Steigender Wasserpreis: Mischkalkulation bevorzugt

Gestern Abend: Erndtebrücker Ausschuss für Variante Drei

howe Erndtebrück. »Tragisch. Es gibt wieder eine Gebührenerhöhung.« Auf diesen kurzen und für den Erndtebrücker Bürger ernüchternden Nenner brachte gestern Abend Freidemokrat Heinz-Georg Grebe die Beitrags- und Gebührensatzung der Gemeinde. Dass der Verbraucher wieder einmal tiefer in die Tasche greifen muss, ist nichts Ungewöhnliches mehr. Und dass sich der Werksausschuss eine Entscheidung über eine mögliche Gebührenvariante gestern nicht leicht machte, dürfte auch klar sein.

Petra Göbel von der Verwaltung erläuterte die Vorlage: Die Kommunen seien verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten. Jedoch verzeichne die Gemeinde Erndtebrück einige Unterdeckungen aus den Vorjahren, die ausgeglichen werden müssten. Geringere Umsatzerlöse, höhere Personalkosten und höhere Zinsanforderungen seien nur einige Gründe dafür gewesen. Aus den Altlasten der Jahre 2000 und 2001 errechnete die Verwaltung eine Unterdeckung in diesem Jahr von rund 60600 e. Die Kosten-Unterdeckung, so der Vorschlag der Verwaltung, solle jeweils zur Hälfte in den Jahren 2003 und 2004 erfolgen. Drei Vorschläge unterbreitete die Verwaltung dem Fachausschuss – erstens eine Erhöhung der Verbrauchsgebühr ohne Änderung der Grundgebühr, zweitens eine Erhöhung der Grundgebühr ohne Änderung der Verbrauchsgebühr oder drittens, basierend auf einer Mischkalkulation, eine Erhöhung der Verbrauchs- und der Grundgebühr. Gerhard Radzwill stellte für seine Fraktion der Christdemokraten unmissverständlich klar, dass Möglichkeit Zwei gar nicht in Frage komme. Die CDU spreche sich für Variante Drei aus, schließlich zähle nicht nur der Verbrauch, sondern etwa auch die Abnutzung der Anlagen. Variante Eins ziehe man nicht in Betracht, da die Ansicht »Wer viel verbraucht, der soll auch bezahlen« ein Trugschluss sei. Beispiel: Eine junge Familie mit vielen Kindern sei von der Variante, nur die Verbrauchsgebühren zu erhöhen, am meisten betroffen. Während sich Heinz-Georg Grebe den Worten Gerhard Radziwills anschloss, sahen die Sozialdemkratinnen Elke Reidt und Antje Laues-Oltersdorf die Sache ganz anders. Variante Eins sei die gerechteste, da nach eigenen Berechnungen der SPD-Fraktion Familien mit bis zu fünf Personen »günstiger wegkommen«. Kleine Babys, die in der Plastikwanne gebadet würden, erläuterte Elke Reidt, brauchten nicht viel Wasser.

Und Antje Laues-Oltersdorf, Mutter dreier Töchter wusste aus eigener Erfahrung, dass ihre Schützlinge im Kleinkindalter weniger Wasser verbraucht hätten als zu Teenager-Zeiten. Wie dem auch sei: Bei der Abstimmung setzten sich CDU und FDP gegenüber der SPD durch. Somit kommt Variante Drei zum Tragen. Und die sieht eine Erhöhung der Verbrauchsgebühr von 1,07 e pro Kubikmeter um 0,12 e auf 1,19 e pro Kubikmeter. Außerdem erfolgt eine Anhebung der Grundgebühr für Zähler (3 bis 5 Kubikmeter) von 17,38 e auf 22,50 e, für Zähler (7 bis 10 Kubikmeter) von 34,77 e auf 45 e, für Zähler (bis 20 Kubikmeter) von 104,30 e auf 135 e und für Zähler (über 20 Kubikmeter) von 312,90 e auf 405 e. Wobei die Verwaltung gestern Abend wusste, dass der Durchschnitt pro Erndtebrücker Haushalt im Bereich drei bis fünf Kubikmeter Verbrauch liegt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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