Bahngelände oder Sportplatz?
Standort für Dirt-Bike-Park wird diskutiert

Ist die Fläche zwischen Berliner Straße und Bahngleisen die am besten geeignete für einen Dirt-Bike- und Skate-Park? Die Initiative der Jugendlichen und jungen Erwachsenen favorisiert das gemeindeeigene Areal.
  • Ist die Fläche zwischen Berliner Straße und Bahngleisen die am besten geeignete für einen Dirt-Bike- und Skate-Park? Die Initiative der Jugendlichen und jungen Erwachsenen favorisiert das gemeindeeigene Areal.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Christian Völkel

bw Erndtebrück. Grundsätzlich positiv sehen alle vier Erndtebrücker Ratsfraktionen die aktuelle Initiative von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verwirklichung von Dirt-Bike- sowie Skate-Möglichkeiten (die SZ berichtete). Gesprächsbedarf dürfte es allerdings noch mit Blick auf den Standort geben, wie eine Umfrage unserer Zeitung unter den Fraktionen ergab. Am 5. August hatten einige Jugendliche ihre Vorstellungen der Kommunalpolitik vorgestellt – offen blieb jedoch, ob die von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen favorisierte Fläche im Anschluss an den Park-&-Ride-Parkplatz und die Wohnmobil-Stellplätze der geeignetste Ort wäre. Die Verwaltung hat die Fraktionen gebeten, „frühzeitig alternative Standorte und Möglichkeiten“ zu benennen, damit sie in die Beratung in den Fachausschüssen einfließen können.
Für SPD-Fraktionschef Tim Saßmannshausen ist die Fläche zwischen dem Bahngelände und der Berliner Straße aus mehreren Gründen „auch unser Favorit“. Erstens handelt es sich um eine gemeindeeigene Fläche, die durch den Bau einer Dirt-Bike- und einer Skate-Anlage aufgewertet würde. Zweitens ist das Areal zentral gelegen, für die Sozialdemokraten ein wesentlicher Punkt: „Das Gelände ist gut erreichbar“, argumentiert Tim Saßmannshausen, „so können Jugendliche aus den Ortsteilen mit dem Zug kommen und wären so direkt vor Ort. Wir sehen den Standort ganz klar vorne.“ Wenn die anderen Fraktionen eine noch bessere Lösung hätten, „sind wir gesprächsbereit“. Je weiter ein Standort aber vom Zentrum weg ist, desto unattraktiver wäre er aus Sicht der SPD.

Alternativer Vorschlag

Nicht ganz so klar ist die Sache dagegen für CDU-Fraktionschef Markus Killer. Die Christdemokraten haben Alternativen benannt und etwa ein Gespräch mit dem TuS Erndtebrück über eine Fläche hinter dem Pulverwaldstadion angeregt, die aus ihrer Sicht auch für den Dirt-Bike-Park infrage käme und weniger Konfliktpotenzial hätte, als es bei der Brachfläche im Anschluss an die neuen Wohnmobil-Stellplätze der Fall sein könnte. Ganz so zentral müsse sicherlich der Standort auch nicht sein, sagt Markus Killer, denn derzeit träfen sich die Jugendlichen offenbar nahe der SGV-Hütte – und damit nicht gerade im Ortskern. Auch für die Skate-Anlage hat die CDU eine andere Idee: Der Schulhof an der ehemaligen Rothaarsteig-Schule sei dafür sicher ganz gut geeignet, zumal oberhalb davon ja ein großer Spielplatz sei, so Markus Killer. An einem solchen Platz seien Rampen sicherlich auch günstiger aufzustellen, als es auf dem Grundstück am Bahnhof der Fall sei. Allein für den Skate-Park beziffert die Gemeindeverwaltung die Herstellungskosten auf circa 80 000 bis 100 000 Euro. Ein Dirt-Bike-Park sei dagegen für 25 000 bis 45 000 Euro umsetzbar. „Wir wollen nichts übers Knie zerbrechen. Wenn es sechs Jahre gedauert hat, dass wir die Wohnmobil-Stellplätze bekommen, dann muss das ja auch nicht in sechs Monaten aus dem Boden gestampft werden“, findet Markus Killer.

Standort noch kein Thema in der Fraktion

Ganz ähnlich sieht es der UWG-Fraktionsvorsitzende Matthias Althaus. In der Fraktion sei über einen möglichen Standort noch nicht gesprochen worden „und ich finde, dafür ist es auch noch zu früh“, sagt Benfer und rät dazu, den Beratungen in den Fachausschüssen nicht vorzugreifen. „Die Idee ist im Grundsatz zu begrüßen. Von den Initiatoren gibt es zwar einen klaren Standort. Ob das jedoch das letzte Wort ist, sollen ja unter anderem die Beratungen zeigen“, erläutert Matthias Althaus im Gespräch mit der SZ.
Auch die FDP sieht das Vorhaben prinzipiell sehr positiv, wie der Fraktionsvorsitzende Heinz-Georg Grebe erklärt: „Zumal die Jugendlichen zugesagt haben, bei der Gestaltung und bei der Pflege zu helfen.“ Wichtig sei auch, dass Jugendpfleger Benjamin Ihmig das Ganze befürworte. Ob allerdings die von den Jugendlichen deutlich favorisierte Fläche wirklich die beste Lösung sei, müsse sich noch zeigen. „Denn es müsste auch mit der Bahn abgestimmt werden, ob das überhaupt so nahe an den Bahnschienen möglich ist“, so Heinz-Georg Grebe. Sicherlich werde der Bau einer Zaunanlage nötig sein als Abtrennung zum Bahngelände. „Wir geben das zu bedenken und finden, dass wir uns mal solche Plätze in anderen Kommunen anschauen sollten, um auch einen Eindruck zu gewinnen, wie so etwas überhaupt aussehen kann“, stellt der FDP-Fraktionschef fest. Das Vorhaben ist heute auch Thema im Bauausschuss.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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