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Kommunalwahl (mit Kommentar)
Rückenwind für Henning Gronau in Erndtebrück

Henning Gronau (r. vorne) ist und bleibt Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück. Mit ihm freuten sich seine Frau Nina und die Genossen der SPD.
  • Henning Gronau (r. vorne) ist und bleibt Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück. Mit ihm freuten sich seine Frau Nina und die Genossen der SPD.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Erndtebrück. Die Stimmung im SPD-Büro an der Bergstraße war am Sonntagabend zu einem frühen Zeitpunkt schon sehr gelöst. Mit jeder Schnellmeldung stieg die Freude – denn frühzeitig war klar: Henning Gronau bleibt Bürgermeister in Erndtebrück. Mehr noch: Die 75,63 Prozent sind starker Rückenwind für den Amtsinhaber. Gronau erhielt insgesamt 3069 Stimmen.
Der alte und neue Rathauschef strahlte entsprechend und fand das Ergebnis selbst „unglaublich“. Natürlich habe die SPD und er selbst auch die Hoffnung gehabt, dass er wiedergewählt werde und die Partei auch weiter eine gewichtige Rolle im Rat spielen werde. „Aber das ist eine ganz tolle Überraschung und eine Bestätigung“, sagte der Bürgermeister.

bw Erndtebrück. Die Stimmung im SPD-Büro an der Bergstraße war am Sonntagabend zu einem frühen Zeitpunkt schon sehr gelöst. Mit jeder Schnellmeldung stieg die Freude – denn frühzeitig war klar: Henning Gronau bleibt Bürgermeister in Erndtebrück. Mehr noch: Die 75,63 Prozent sind starker Rückenwind für den Amtsinhaber. Gronau erhielt insgesamt 3069 Stimmen.
Der alte und neue Rathauschef strahlte entsprechend und fand das Ergebnis selbst „unglaublich“. Natürlich habe die SPD und er selbst auch die Hoffnung gehabt, dass er wiedergewählt werde und die Partei auch weiter eine gewichtige Rolle im Rat spielen werde. „Aber das ist eine ganz tolle Überraschung und eine Bestätigung“, sagte der Bürgermeister. Jeder einzelne Wahlkreiskandidat habe wochenlang geackert, deshalb ging ein Dank an das Wahlkampfteam der Sozialdemokraten. Ein weiterer Dank ging an seine Familie, die ihn nicht nur in den vergangenen Wochen, sondern auch in den fünf Jahren seiner ersten Amtszeit stark unterstützt habe. Und noch ein weiterer Dank ging an die Wähler: Eine Beteiligung von über 70 Prozent sei stark, „das gibt dem Ergebnis noch etwas mehr Gewicht“, meinte der Verwaltungsleiter.

Kommentar: Ein Sieg des Favoriten Dass Henning Gronau Bürgermeister in Erndtebrück bleibt, ist keine allzu große Überraschung. Vor fünf Jahren hatte er, damals noch mehr oder weniger unbekannt, schon im ersten Wahlgang gegen drei Gegner – darunter der frühere Bürgermeister Heinz-Josef Linten und der Beigeordnete Thomas Müsse – triumphiert und die 50-Prozent-Hürde übersprungen. Jetzt hatte er sogar noch den Amtsbonus im Rücken, war also Favorit. Fehler (so etwa die Entlassung eines Bauhofmitarbeiters wegen Hackschnitzeln, unangemeldete Bauarbeiten auf einem Privatgrundstück im Pulverwald) sind nicht an ihm haften geblieben. Vielmehr sind viele Entwicklungen positiv. Deswegen hatte es Steffen Haschke sehr schwer, sich als echte Alternative präsentieren zu können: Ihm fehlten letztlich die Punkte, an denen er – der viele Entscheidungen im Rat mitgetragen hat – hätte Kritik üben und den Amtsinhaber angreifen können. Zudem war es für den CDU-Mann nicht so einfach, gegen die populäre Haltung des Amtsinhabers zum Thema KAG anzukommen. Dabei wird die Gemeinde früher oder später mit der Regelung agieren müssen, denn ob sich nach der nächsten Landtagswahl die Mehrheitsverhältnisse ändern und das KAG abgeschafft wird, ist stark zu bezweifeln. Die Abteilung „Attacke“ konnte Michael Schnell kräftiger bedienen als Steffen Haschke, ihm fehlte es jedoch an Wahlkampfhelfern, um mehr als die 10 Prozent holen zu können. Unter dem Strich setzen die Erndtebrücker also auf Kontinuität und geben ihrem Bürgermeister kräftigen Rückenwind. Gleichwohl hat Henning Gronau eine schwierige zweite Amtszeit vor sich. Erndtebrück muss in den nächsten Jahren seinen Haushalt nachhaltig konsolidieren. Dazu werden vermutlich auch schwierige und unpopuläre Entscheidungen zu treffen sein.

Miese Stimmung bei der CDU in Erndtebrück

Im Moment des Triumphs dachte Henning Gronau indes schon weiter und erinnerte daran, dass die SPD sehr gut mit der FDP und mit der UWG zusammengearbeitet habe. Er wolle allen Fraktionen – somit auch der CDU – das Angebot machen, gemeinsam Erndtebrück weiter in die richtige Richtung voranzubringen.
Nur wenige Meter weiter an der Marburger Straße im CDU-Parteibüro war die Stimmung natürlich deutlich schlechter. Mit versteinerter Miene verfolgte deren Kandidat Steffen Haschke hier gemeinsam mit einigen Parteifreunden die Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Das war für die Christdemokraten letztlich desaströs – und damit sind nicht nur die 14,07 Prozent und 571 Stimmen gemeint, die Steffen Haschke holte, sondern sicherlich auch die Verluste für die Partei bei der Wahl zum Gemeinderat (siehe Extra-Bericht).
„Ich gratuliere Henning Gronau“, sagte der Birkefehler und räumte auch ein: „Gegen einen Amtsinhaber anzutreten, ist immer sehr schwierig. Dass es aber so deutlich ausgeht, hatte ich nicht erwartet.“ Woran es gelegen hat und warum die Themen der CDU nicht gezogen haben, müsse analysiert werden, betonte Haschke, der sich für den fairen Wahlkampf bedankte.

Erndtebrück als Hochburg der SPD

Der parteilose Einzelbewerber Michael Schnell zeigte sich mit seinen 10,30 Prozent hingegen durchaus zufrieden. „Das ist okay für mich, ich hatte nichts zu verlieren und für 0 Cent Wahlkampfkosten ist das Ergebnis sicherlich in Ordnung“, sagte der Erndtebrücker. Er hoffe aber, dass er nicht Recht behalte und Erndtebrück nicht auf den Ruin zusteuere. Ein Grund zum Feiern sei das Wahlergebnis daher nicht, meinte Schnell mit Blick auf die Haushaltslage.
Eines kündigte der unabhängige Kandidat indes noch an: „Ich werde auch weiterhin den Finger in die Wunde legen und unangenehme Fragen stellen, wenn ich es für richtig und notwendig halte.“ Schnell war vor allem glücklich über das Wahlergebnis in seinem eigenen Umfeld: Hier holte der Fliesenlegermeister fast 20 Prozent. „Wo man mich kennt, habe ich gut abgeschnitten“, stellte der Erndtebrücker fest.
Ganz anders Steffen Haschke: Selbst in seinem Heimatort Birkefehl holte er nur 21,6 Prozent, selbst dort lag Henning Gronau bei über 70 Prozent. Mit dieser Wahl habe sich Erndtebrück als Hochburg der SPD im ganzen Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein gefestigt, merkte Gronaus Amtsvorgänger Karl Ludwig Völkel an.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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