Planungsradtour durch Erndtebrück
Radfahrspuren wie in Vormwald angeregt

Das Erndtebrücker Rathaus war der Start für die Planungsradtour, mit der weitere Ideen und Hinweise für das künftige Radverkehrskonzept in Wittgenstein gefunden werden sollten.
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  • Das Erndtebrücker Rathaus war der Start für die Planungsradtour, mit der weitere Ideen und Hinweise für das künftige Radverkehrskonzept in Wittgenstein gefunden werden sollten.
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bw Erndtebrück. Raus aus dem Auto und rauf aufs Fahrrad: Was bisher nur für Freizeitaktivitäten galt, soll künftig auch in Wittgenstein vermehrt zum Alltag werden. Ob der Weg zur Arbeit oder der kleine Einkauf: Gerade durch den E-Bike-Trend ist das für immer mehr Menschen eine echte Alternative. In Zeiten, in denen das Benzin immer teurer wird, dürfte ferner die Kostenersparnis ein Faktor sein. Um indes häufiger aufs Zweirad umzusteigen, braucht es natürlich entsprechende Radwege und -verbindungen. Neben dem Kreis hat sich auch der Zweckverband Region Wittgenstein auf den Weg gemacht und lässt momentan ein Radverkehrskonzept erstellen.

Wenige Teilnehmer, gute Diskussion

Mit der Planungsradtour durch Erndtebrück stand in der Edergemeinde am Freitag ein wichtiger Zwischenschritt an: Vertreter des Zweckverbands, der Gemeindeverwaltung und der Planersocietät Dortmund machten sich mit einigen radfahrbegeisterten Bürgern auf den Weg durch den Kernort. Die Resonanz war (zugegebenermaßen) ausbaufähig, Bürgermeister Henning Gronau freute sich hinterher freilich über eine konstruktive Diskussion in guter Atmosphäre. „Die Teilnehmer haben viele Hinweise gegeben“, erklärte der Rathaus-Chef im SZ-Gespräch. Anregungen, die in die Planungen einfließen.
Ein gutes Beispiel: Radfahrspuren, wie es sie unter anderem in Vormwald gibt, sucht man in Erndtebrück bislang vergebens.

Markierung gibt Radfahrern Sicherheit

So eine farbliche Markierung könne für mehr Sicherheit für Radfahrer auf den klassifizierten und viel befahrenen Straßen innerorts sorgen, meinte Henning Gronau. Auch für Autofahrer könnten sie eine Orientierungshilfe sein, um beim Überholen eines Radfahrers mehr Abstand zu halten. „Diese Streifen wären ja eigentlich überall machbar“, sagte Henning Gronau. Auf die Weise könnte mit wenig Aufwand sehr viel erreicht werden.

Wirtschaftswege für Radler öffnen

Echter Pluspunkt im Gemeindegebiet von Erndtebrück ist das relativ dichte Wirtschaftswegenetz, wobei es gar nicht überall zulässig ist, dass Radfahrer einen solchen Weg nutzen dürfen. Hier sei eine Aufhebung des offiziellen Verbots, das eigentlich ohnehin fast niemand kennt, notwendig, wie Johannes Schaub von der Planersocietät Dortmund betonte. Ein zweiter Punkt für die To-do-Liste der Gemeinde: Mehr Parkplätze für Räder in Erndtebrück wären erforderlich.

Zwei verschiedene Radwegenetze

Hinzu kommt dann die Frage: Wo muss etwas getan werden? Welche Wege müssen dringend saniert oder ausgebaut werden, damit sie für die Radfahrer attraktiver werden? Ziel sind zwei verschiedene Radwegenetze, die stellenweise erheblich differieren können: das eine für eine Alltagsmobilität mit dem Fahrrad, das andere für Freizeit- und Tourismuszwecke. „Die Radwege sind ein Thema“, hob Henning Gronau hervor, „das immer wichtiger wird.“ In Erndtebrück ist vor allem die Verzahnung mit dem Wirtschaftswegekonzept von großer Bedeutung. Nicht von ungefähr stehen in diesem Jahr die Herstellung der beiden Wirtschaftswege in der Verlängerung der Berliner Straße Richtung Versuchsgut sowie von Schameder ins Industriegebiet Jägersgrund im Haushaltsplan, denn die beiden Wege werden eben auch sehr häufig von Radfahrern genutzt.

Verbindung vom Parkplatz zur Berliner Straße

Bei der Berliner Straße kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Dieser Weg wird in Zukunft offizieller Teil des Ederradwegs, sobald die neue Anbindung vom Park-and-Ride-Parkplatz hinauf zur Berliner Straße hergestellt wurde. Den Teilnehmern schien die Planung noch nicht so bekannt gewesen zu sein, meinte Henning Gronau und verriet: „Von dieser neuen Anbindung vom Parkplatz am Bahnhof zur Berliner Straße waren alle Teilnehmer angetan.“ Der Radweg verläuft hier künftig zunächst parallel zur Bahnstrecke vom Ende des Parkplatzes aus und wird dann rauf auf den Wirtschaftsweg geführt. Dies erspart die Fahrt durch das Industriegebiet.
In Erndtebrück bestehen bereits einige Wege zwischen den Ortschaften, die künftig verstärkt für Radverkehr genutzt werden sollen. Erste Grundzüge des Konzepts stellt Johannes Schaub am Mittwoch in der Sitzung des Gemeinderates vor.

Das Erndtebrücker Rathaus war der Start für die Planungsradtour, mit der weitere Ideen und Hinweise für das künftige Radverkehrskonzept in Wittgenstein gefunden werden sollten.
Das Fahrrad ist für immer mehr Menschen eine echte Alternative zum Auto.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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