Struck sagt 10-Mill-E-Projekt zu

Bundesverteidigungsminister landete gestern mit einiger Verspätung – in Rüppershausen

Erndtebrück. Die Einwohner von Rüppershausen und Oberndorf trauten gestern Morgen ihren Ohren und Augen nicht. Ein Hubschrauber der Luftwaffe drehte gegen 10 Uhr eifrig seine Runden über den Häusern beider Ortschaften – um letztlich zielsicher am Dille zu landen. An Bord der Maschine befand sich kein geringerer als Bundesverteidigungsminister Dr. Peter Struck, der sich auf Wittgensteiner Grund und Boden erst einmal eine Pfeife gönnte. Der Grund für die von vielen Oberndorfern und Rüppershäusern beobachtete Landung im Grünen: Der Wolken verhangene Himmel über Erndtebrück ließ ein Aufsetzen des Hubschraubers auf dem Hachenberg nicht zu.

Schnörkellos und ohne viele Worte

Dort wurde der Minister – übrigens der erste in Erndtebrück seit Manfred Wörner – im Rahmen seiner Sommerreise 2003 um 9 Uhr erwartet. Nach dem Umweg über Rüppershausen dauerte es bis 10.20 Uhr, ehe der SPD-Bundespolitiker am Hachenberg eintraf. Was aber nichts daran änderte, dass die Atmosphäre von Beginn an sehr gut war und sich Kommandeur Oberst Heinrich Groh darüber freute, »dass der Minister trotz der Schwierigkeiten nicht einfach abgedreht hat«.

Schnörkellos und ohne viele Worte ging es zur – improvisierten – Tagesordnung über. In einem sehr selbstbewussten Vortrag schilderte Heinrich Groh die aktuelle Situation in der Hachenberg-Kaserne und beleuchtete die Perspektiven des Verbandes. Die disziplinarische Situation sei sehr entspannt und unproblematisch, so der Oberst. Eine offenbar von vielen Seiten gewünschte Ausbildung internationaler Soldaten in Erndtebrück funktioniere jedoch nur über eine Erweiterung der Flugstunden innerhalb der Luftwaffe, so der höfliche, aber unmissverständliche Hinweis an den Minister. Die Bauunterlagen für den neuen Gefechtsstand (die Siegener Zeitung berichtete ausführlich) seien bereits erstellt, die Mittel offenbar auch eingeplant, »wir hoffen, dass wir die endgültige Zusage innerhalb der nächsten zwei Monate bekommen«, so Heinrich Groh.

Das Gespräch mit den Soldaten gesucht

Dazu sollte sich der Minister später im Gespräch mit der Presse noch äußern, zuvor verewigte sich Peter Struck jedoch im Gästebuch der V./TSLw 1 und im Goldenen Buch der Gemeinde Erndtebrück, das Bürgermeister Heinz-Josef Linten mit in die Kaserne gebracht hatte. »Ausnahmsweise, nur ab Minister aufwärts«, schmunzelte der Verwaltungsleiter. Begleitet von den Bundestagsabgeordneten Willi Brase (SPD) und Helga Daub (FDP) sowie von Landespolitiker Hans-Dieter Moritz (SPD) ließ sich der Minister das CRC zeigen, wo die viel zitierte Flugsicherheit produziert wird.

Auffällig, dass Peter Struck sehr intensiv das Gespräch mit den Soldaten suchte, ein offenes Ohr für Anregungen und Probleme hatte. »Mir geht es darum, etwas über die Stimmung und die allgemeine Lage in der Truppe zu erfahren«, unterstrich Peter Struck gegenüber der Presse. Den Standort Erndtebrück kenne er aus vielen Gesprächen mit seinen Bundestagskollegen. Er habe in Erndtebrück den Eindruck gewonnen, »dass Angestellte und Soldaten hier guten Mutes sind«. Natürlich müsse man über eine Verbesserung der Gebäudesituation nachdenken, dies funktioniere jedoch nur »über einen großen Plan innerhalb der Bundeswehr«.

Ansonsten zu allen Terminen pünktlich

Nicht zuletzt ließ sich der Bundesverteidigungsminister noch jene Aussage entlocken, auf die viele Erndtebrücker gewartet hatten. Die 10 Mill. e für das neue Einsatzgebäude »bekommen wir wohl in Absprache mit dem Finanzministerium hin«, so Peter Struck. Außerdem versprach er, den Weg frei zu machen für eine zivile Nutzung der Burbacher Siegerlandkaserne, die – wie berichtet – geschlossen wird (siehe Berichterstattung auf Seite 6).

Befragt zu der verspäteten Landung in Wittgenstein, merkte der Minister lächelnd an, »dass der Umweg doch ganz nett gewesen ist«. Wenngleich er alle anderen Termine seiner Sommerreise bislang pünktlich angetreten habe. Zumindest für die beiden noch folgenden Termine lag das gestern im Bereich des Möglichen. Von Erndtebrück aus hob Peter Struck mit seinen Mitarbeitern in Richtung Rheine zum dortigen Transporthubschrauberregiment 15 ab, anschließend stand das Sanitätsregiment 12 in Fürstenau auf dem Terminkalender.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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