»Stark im Kopf und mental ruhig«

Eines der größten Tennistalente im Kreis: Ole Löcherbach aus Erndtebrück

howe Erndtebrück. Der Weg über die aufgereihten, auf den Kopf gestellten Bierkästen ist schmal. Ole Löcherbach macht das prima. Mit der linken Hand dotzt er den schweren Basketball auf den Boden, mit der rechten Seite behandelt der 14-Jährige die kleine, viel leichtere gelbe Filzkugel. Und dabei noch über die grünen Plastikkisten balanzieren: Alle Achtung. Ole hat die Übung im Griff. Leicht wippt er aus den Knien heraus, verlagert das Körpergewicht zum richtigen Zeitpunkt. Eduard Kukosa strahlt über alle vier Backen. Der Trainer der HBB-Tennisschule in den Erndtebrücker Weiherwiesen weiß, dass sein Schützling gerade mit diesen Übungseinheiten Technik, Koordination und das Ballgefühl schult. Und dass diese Einheit genau die richtige für das größte Wittgensteiner Nachwuchstalent ist – wohl auch des ganzen Kreises Siegen-Wittgenstein – weiß er auch. Der Mann sorgte einst als slowakischer Ranglistenspieler für Furore und fungiert in der Tennisschule von Ecki Hof, Uli Böhringer und Jürgen Bree als »Match-Trainer«.

Ein sympathischer, bescheidener Junge

Ole Löcherbach ist ein echtes Ass. Ob auf roter Asche oder auf Teppichboden in der Halle: Der Erndtebrücker macht auf dem Tennisplatz Lust auf mehr. Die Liste seiner Erfolge kann sich sehen lassen: mehrfacher Bezirksmeister, WTU-Meister, Sieger im Jüngsten-Cup, mehrfacher Kreismeister, Jugendpokalsieger, Sieger der Gerwin-Weber-Open, Doppel-Kreismeister, Sieger beim Iso-Speed-Masters und, und, und. 33 Mal landete Ole Löcherbach von 1996 bis heute unter den ersten drei Plätzen. 21 Mal ging er als Sieger aus einem Turnier hervor, vier Mal als Zweiter, acht Mal als Dritter. »Von nichts kommt nichts«, sagt Ecki Hof, der Förderer und »Entdecker«, von Ole. Fünf Mal die Woche steht der 14-jährige Tenniscrack auf dem Court. Manchmal mischt er schon bei den Herren in der Medenrunde mit. »Nur gegen mich will er noch nicht gewinnen«, lacht Ecki Hof. Ob Ole seinen Trainer schont? – Es passt zu diesem sympathischen Jungen, dass er bescheiden bleibt. »Nein, nein«, wiegelt er zurückhaltend ab. Und die Schule? Die bleibt bei der Tennis-Leidenschaft auf der Strecke, oder? – Auch diese Antwort fällt Ole schwer. Man merkt, dass dem Schüler des Bad Laaspher Gymnasiums Schloss Wittgenstein Eigenlob und Prahlerei völlig fern liegen. Und schon gar nicht will er seine Person in den Vordergrund gestellt wissen. Das ehrt den 14-Jährigen.

Erst in 2004 wird Gas gegeben

Ecki Hof klärt auf: »Ole ist in der Schule super. Er hat fast nur Einsen.« Mathe und Sport seien seine Lieblingsfächer, sagt Ole, er habe neben Tennis auch noch genug Zeit für andere Hobbies. Ecki Hof geht mit seinem Nachwuchstalent behutsam um: »Er ist körperlich super gut, stark im Kopf und mental ruhig.« Aber eines ist klar: »Damit er nicht ausgebrannt ist, haben wir das Pensum bislang zurückgefahren.« Erst im kommenden Jahr wolle er mit Ole »richtig Gas geben« und viele größere Turniere spielen. Denn gerade bei den 15-, 16- oder 17-jährigen Spielern merke man, dass die in diesem Alter von der Bildfläche verschwunden seien. Viele, sagt Ecki Hof, hätten von Klein auf alles gegeben, seien sie dann älter, verlören sie schnell die Lust am Tennisspiel. Ole Löcherbach zu schnell verheizen, das komme überhaupt nicht in die Tüte. »Kann auch gar nicht«, weiß Ecki Hof, denn dafür sorgten schon die Eltern Alexandra und Jürgen und das ganze Umfeld des 14-jährigen Erndtebrückers.

Seinem Idol Roger Federer nacheifern

Verbandstraining beim TC Rot-Weiß Hagen und Bezirkstraining beim TC Siegen wurden Ole irgendwann zu viel. Nicht zuletzt wegen der Fahrerei. Also entschlossen sich alle dazu, den jungen Mann in Erndtebrück auszubilden. Hier hat er seine Freunde, hier hat er seine Eltern, die ihn unterstützen, hier hat er seinen Trainer, hier hat er seinen großen Bruder Jens, der ebenfalls als Trainer in Erndtebrück arbeitet. Und sollte Ole wirklich einmal seinem großen Idol, dem Schweizer Weltklassespieler Roger Federer – zurzeit Zweiter der Weltrangliste – nacheifern wollen, dann ist es umso schöner für die Region, wenn der Sportreporter verrät: »Ole Löcherbach startet für den TC Erndtebrück.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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