SZ

Corona-Soforthilfe der Familie Schorge
Über 1200 Tüten wurden ausgeliefert

Christiane Bernshausen-Dellori, Wilfried Born, Thomas Dörr, Jörg Schorge, Nanette Schorge-Brinkmann, Nina Schorge und Henning Schorge (v. l.) bilanzierten die gemeinsame Corona-Soforthilfe der Tafel sowie der Familie Schorge.
  • Christiane Bernshausen-Dellori, Wilfried Born, Thomas Dörr, Jörg Schorge, Nanette Schorge-Brinkmann, Nina Schorge und Henning Schorge (v. l.) bilanzierten die gemeinsame Corona-Soforthilfe der Tafel sowie der Familie Schorge.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

tika Erndtebrück. Dankbarkeit bedarf nicht immer großer Worte. Manchmal reicht ein Lächeln – oder es reichen ein paar Tränen der Freude in den Augen. „Für viele Menschen war es das Highlight der Woche, wenn die Fahrer mit den Tüten ankamen. Zum Teil standen den Menschen Tränen in den Augen und sie hatten schon stundenlang auf die Zustellung gewartet“, berichtete Jörg Schorge. Vor sieben Wochen war die Corona-Soforthilfe des Erndtebrücker Unternehmers und seiner Familie sowie der Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel angelaufen. Und sie wirkte. „Das ist der Dank an uns – wir haben gesehen, dass es diese Aktion gebraucht hat“, konstatierte Jörg Schorge am Mittwoch im Rahmen eines Bilanzgesprächs im Hotel „Edermühle“ in Erndtebrück.

tika Erndtebrück. Dankbarkeit bedarf nicht immer großer Worte. Manchmal reicht ein Lächeln – oder es reichen ein paar Tränen der Freude in den Augen. „Für viele Menschen war es das Highlight der Woche, wenn die Fahrer mit den Tüten ankamen. Zum Teil standen den Menschen Tränen in den Augen und sie hatten schon stundenlang auf die Zustellung gewartet“, berichtete Jörg Schorge. Vor sieben Wochen war die Corona-Soforthilfe des Erndtebrücker Unternehmers und seiner Familie sowie der Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel angelaufen. Und sie wirkte. „Das ist der Dank an uns – wir haben gesehen, dass es diese Aktion gebraucht hat“, konstatierte Jörg Schorge am Mittwoch im Rahmen eines Bilanzgesprächs im Hotel „Edermühle“ in Erndtebrück.

Nach dem Ausbruch der Pandemie und der damit verbundenen Schließung der Tafeln, hatte die Familie Schorge schnell gehandelt. Wöchentlich hatte sie mindestens 150 Papiertüten mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln gepackt, ein Dutzend Tafel-Fahrer stellte die Pakete daraufhin jede Woche an die Kunden zu. „Wir haben die Zeit der Schließung der Tafel-Ausgabestellen gut überbrückt. Das war eine klasse Aktion, für die ich sofort Feuer und Flamme war“, lobte Thomas Dörr. Der Vorsitzende der Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel hob das Engagement von Jörg Schorge, seiner Ehefrau Nanette Schorge-Brinkmann, Henning Schorge, Nina Schorge sowie deren Kinder Julia, Greta und Emma, aber auch der zweiten Vorsitzenden Christiane Bernshausen-Dellori und Tafel-Koordinator Wilfried Born stellvertretend für alle Ehrenamtler hervor. Sie sorgten schließlich dafür, dass über 1200 Tüten ihre Empfänger fanden. „Man kann Ideen haben, aber man braucht auch jemanden, der sie umsetzt“, konstatierte derweil Jörg Schorge dankbar. Die Papiertüten begleiten die Helfer und Kunden wiederum noch einige Zeit. Zwar öffnen die Tafeln ab Freitag wieder, geben dann aber fertig gepackte Tüten heraus, um sämtliche Hygienevorschriften einhalten zu können. „Bei schönem Wetter werden wir die Tüten direkt draußen herausgeben, um den direkten Kontakt möglichst auf ein Minimum zu beschränken“, betonte Christiane Bernshausen-Dellori.

Damit ist der Lieferdienst zugleich beendet. Es fehlt schlichtweg das ehrenamtliche Personal, um auch diese Aufgabe zu stemmen. „Ehrenamtliche Helfer können wir immer brauchen“, erklärte Thomas Dörr. Dass die wöchentliche Packaktion damit beendet ist, stimmte die Familie Schorge fast ein wenig wehmütig. „Da hat am Dienstag etwas gefehlt“, erklärte Nanette Schorge-Brinkmann – mit einem Lächeln. Die Wiedereröffnung der Tafel soll ein Schritt zurück in die Normalität sein.

„Ich freue mich, dass es für die Tafeln nun normal weitergeht – in Anführungszeichen. Denn es wird sicherlich vor allem in der Anfangszeit Schwierigkeiten geben – aber die Wiedereröffnung ist ein Anfang“, betonte Jörg Schorge. Der Unternehmer verdeutlichte zugleich, dass er die Arbeit grundsätzlich weiterhin unterstützen will. „Ich habe meine Hilfe angeboten, aber die Helfer wollen das Ganze jetzt möglichst wieder in die eigenen Hände nehmen.“ In den vergangenen Wochen hatte er die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt, um die Lebensmittel – organisiert durch seinen Sohn Henning Schorge – einzukaufen und dann an die Tafel zu spenden.

Über den Wert dieser Spende schwieg Jörg Schorge: „Ich habe es vergessen“, schmunzelte er, „ich gebe keinen Preis an.“ Unangetastet blieben indes die Spenden, zu denen die Tafel und Jörg Schorge zu Beginn der Aktion aufgerufen hatten – rund 8000 Euro kamen zusammen. „Dieses Geld haben wir nicht für Lebensmittel verwendet, sondern die Tafel kann es jetzt satzungsgemäß verwenden“, erläuterte Jörg Schorge. Die Mittel sollen etwa in Treibstoff für die Tafel-Fahrzeuge fließen, die künftige Lebensmittelspenden abholen, aber auch in Papiertüten – und Schutzmasken für die Ehrenamtler. „Wir statten alle ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Masken aus“, betonte Thomas Dörr, der zudem hoffte, dass die Lebensmittelzulieferung nun wieder Fahrt aufnimmt. Laut Satzung darf die Tafel schließlich keine Lebensmittel einkaufen, da sie dann kein gemeinnütziger Verein mehr wäre. Dass die Arbeit aller Tafeln aber enorm wichtig ist, hat nicht zuletzt die Aktion von Ideengeber Jörg Schorge gezeigt. Dieser hatte übrigens nicht nur Tafelkunden versorgt, sondern per Soforthilfe auch bedürftige Menschen, die nicht als Kunden registriert sind.

Auch ihnen war die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben. „Für viele Menschen ist die Hemmschwelle, zur Tafel zu gehen, aber immer noch hoch“, erklärte Christiane Bernshausen-Dellori. Dabei könnten die Verantwortlichen auch für sie sorgen, solange es nötig ist. Denn in der Not greift ein Rädchen ins andere – egal ob im Zusammenspiel mit Spendern, Händlern oder Kommunen. „Das soziale Miteinander funktioniert“, sagte Thomas Dörr. Die schönste Erkenntnis dieser Aktion.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

Timo Karl (Redakteur) auf Facebook
Timo Karl (Redakteur) auf Instagram
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen