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EEW-Gruppe führt Gespräche mit 60 Mitarbeitern im Stammwerk
Trennungen sollen freiwillig sein

Insgesamt 60 Mitarbeiter des Erndtebrücker Eisenwerks sollen den Standort Erndtebrück verlassen. Dies allerdings soll ohne Kündigungen vonstatten gehen – und im Zuge des Reorganisationsprogramms auf freiwilliger Basis.
  • Insgesamt 60 Mitarbeiter des Erndtebrücker Eisenwerks sollen den Standort Erndtebrück verlassen. Dies allerdings soll ohne Kündigungen vonstatten gehen – und im Zuge des Reorganisationsprogramms auf freiwilliger Basis.
  • Foto: Lisa Schmidt
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

tika Erndtebrück. Das Erndtebrücker Eisenwerk hat die letzte Phase des Reorganisationsprogramms der Unternehmensgruppe für die Werke in Siegen-Wittgenstein eingeleitet. Aufgrund der wirtschaftlich negativen Entwicklung hatte die EEW-Gruppe dieses im vergangenen Jahr – in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat sowie der Gewerkschaft IG Metall – in die Wege geleitet, um eine Basis für die Zukunft zu legen. In einem ersten Schritt hatte die Gruppe die dauerhafte Schließung von EEW Pickhan in Geisweid und EEW Bergrohr in Weidenau eingeleitet. Diese sind nun abgewickelt, lediglich in letzterem Werk arbeiten noch einige wenige Mitarbeiter die Restaufgaben ab.

tika Erndtebrück. Das Erndtebrücker Eisenwerk hat die letzte Phase des Reorganisationsprogramms der Unternehmensgruppe für die Werke in Siegen-Wittgenstein eingeleitet. Aufgrund der wirtschaftlich negativen Entwicklung hatte die EEW-Gruppe dieses im vergangenen Jahr – in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat sowie der Gewerkschaft IG Metall – in die Wege geleitet, um eine Basis für die Zukunft zu legen. In einem ersten Schritt hatte die Gruppe die dauerhafte Schließung von EEW Pickhan in Geisweid und EEW Bergrohr in Weidenau eingeleitet. Diese sind nun abgewickelt, lediglich in letzterem Werk arbeiten noch einige wenige Mitarbeiter die Restaufgaben ab.

Gewerkschaftsvertreter gibt sich optimistisch

Inzwischen haben nun auch personelle Neuordnungen im Stammwerk in Erndtebrück begonnen, in deren Zuge insgesamt 60 Mitarbeiter das Unternehmen auf freiwilliger Basis verlassen sollen. Das Gros hat bereits eine entsprechende Vereinbarung getroffen, wie Andree Jorgella am Montag auf SZ-Anfrage bestätigte. „Ich bin optimistisch, dass letztlich mit allen betroffenen Mitarbeitern eine solche freiwillige Einigung zu erzielen sein wird“, betonte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Siegen. Sofern eine freiwillige Einigung nicht zu erzielen sei, würde das Unternehmen wohl entsprechende betriebsbedingte Kündigungen prüfen und diese nach einer entsprechend festgelegten Reihenfolge vollziehen müssen. Dass es dazu überhaupt erst komme, damit rechne er nicht.

Individuelle Regelungen getroffen

Grundsätzlich lobte Andree Jorgella das Vorgehen der EEW-Gruppe. „Das Thema ist nicht schön, es läuft aber sehr fair ab. Alles passiert in engem Austausch mit der IG Metall und dem Betriebsrat. Wir sind ganz eng eingebunden, etwa in die Fragen eines Interessenausgleichs und eines Sozialplans“, erläuterte der IG-Metall-Vertreter. Unter den 60 betroffenen Mitarbeitern, mit denen das Unternehmen nun Gespräche führe oder geführt habe, seien zunächst 30 „rentennahe Mitarbeiter“ gewesen. „Mit diesen Mitarbeitern wurden individuelle, fast schon komplett auf den einzelnen Menschen angepasste Regelungen getroffen. Das ist alles andere als üblich, in vielen anderen Unternehmen läuft das nicht auf diese Weise ab.“

Großteil der Gespräche bereits abgeschlossen

Insgesamt 20 weitere Mitarbeiter seien in Transfermaßnahmen untergekommen, mit ihnen seien ebenfalls entsprechende Einigungen erzielt worden. Vor allem im Verwaltungsbereich müssten Einzellösungen getroffen werden, „mit insgesamt zehn Mitarbeitern wird in diesem Zuge über das Freiwilligenprogramm gesprochen“, erläuterte Andree Jorgella. Nach SZ-Informationen sind die Gespräche mit 50 der insgesamt 60 Mitarbeiter bereits abgeschlossen. Laut dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall Siegen sind grundsätzliche Vereinbarungen bereits mit allen Betroffenen getroffen worden.
Das grundsätzliche Vorgehen bestätigte auch Melissa Kuhn-Henk am Montag auf SZ-Anfrage. Richtig sei, „dass wir uns derzeit in der finalen Phase unseres im vergangenen Jahr initiierten Reorganisationsprogramms befinden“, erklärte die Unternehmenssprecherin der EEW-Gruppe. Demnach sei ein freiwilliges Rentenprogramm für „rentennahe Mitarbeiter“ aufgesetzt worden. „Zudem werden Gespräche mit einigen wenigen Mitarbeitern im Verwaltungsbereich geführt, um Arbeitsverhältnisse einvernehmlich zu beenden“, erklärte Melissa Kuhn-Henk, ohne dabei allerdings konkrete Zahlen zu nennen.

Kein Zusammenhang mit der Pandemie

Das Vorgehen sei jederzeit in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgt, der dieser Einigung habe zustimmen müssen und zugestimmt habe. „Das hat bei Bergrohr und Pickhan ohne Streitigkeiten geklappt“, betonte die EEW-Sprecherin. Eines allerdings betonte sie in aller Deutlichkeit: Die Maßnahmen stehen in keinerlei Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. „Aktuell sind auch keine Maßnahmen in dieser Hinsicht geplant. Fakt ist, dass hier kein Mitarbeiter entlassen wurde – und schon gar nicht Corona-bedingt“, konstatierte Melissa Kuhn-Henk.

Erndtebrücker Eisenwerk beendet Kurzarbeit Die Lage inmitten der Corona-Pandemie ist dynamisch – und allzu oft unvorhersehbar. Inmitten der zweiten Welle und des „Wellenbrecher-Lockdowns“ vermeldet die EEW-Gruppe für ihr Stammwerk in Erndtebrück allerdings positive Nachrichten, die differenziert zum laufenden Reorganisationsprogramm zu betrachten sind. „Wir sind aktuell nicht mehr in Kurzarbeit. Wir sind kurzfristig rausgegangen“, erklärte Melissa Kuhn-Henk. Die Unternehmenssprecherin erläuterte, dass das Erndtebrücker Eisenwerk Aufträge erhalten hatte, die unter anderem ob der Corona-Pandemie auf Eis gelegen hatten. „Ein Teil von Projekten ist nun wieder freigeworden, so dass wir kurzfristig die Kurzarbeit beendet haben.“ Wie nun allerdings die weitere Entwicklung in den kommenden Monaten aussieht, hängt letztlich auch stark vom weitere Verlauf der Pandemie ab. Bereits Anfang des Jahres, noch vor Ausbruch der Pandemie, hatte EEW Kurzarbeit angemeldet. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Marktlage im Kernmarkt der Gruppe, der Öl- und Gasindustrie, angespannt gewesen. Daher hatte die Unternehmensführung die Kurzarbeit bereits ab März für den Standort Erndtebrück angemeldet – seinerzeit als Vorsichtsmaßnahme, weil eine Unterauslastung im Frühjahr zu befürchten war.
Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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