die Firmung erfolgte durch den Prager Bischof. Sie heiratete kirchlich am 12. September 1940 Bruno Süßmuth, der 1944 in Frankreich gefallen ist. Erst 13 Jahre später erhielt sie die sichere Todesmeldung. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Die Kirchengemeinde wurde nach dem Krieg durch die Vertriebenen gegründet. Mit den Schlesiern kam auch ein Pfarrer aus den Ostgebieten mit. Die Gemeinde wurde also komplett neu aufgebaut.

Im Gedächtnis der Gläubigen ist sie als einsatzfreudig von Anfang an bekannt. Sie machte Hausbesuche, gestaltete die Pfarrcaritas, für Hilfsbedürftige war sie immer da. Wenn in der Gemeinde Aktivitäten waren, dann fand man sie immer in der Küche, was noch heute der Fall ist. Zu ihren weiteren Aktivitäten zählen die Seniorenstube, die sie bis heute leitet. Als im Jahr 1976 die Caritaskonferenz Erndtebrück gewählt wurde, übertrug man Hildegard Süßmuth den Vorsitz, ohne allerdings einen kompletten Vorstand zu wählen. Bis 2001 leitete und verwaltete sie die Caritaskonferenz allein und vorbildlich.

Alljährlich findet in der Gemeinde ein Osterfrühstück statt. Dafür steht Hildegard Süßmuth dann schon um 4 Uhr in der Pfarrküche. Ebenfalls hat sie ihren Stammplatz an Sonn- und Werktagen in der Kirche. Hildegard Süßmuth gehört zu den Personen, die eine Kirchengemeinde durch ihr Beispiel aufbauen und tragen. Sie ist von allen anerkannt und hochgeachtet.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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