Ausstellung im Rathaus in Erndtebrück
Stefanie Lückel spielt mit der Faszination des Bösen

Stefanie Lückel präsentiert im Erndtebrücker Rathaus derzeit ihre Werke unter dem Titel „Everything turns into Darkness“. In der Vernissage am Donnerstag führte Rainer Daus in die Motive ihrer Kunst ein. Foto: Björn Weyand
  • Stefanie Lückel präsentiert im Erndtebrücker Rathaus derzeit ihre Werke unter dem Titel „Everything turns into Darkness“. In der Vernissage am Donnerstag führte Rainer Daus in die Motive ihrer Kunst ein. Foto: Björn Weyand
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bw Erndtebrück. Das Satanische hatte in der Kunst immer seinen Platz. Nun hat es allerdings auch einen Platz im Erndtebrücker Rathaus gefunden. Verantwortlich dafür ist die junge Künstlerin Stefanie Lückel, die hier seit Donnerstag ihre Ausstellung unter dem Titel „Everything turns into Darkness“ präsentiert. „Stefanie Lückel ist als Künstlerin eine Besondere, eine Außergewöhnliche“, lobte Rainer Daus während der Vernissage in der Erndtebrücker Rathausgalerie. Das habe mehrere Gründe, führte das Vorstandsmitglied der Wittgensteiner Kunstgesellschaft (WKG) aus.

Die Erndtebrückerin ist gerade mal 22 Jahre jung und hat bereits ein Kunst-Diplom, das sie an der IBKK-Kunstakademie in Bochum in den vergangenen drei Jahren mit den Schwerpunkten Airbrush und Illustration erworben hat. „Stefanie Lückel geht, wann immer es ihre Zeit zulässt, ins Atelier und schafft – und zwar Kunst. Also etwas, das bleiben wird“, verriet Rainer Daus. „Sie hinterlässt bereits jetzt, mit ihren 22 Jahren, gemalte Spuren in der Zeit.“ Die Erndtebrückerin ist das jüngste weibliche Mitglied der Wittgensteiner Kunstgesellschaft.

Außergewöhnlich sei Stefanie Lückel freilich auch durch das Hauptmotiv ihrer Kunstwerke. Sie widme sich primär dem „Satanischen“, dem Bösen und dem Teuflischen, dem Abgründigen und dem Morbiden. „Wir als Wittgensteiner Kunstgesellschaft haben bereits unzählige Ausstellungen ausgerichtet – so eine hatten wir aber bislang noch nicht“, betonte der Raumländer vielsagend. Zu sehen sind in der Ausstellung teuflische Fratzen, satanisch grinsende Antlitze, die jedoch trotz des Horrors, der ihnen innewohnt, eine gewisse Faszination versprühen, den Betrachter in ihren Bann ziehen. Auch Bürgermeister Henning Gronau, der in seinem Grußwort verriet, dass er sich dabei ertappt habe, in den vergangenen Tagen immer wieder staunend vor den Bildern stehen geblieben zu sein.

„Wie man weiß, haben sich verschiedene Künstler immer wieder mit großer Lust gleichsam auch an diesem Satan abgearbeitet beziehungsweise auch an dem, was man diesem Satan an Bösem so zuschreiben kann“, hob Rainer Daus in der Vernissage hervor. Dass sich auch Stefanie Lückel diesem Motiv widmet, habe allerdings nichts damit zu tun, dass sie einen teuflischen Charakter habe: „Sie ist von ihrem Wesen her nämlich eigentlich eine ganz Liebe.“ Beeinflusst sei sie von der amerikanischen Dark-Art-Szene, von Heavy Metal. Stefanie Lückel wolle nicht eine Lust am Bösen zum Ausdruck bringen, verriet Rainer Daus, sie wolle dieses Motiv verstanden wissen als zweite Seite des Menschlichen, als den Gegenpart des Guten. Als Kontrast zu den dunklen Werken präsentiert Stefanie Lückel übrigens auch gefällige Bilder, schöne Landschaften, Blumen – für Rainer Daus allerdings „künstlerische Nebenprodukte“. Stefanie Lückel habe „ein riesiges künstlerisches Potenzial, das es jetzt und in Zukunft zu fördern gilt“, resümierte Rainer Daus.

Genau das ist auch für Henning Gronau eine Motivation, das Rathaus für die Ausstellungen der Kunstgesellschaft immer wieder als Galerie zur Verfügung zu stellen. Der Hausherr freute sich über die Kooperation: „Das Rathaus hat sich als Ausstellungsort etabliert.“

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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