Überheblichkeit im Zweckverband?

Erndtebrücker Rat will gemeinsame Finanzierung des Sportplatzes in Schameder erzwingen

Erndtebrück. Die Gemeinde Erndtebrück will sich nicht damit abfinden, dass der Zweckverband Region Wittgenstein eine Sanierung des Sportplatzes in Schameder finanziell nicht unterstützen will (siehe auch Bericht auf Seite 9). Einstimmig sprach sich der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung dafür aus, einen förmlichen Antrag an den Zweckverband zu stellen, das Projekt mit 40000 e zu fördern. Die Edergemeinde beruft sich dabei auf den Paragrafen 18 der Zweckverbandssatzung, wonach die Kooperation der Wittgensteiner Kommunen zur Zahlung verpflichtet ist, wenn der Gemeinde Erndtebrück durch die Realisierung des Industrieparks Kosten entstehen.

Schameders Ortsvorsteher Carsten Dreisbach (CDU) fand gestern Abend deutliche Worte. Das Verhalten einiger Berleburger und Laaspher Zweckverbandsmitglieder sei zum Teil überheblich gewesen, »ich hatte den Eindruck, einige wollten gern noch ein paar mehr Säcke mit Schotter auf den Platz fahren«. Neben der oben begründeten rechtlichen Forderung appellierte Bürgermeister Heinz-Josef Linten an »die moralische Verpflichtung des Zweckverbandes«, dem SV Schameder zu helfen. Die Gemeinde Erndtebrück, so der Bürgermeister, verzichte jährlich auf einen ihr zustehenden Geschäftskostenanteil von 12300 e, nun seien die Nachbarkommunen an der Reihe, ebenfalls Entgegenkommen zu zeigen. Die Verhandlungen seien ein Gradmesser, »in wie weit eine Zusammenarbeit da ist«.

Dennoch – und das überraschte auch die Zuhörer in der Hachenbergkaserne, wo die Sitzung gestern Abend stattfand – ging die Diskussion nicht ganz einhellig über die Bühne. Lothar Lange (SPD) bezeichnete den Auftritt der Erndtebrücker Zweckverbandsvertreter tags zuvor in Bad Laasphe als »schwach und unprofessionell«. Und weiter: Zwischen dem Jahr 2000 und heute seien drei Jahre Zeit gewesen, das Projekt vielleicht in trockene Tücher zu packen, fand der SPD-Mann. Eine Stellungnahme, die Carsten Dreisbach auf die Palme brachte. Es sei fragwürdig, so Schameders Ortsvorsteher, dass ein Erndtebrücker Ratsmitglied die Argumente von Berleburger und Laaspher Zweckverbandsmitgliedern übernehme.

Doch an die besagte Zeitschiene zwischen Dezember 2000 und heute knüpfte auch FDP-Fraktionssprecher Heinz-Georg Grebe an. Er forderte die Verwaltung auf, detailliert offen zu legen, was in diesem Zeitraum für eine Realisierung des Sportplatz-Projektes unternommen worden sei. Denn es sei doch ganz offensichtlich, so der Freidemokrat, dass die Nachbarkommunen genau an diesem Punkt eingehakt und die Gemeinde Erndtebrück angreifbar gemacht hätten – davor habe er bereits in der jüngsten Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung gewarnt. Bürgermeister Heinz-Josef Linten, der den Redebeitrag als Kritik an der Verwaltung wertete, betonte, »dass wir alles uns mögliche getan und wir uns nichts vorzuwerfen haben.«

UWG-Fraktionsvorsitzender Heinrich-Wilhelm Wörster forderte das Gremium auf, »nicht mit Rhetorik, sondern mit Zahlen« zu operieren. Leider, so Wörster, seien in Schameder Hoffnungen geweckt worden, die nie zu erfüllen gewesen seien. Nun müsse man sich auf das Machbare konzentrieren. Um Schlichtung war die SPD-Fraktionsvorsitzende Antje Laues-Oltersdorf bemüht. Natürlich seien sich alle Erndtebrücker Fraktionen einig, dass dem SV Schameder geholfen werden müsse – selbstverständlich auch die SPD. Dennoch sei nicht von der Hand zu weisen, dass das Thema verbummelt worden sei: »Das Geld, was uns 1998 zur Verfügung stand, hätten wir ausgeben müssen, egal wie die Position des Zweckverbandes damals war.« Armin Krämer (CDU) fand es »traurig und beschämend«, dass gestern teilweise kontrovers diskutiert worden sei. Vielmehr sei es doch Aufgabe des Erndtebrücker Rates, nach weiteren Argumenten zu suchen, um den Zweckverband zum Einlenken zu bewegen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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