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Zentrum für Atemwegserkrankungen in Erndtebrück
Praxis bleibt auch nach Corona

Das Zentrum zur Diagnostik und Behandlung von Atemwegsinfektionen in den Ederarkaden hat sich aus Sicht von Dr. Oliver Haas bewährt – und soll zur dauerhaften Institution in Erndtebrück avancieren. Es zieht innerhalb des Gebäudes bald um.
  • Das Zentrum zur Diagnostik und Behandlung von Atemwegsinfektionen in den Ederarkaden hat sich aus Sicht von Dr. Oliver Haas bewährt – und soll zur dauerhaften Institution in Erndtebrück avancieren. Es zieht innerhalb des Gebäudes bald um.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

tika Erndtebrück. Vor einigen Wochen stand die Gemeinde Erndtebrück einmal mehr mit weißer Weste da. Kein einziger registrierter Corona-Fall tauchte in der Statistik auf. Das hat sich inzwischen geändert, wenngleich sich die Zahlen im kreisweiten Vergleich weiterhin auf einem niedrigen Niveau befinden. Dennoch hat die Pandemie für die Edergemeinde weitreichende Folgen – allerdings positiver Natur.
Im April hatte die Gemeinschaftspraxis Haas/Röhl das Zentrum zur Diagnostik und Behandlung von Atemwegsinfektionen in den Ederarkaden in Erndtebrück eröffnet. Ziel war es, den Patientenstrom dahingehend zu kanalisieren, potenzielle Corona-Patienten von Patienten mit gänzlich anderen Symptomen zu trennen.

tika Erndtebrück. Vor einigen Wochen stand die Gemeinde Erndtebrück einmal mehr mit weißer Weste da. Kein einziger registrierter Corona-Fall tauchte in der Statistik auf. Das hat sich inzwischen geändert, wenngleich sich die Zahlen im kreisweiten Vergleich weiterhin auf einem niedrigen Niveau befinden. Dennoch hat die Pandemie für die Edergemeinde weitreichende Folgen – allerdings positiver Natur.
Im April hatte die Gemeinschaftspraxis Haas/Röhl das Zentrum zur Diagnostik und Behandlung von Atemwegsinfektionen in den Ederarkaden in Erndtebrück eröffnet. Ziel war es, den Patientenstrom dahingehend zu kanalisieren, potenzielle Corona-Patienten von Patienten mit gänzlich anderen Symptomen zu trennen. Auf diese Weise wollten die Verantwortlichen nicht nur für ein subjektiv sichereres Gefühl beim Besuch des Hausarztes sorgen, sondern objektiv auch das Infektionsrisiko minimieren. „Das Zentrum hat sich massiv bewährt“, erklärte Dr. Oliver Haas am Montag im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Daher soll das Zentrum eine dauerhafte Institution in Erndtebrück sein – auch nach dem Ende der Pandemie.

Praxis für Atemwegsinfektionen bleibt - aber gegenüber

„Corona geht vorbei, aber auch künftig wird es Grippewellen und Influenza geben. Wir wollen diese Patienten künftig von anderen, beispielsweise von denen mit Herzkrankheiten, trennen. Deshalb richten wir uns dauerhaft mit EKG, Lungenfunktionstest und Ultraschall ein“, erläuterte Dr. Oliver Haas. Das Zentrum allerdings zieht um – in die gegenüberliegenden Räumlichkeiten des Hörstudios Groß. Praxis und Studio tauschen die Räumlichkeiten. Noch bis Freitag, 18. Dezember, ist das Zentrum in den bisherigen Räumlichkeiten angesiedelt, übergangsweise dann in den derzeit leerstehenden Räumen in den Ederarkaden – ehemals Firma Althaus – direkt nebenan und ab Montag, 4. Januar, dann dauerhaft in denen, in denen sich das Hörstudio derzeit noch befindet. Damit ist auch „zwischen den Jahren“ eine durchgängige Testung gewährleistet, das zuständige Labor hat zugesagt, Ergebnisse weiterhin „sehr zeitnah“ mitzuteilen.
„Wir wollen das Ansteckungsrisiko auch nach Corona gering halten und die Patienten anders kanalisieren als vor der Pandemie. In der Hauptpraxis hustet oder schnupft niemand“, erklärte der Mediziner seine Intention. Seit Eröffnung des Zentrums haben die Verantwortlichen in der Zweigstelle der Gemeinschaftspraxis insgesamt 3500 Patienten nach einem standardisierten Verfahren getestet – dazu zählte stets auch ein Corona-Test. Rund 50 Menschen davon waren positiv.
„Husten, Geschmacks- und Geruchsstörung oder Fieber – diese Symptome hatte fast niemand. Halsschmerzen und Schnupfen waren die häufigsten Symptome der positiv Getesteten“, erklärte Dr. Oliver Haas vielsagend. Gerade dies belege, dass deutlich häufiger hätte getestet werden müssen. „Wir hätten einen erneuten Lockdown verhindern können, wenn wir flächendeckend solche Zentren aufgebaut hätten. Das habe ich schon im August gesagt. Wir hätten die Strategie von Anfang an so wählen müssen, dass wir alle Menschen mit Symptomen sofort testen.“ Dass ein entsprechendes Zentrum zur Diagnostik und Behandlung von Atemwegsinfektionen in Erndtebrück eröffnet habe, sei ein Privileg, dessen sei er sich bewusst – und schon aufgrund der räumlichen sowie personellen Gegebenheiten für nicht jede Hausarztpraxis möglich.

Zweite Corona-Welle keine Überraschung

Aber: „Eigentlich müsste das überall der Fall sein. Dass das nicht geht, ist mir natürlich klar. Aber man hätte über den Sommer dafür wirklich die entsprechenden Strukturen aufbauen müssen. Die Leute mit Symptomen müssen ausgelagert werden, damit sie überhaupt nicht erst in Kontakt mit anderen Patienten in den Praxen kommen.“ Dass eine zweite Corona-Welle unter den letztlich gegebenen Bedingungen weltweit im Herbst auf die Menschen zukommt, hatten führende Virologen – unter anderem Prof. Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité – bereits im Frühsommer prognostiziert. Eine Überraschung ist diese zweite Welle also nicht.
„Hausärzte wollen natürlich ihre Patienten schützen. Deshalb wenden viele die Krücke der telefonischen Krankschreibungen an. Das Problem ist aber, dass diese Patienten nicht getestet werden – sie sind krankgeschrieben, befinden sich aber nicht in Quarantäne und dürfen sich damit weiterhin frei bewegen“, bemängelte Dr. Oliver Haas. Seine Gemeinschaftspraxis wendet das Mittel telefonischer Krankschreibungen daher mitnichten an. „Erst wenn ein Test gemacht wurde, schreiben wir krank“, konstatierte der Allgemeinmediziner – aus seiner Sicht einer der Gründe, „warum wir in Erndtebrück bislang gut weggekommen sind“. Am Montag gab es noch zehn nicht gesundete Fälle in der Edergemeinde, seit Beginn der registrierten Testungen gab es 54 Fälle insgesamt. „Meist waren dies Patienten mit milden Verläufen“, berichtete der Mediziner.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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