Sie haben es nicht verlernt!

Kult-Band Bogga feierte in Schameder vor über 2000 Besuchern glänzendes Comeback

tk Schameder. Die Legende lebt wieder, und sie lebt genauso laut und kraftvoll wie früher. Beim Wittjestä Open Air wurden am Samstagabend mehr als 2000 Besucher Zeuge des grandiosen Comebacks der Wittgensteiner Kult-Band Bogga. Der Flugplatz in Schameder erwies sich als hervorragende Umgebung für das rockende Quartett. Zunächst gehörte die Bühne jedoch befreundeten Bands.

Den Anfang machte die Formation »On Air« aus Bad Berleburg. Sänger und Bassist Oliver Hof, die beiden Gitarristen Benjamin Dienst und Christian Dohle sowie Schlagzeuger Bryan Bendfeldt zeigten sich einmal mehr als souveräne Nachwuchsband. Wie schon beim Rothaarfestival im vergangenen Jahr ließen sie es richtig krachen. Mit im Gepäck waren auch neue Songs wie »Die For Me«. Zweite Band des Abends war »Dreaming Toy« in der Besetzung mit Thomas Löhnhardt (Gesang), Bernd Dickel (Bass), Patrick Bandtke (Schlagzeug) sowie die beiden Gitarristen Jens Schmidt und Jan Weber. Dass die Band, die erst seit einem Jahr besteht, zuvor nur einmal aufgetreten war, merkte man nicht im Geringsten. Zu überzeugend waren die Songs ihres Debütalbums.

Wie gut Covermusik im reinen Akustikgewand klingen kann, zeigten »Die zwei lustigen drei«. Jens Knoblich (Gitarre, Gesang und Blues Harp) und Carsten Kaufmann (Gesang, Saxophon und Akkordeon), die normalerweise in der Battenberger Formation »No Limit« mitwirken, hatten sich spontan dazu entschlossen, mit ihren Freunden Tim Althaus (Gitarre und Gesang) und Heiner Dienst (Schlagzeug und Perkussion) aufzutreten. Klassiker wie »Lola« von den Kinks oder Steppenwolfs »Born To Be Wild« brachten die Menge trotz eher kühler Temperaturen ordentlich ins Schwitzen. »Zu Spät« kam genauso gut an wie das Original von den Ärzten. Die Zuschauer klatschten rhythmisch mit wie jene bei den Konzerten der Berliner Kultband. Kein Wunder, dass sich die Musiker entschieden, die lautstark geforderte Zugabe in Form eines Ärzte-Medleys zu geben. Hinzu kam noch guter alter Rock'n'Roll à la Status Quo. Jetzt hatte die Stimmung ihren ersten Höhepunkt erreicht, mit anderen Worten: Es wurde Zeit für Bogga. Seit 2000 hatte die Band pausiert, weil Schlagzeuger Rüdiger »Albert« Zeits aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitwirken konnte. Als absehbar wurde, dass er nie wieder an sein Instrument zurückkehren konnte, wurde im Spätsommer 2003 mit Andreas Berkhahn ein neuer Schlagzeuger gefunden.

Seitdem probten Sänger und Gitarrist Jörg Wirsing, Bassist Thomas »Siggi« Ryba und Keyboarder Rainer Birkelbach mit dem Neuzugang. Dass sie nichts verlernt haben, zeigten bereits die beiden ersten Songs »Sex, Sex, Sex« und »Liebe, Treue, Wahnsinn«. Es folgten das neue »Valdurion« und Hits wie »Madeleine«, bevor sich die Band politisch brisanten Themen zuwandte. »Der fette Krieg« warf die Frage auf, warum immer wieder sinnlos Blut auf Schlachtfeldern vergossen wird. Mit »Viel zu kleines deutsches Hirn« setzten die Männer um Frontmann Jörg Wirsing ein musikalisches Zeichen gegen Rassismus und rechte Gewalt.

Anschließend kündigte der Sänger den »spaßigeren Teil« des Abends an. »Das war genug mit den ernsten Themen für heute! Jetzt wollen wir Spaß haben!« Das nächste Lied passe zum heutigen Abend, so Wirsing. Damit hatte er durchaus Recht, denn das Bier der Brauerei Bosch war zwischenzeitlich aufgebraucht und musste nachgeliefert werden. Insofern war »Die Biernot«, eine Art Liebeserklärung an den Wittgensteiner Gerstensaft, wirklich gut gewählt. Es folgte ein überragendes Schlagzeug-Solo von Andreas Berkhahn, das mit stürmischem Beifall belohnt wurde. Einen besseren Einstand hätte er nicht geben können.

Doch auch sein Vorgänger geriet keineswegs in Vergessenheit. Jörg Wirsing richtete einen Gruß an Rüdiger »Albert« Zeits, der sich selbstverständlich unters Publikum gemischt hatte. Anschließend erklangen nicht enden wollende Albert-Rufe aus 2000 Kehlen. Letzter Song von Bogga vor den Zugaben – wie könnte es anders sein – war der Hit, der die Band anno 1996 schlagartig bekannt gemacht hatte: »Mei Wittjestä«.

Die Fans dürfen sich freuen. Im Vorfeld hatte Bogga angekündigt, ihre neuen Songs auf CD zu pressen – vorausgesetzt, das Konzert werde ein Erfolg. Demzufolge wird das Album wohl bald zu kaufen sein.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.