Saunalandschaft für Erndtebrück?

Gestern im Rat: 1-Mill.-E-Konzept vorgestellt / »Einzigartig in Siegen-Wittgenstein«

Erndtebrück. Die Gemeinde Erndtebrück plant offenbar den ganz großen Coup: Der Gemeinderat wurde gestern Abend ausführlich über ein Projekt informatiert, in das die Edergemeinde möglicherweise rund 1 Mill. e investieren will. Neben dem Hallenbad an der Mozartstraße soll demnach eine Saunalandschaft entstehen, »wie sie in Siegen-Wittgenstein einzigartig ist, ein Leuchtturmprojekt«, unterstrich Bürgermeister Heinz-Josef Linten. Mit der Firma B+S Finnland Sauna präsentierte die Verwaltung einen kompetenten Hersteller, als Betreiber wurde Christian von Wittgenstein, Inhaber der Praxis für Krankengymnastik an der Mozartstraße, ins Gespräch gebracht.

Der Reihe nach: Bürgermeister Heinz-Josef Linten sprach von idealen Rahmenbedingungen am Hallenbad und der Entscheidung, »entweder weiter im Dornröschenschlaf zu verharren oder eine große Chance zu nutzen«. Sauna in Kombination mit dem Hallenbad sei, so der Verwaltungsleiter, ein ideales Angebot für den Tourismus in der Rothaarsteig-Gemeinde. Heinz-Josef Linten ging auf den Vorsprung der Wittgensteiner Nachbarkommunen ein: »Bad Berleburg hat das Schloss, Bad Laasphe eine wunderschöne Altstadt, wir tun uns da etwas schwerer.« Weiteres Ziel sei die Reduzierung des Hallenbad-Defizites.

Beigeordneter Thomas Müsse zeigte die Möglichkeiten der Finanzierung auf, »denn das Projekt ist nur dann zu realisieren, wenn wir es haushaltsverträglich hinbekommen«. Denkbar sei eine Finanzierung über den Haushalt, die Angliederung der Sauna an einen Eigenbetrieb oder die Gründung einer GmbH, wo der Betreiber mit in das Boot geholt werde. Die Verwaltung bediene sich unabhängiger externer Berater, die die Ergebnisse ihrer Arbeit in Kürze vorstellten.

Karl-Georg Bertelsbeck, Prokurist von B+S Finnland Sauna, zog alle Register seines Könnens und malte dem Gremium eine beeindruckende Saunalandschaft an die Wand. Kernpunkte: Saunahaus, Saunagarten und ein Gastronomiebereich. Das Grundstück an der Mozartstraße sei prädestiniert für ein Vorhaben in dieser Größenordnung, so Bertelsbeck, sein Unternehmen liefere Holzsaunas, »die ein junges Publikum ansprechen«. Der Fachmann versprach »Synergien«, das Hallenbad werde erheblich von der Sauna profizieren. Und setzte noch einen drauf: »Erndtebrück wird durch eine solche Anlage überregional bekannt.« Das Angebot klang verlockend: Saunas mit verschiedener Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Kaltwasserbereich, Kaminraum, Gastronomie – und das alles auf einer Nutzfläche von 400 Quadratmetern. »60 Gäste können die Anlage parallel nutzen«, so Karl-Georg Bertelsbeck.

Christian von Wittgenstein, Inhaber der Praxis für Krankengymnasik und bereits Pächter der Räumlichkeiten im Untergeschoss des Hallenbades, bezeichnete die Komnbination von Sauna und Krankengymnastik als »zukunftsweisenden Weg im Gesundheitsbereich«. Er stehe als künftiger Betreiber für die Sauna zur Verfügung, so der Unternehmer, Kunden in einer Entfernung von 80 Kilometern würden mit dem Angebot angesprochen. Keine Frage, die Vorstellung hinterließ bei den Fraktionen bleibenden Eindruck. CDU-Fraktionssprecher Fritz Hoffmann fand, »dass Erndtebrück diese Chance nicht verschlafen sollte«, stellte aber andererseits die Größenordnung für eine Kommune wie Erndtebrück in Frage.

Armin Krämer (CDU) ermunterte die Verwaltung, auf diesem Weg weiter zu arbeiten. Dies sei »eine große Geschichte«, um Erndtebrück vorwärts zu bringen. Das Projekt sei einzigartig in der Region, so der Christdemokrat, indes sei es fraglich, ob die abgespeckte Berleburger Variante für den Gast attraktiv genug sei. Elke Reidt (SPD) stellte als erfahrene Saunagängerin fest, »dass das Vorhaben eine tolle Sache ist«, über allen Dinge müsse jedoch die finanzielle Machbarkeit stehen. UWG-Fraktionschef Heinrich Wilhelm Wörster appellierte daran, sensibel mit dem Geld der Erndtebrücker Bürger umzugehen. Gleichwohl sei es eine reizvolle Sache, wenn es mit der Sauna gelinge, das Hallenbad-Defizit zu reduzieren.

FDP-Fraktionsvorsitzender Heinz-Georg Grebe rief den Gemeinderat dazu auf, »von der Wärme der Sauna in die kalte Realität zurück zu kommen«. Natürlich befürworteten die Freidekomraten ein Projekt, um die Attraktivität Erndtebrücks zu steigern, andererseits sei es enorm wichtig, »den Bürger mitzunehmen, ihm aufzuzeigen, dass etwas für Erndtebrück und ihn getan wird«.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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