Hoffen auf Ortsumgehungskette
Route 57 bekommt eigenes Sprachrohr

Bisher war die Route 57 vor allem in Form von Aufklebern sichtbar. Jetzt kommt eine Website dazu.
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  • Bisher war die Route 57 vor allem in Form von Aufklebern sichtbar. Jetzt kommt eine Website dazu.
  • Foto: Björn Weyand
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sz/bw Kreuztal/Erndtebrück. Kritik wurde in den vergangenen Wochen in der Kommunalpolitik, gerade in Erndtebrück, laut angesichts des Eindrucks, dass es bei der Planung für die Ortsumgehungskette Route 57, die den Wittgensteiner Raum besser an die Autobahn anbinden soll, kaum Fortschritte gebe. Vielleicht ging der Landesbetrieb Straßen NRW auch deswegen am Donnerstag in die Offensive. Eine Pressemitteilung sollte dabei der Startschuss sein für eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung rund um den Streckenzug B 508/B 62, die geplante Straßenbaumaßnahme von Kreuztal über Hilchenbach bis Erndtebrück-Leimstruth.

Eigene Website für die "Route 57"

„Es handelt sich um ein anspruchsvolles Projekt mit einer langen Historie“, erklärt Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen. „Umso wichtiger ist uns, die bisherigen Planungen transparent zu machen, indem die Informationen dazu aktuell und leicht zugänglich sind.“ Um das bisherige Angebot zu unterstützen, gibt es ab sofort eine Internetseite unter der Adresse www.57-verbinden.de. Dort sind laut Pressemitteilung von Straßen NRW alle wichtigen Hintergründe gebündelt und die Möglichkeiten der weiteren Beteiligung dargestellt.
Die Planungsbehörde hat dieses Bauprojekt auf den Namen „57-verbinden“ getauft – der Name setzt sich zusammen aus dem Postleitzahl-Gebiet und dem Ziel, die Region besser miteinander zu verbinden. Das Projekt sei durch den Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen vorgegeben, wo die Ortsumgehungen als „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft sind. Das bedeute, dass der Landesbetrieb einen uneingeschränkten Planungsauftrag für diese Maßnahme habe, die in sechs einzelnen Teilprojekten geplant sei. „Bei einem Projekt dieses Umfangs müssen wir sehr viel Sorgfalt walten lassen“, sagt Ludger Siebert und wirbt um Verständnis, dass viele Aspekte intensiv aufbereitet werden müssen.
„Straßenbau und -planung sind sehr komplex. Es müssen viele Hintergründe berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise umfangreiche Umweltverträglichkeitsstudien, Artenschutzprüfungen oder Varianten- und Verkehrsuntersuchungen. All das ist zwingend notwendig, damit unsere Planung rechtssicher ist.“ Dabei handele es sich um Prozesse, die meist im Hintergrund ablaufen und für die Öffentlichkeit nicht direkt sichtbar seien. Umso wichtiger sei es, die Arbeiten transparent zu machen. „Es sind schon viele Prozesse passiert und angestoßen – und wir bleiben dran“, betont der Niederlassungsleiter.

Kommunikationsbüro soll "Route 57"-Beteiligung unterstützen

Unterschiedliche Interessen müssten in diesem Fall berücksichtigt werden. Allein durch die geografische Lage von Kreuztal über Hilchenbach bis Erndtebrück zeichnen sich viele Betroffenheiten ab. Deshalb ist für „57-verbinden“ eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. „Bei größeren Projekten wie diesem gibt es immer unterschiedliche Interessen, die wir bei der Straßenplanung berücksichtigen müssen“, sagt Projektleiter Winfried Behle. „Umso wichtiger ist es, diese verschiedenen Sichtweisen zu kennen, damit wir uns im Planungsprozess dazu austauschen können. Schließlich sind wir gemeinsam am bestmöglichen Lösungsweg interessiert.“ Leider macht die Corona-Pandemie auch vor den Beteiligungsverfahren für „57-verbinden“ nicht Halt.
„Momentan ist es nicht möglich, Beteiligungstermine oder Workshops in Präsenz vor Ort durchzuführen, wie wir es ursprünglich natürlich geplant hatten“, bedauert der Projektverantwortliche. „Aber wir brauchen den gemeinsamen Dialog, um wichtige Erkenntnisse für unsere Arbeit zu gewinnen. Deshalb werden wir auf Online-Angebote wie zum Beispiel Videokonferenzen zurückgreifen.“ Unterstützung bekommt der Landesbetrieb dabei vom Kommunikationsbüro Zebralog, das den Dialogprozess begleitet.
Der Auftakt des Beteiligungsverfahrens findet am 18. März online als Stakeholder-Workshop statt. Dazu wurden Interessenvertreter der Region eingeladen, die verschiedene Standpunkte und Betroffenheiten durch die Planungen haben. Weitere Veranstaltungen wie Dialogforen oder Infomessen sind im Laufe des Jahres geplant, wobei die Pandemie entscheiden wird, ob entweder Online- oder Präsenzformate stattfinden. Auf der Projektseite www.57-verbinden.de und mit Pressemitteilungen werde Straßen NRW aktuell darüber informieren.

Bisher war die Route 57 vor allem in Form von Aufklebern sichtbar. Jetzt kommt eine Website dazu.
Der Streckenzug von Kreuztal über Hilchenbach bis nach Erndtebrück setzt sich unter dem Namen „Route 57“ aus sechs Teilprojekten zusammen: vier Ortsumgehungen und zwei Ausbaumaßnahmen, wovon eine bereits fertig gestellt ist. Die Grafik zeigt einen möglichen Verlauf der Trasse.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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