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Nachfrage steigt stetig
Schnelltestkapazitäten stoßen an ihre Grenzen

Für viele Dinge, die die Menschen jetzt gerne wieder tun möchten, ist aktuell ein negativer Test erforderlich. Aber
reichen auch die Kapazitäten aus, wenn sich deutlich mehr Leute testen lassen möchten?
  • Für viele Dinge, die die Menschen jetzt gerne wieder tun möchten, ist aktuell ein negativer Test erforderlich. Aber
    reichen auch die Kapazitäten aus, wenn sich deutlich mehr Leute testen lassen möchten?
  • Foto: Christian Völkel
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bw/vc Wittgenstein. Testen, testen, testen: Wer in den kommenden Wochen etwas unternehmen möchte, der wird dies in den meisten Bereichen nur mit einem negativen Testergebnis dürfen, wenn er oder sie nicht bereits vollständig geimpft oder aber von einer Corona-Infektion genesen ist. Ob der Besuch im Biergarten oder vielleicht bald auch drinnen im Restaurant, derzeit auch das Shoppen im Einzelhandel, womöglich bald sogar der Besuch einer Veranstaltung oder eines Freizeitparks – das alles geht im Moment nur mit einem negativen Corona-Schnelltest. Bei stabiler Inzidenz unter 50 wären ja sogar private Feierlichkeiten erlaubt – drinnen mit 50 Personen und draußen mit 100. Aber: Alle müssen negativ getestet sein. Und wer ins Freibad geht, der muss auch das Zertifikat vorlegen.

bw/vc Wittgenstein. Testen, testen, testen: Wer in den kommenden Wochen etwas unternehmen möchte, der wird dies in den meisten Bereichen nur mit einem negativen Testergebnis dürfen, wenn er oder sie nicht bereits vollständig geimpft oder aber von einer Corona-Infektion genesen ist. Ob der Besuch im Biergarten oder vielleicht bald auch drinnen im Restaurant, derzeit auch das Shoppen im Einzelhandel, womöglich bald sogar der Besuch einer Veranstaltung oder eines Freizeitparks – das alles geht im Moment nur mit einem negativen Corona-Schnelltest. Bei stabiler Inzidenz unter 50 wären ja sogar private Feierlichkeiten erlaubt – drinnen mit 50 Personen und draußen mit 100. Aber: Alle müssen negativ getestet sein. Und wer ins Freibad geht, der muss auch das Zertifikat vorlegen.

"Sind schon an unsere Grenzen gestoßen"

Die Frage ist: Sind die Teststellen für einen Ansturm, der jetzt sicher droht, überhaupt gewappnet? „Wir sind schon an unsere Grenzen gestoßen, als die Menschen negative Testergebnisse für den Frisörtermin oder für die Fußpflege gebraucht haben“, betont Annette Horchler, Inhaberin der Rothaar-Apotheke in Feudingen. Immerhin ist für beides jetzt kein Test mehr erforderlich, mit den Lockerungen bei den Freizeitaktivitäten dürfte jedoch die Nachfrage weiter steigen. „Wir hatten die Testzahl pro Stunde zuletzt schon verdoppelt“, berichtet Annette Horchler und gibt zu bedenken, dass es auch die Frage ist, ob genügend Personal vorhanden sei – zumal ja die eigenen Mitarbeiter irgendwann auch mal Urlaub nehmen möchten.

„Ausweiten können wir das Testen nicht mehr“, erläutert die Apothekerin deshalb, „wir sind bereits am Limit. Mehr geht nicht.“ Das Team leistet derzeit 25 Wochenstunden zusätzlich zum normalen Betrieb, „da stößt man an Kapazitätsgrenzen“, so Annette Horchler, die auch mit Blick auf die Freizeitaktivitäten noch anmerkt, dass diese frühzeitig geplant sein müssten, wenn ein negativer Corona-Test dafür notwendig sei.

Termine ruckzuck ausgebucht

Dass die Nachfrage riesig ist, weiß auch Christian Buch als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Erndtebrück, der mit der Arkaden-Apotheke an der Struthstraße im DRK-Heim ein Testzentrum betreibt. Über 3000 Tests haben die Partner in den vergangenen zwei Monaten bereits durchgeführt. „Im Moment sind die Termine immer rasend schnell ausgebucht“, erläutert Christian Buch, „vielleicht entspannt sich die Situation etwas, weil die Tests nun eine Gültigkeit von 48 Stunden haben.“

Allein am Sonntag hatten die Rotkreuzler 105 Tests abgenommen. Zwei Personen pro zehn Minuten können hier maximal getestet werden, das Team der Arkaden-Apotheke übernimmt die Schichten in der Woche tagsüber, die ehrenamtlichen Helfer des DRK dann abends sowie an den Wochenenden. Mehr ist nicht drin, wie der Vorsitzende im SZ-Gespräch durchblicken lässt: „Ich glaube auch nicht, dass alle, die sich testen lassen wollen, im Moment einen Termin bekommen.“

Es droht ein "Nadelöhr"

Hermann Knoche, der neben der Arkaden-Apotheke in Erndtebrück auch noch Schnelltests in der Laaspher Center-Apotheke anbietet, weiß ebenfalls um die hohe Auslastung. Für ihn ist klar, dass die Kapazitäten in den kommenden ein, zwei Monaten noch ausgebaut werden müssten, bis die Zahl der Geimpften hoch ist. „Das wird sicher noch ein Nadelöhr werden“, glaubt der Apotheker aus Erndtebrück, „wir brauchen mehr Teststellen und mehr Kapazitäten.“ An die Variante mit Schnelltests am Eingang vom Restaurant glaubt er dagegen nicht: „Da muss man andere Lösungen finden – gute Ideen sind noch willkommen.“ Er werde versuchen, die Kapazitäten auszubauen. Bei der Lieferung der Tests gebe es immerhin aktuell keine Probleme.

Ganz ähnliches Bild auch in Bad Berleburg: „Unser Terminkalender ist voll. Wir testen von morgens bis abends“, sagt Apothekerin Elke Koch. Sie betreibt neben der Hof-Apotheke ein Bürgertestzentrum in der Poststraße. Angestellte der Apotheke bieten hier seit Mitte März Schnelltests an. Anfangs hätte man noch in einem Intervall von 20 Minuten getestet. Mittlerweile wird alle fünf Minuten ein Schnelltest durchgeführt. Die Inhaberin der Hof-Apotheke berichtet: „Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Aber man braucht ja für alles Mögliche einen Schnelltest. Und ich schiebe es auch ein wenig auf die Feiertage. Die Nachfrage ist jedenfalls da.“

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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