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Standort der Grundschule Erndtebrück
Umzug in die ehemalige Hauptschule empfohlen

Die ehemalige Hauptschule (hier im Bild) soll künftiger Standort für die Grundschule Erndtebrück werden. Ein Gutachten hebt die Vorzüge eines Umzugs von der Schulstraße auf den Hachenberg hervor.
  • Die ehemalige Hauptschule (hier im Bild) soll künftiger Standort für die Grundschule Erndtebrück werden. Ein Gutachten hebt die Vorzüge eines Umzugs von der Schulstraße auf den Hachenberg hervor.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Erndtebrück. Ein gut gehütetes Geheimnis war bisher die Studie zum künftigen Standort der Grundschule Erndtebrück. Die Ergebnisse der Untersuchung, durchgeführt von dem Architekten Prof. Dr. Mathias Wirths, kannten bislang nur die Mitglieder des Arbeitskreises Schulentwicklung, einige weitere Ratsmitglieder und die Verwaltungsspitze.
Alles spricht für ehemalige HauptschuleAm Freitag veröffentlichte die Gemeinde nun das 44-Seiten-Dokument, mit dem der Umzug der Grundschule auf den Hachenberg in die ehemalige Hauptschule wahrscheinlicher geworden ist: Sowohl die Ausbaukosten als auch das Entwicklungspotenzial sprechen für die seit Jahren leer stehende Rothaarsteigschule als künftigen Standort der Grundschule.

bw Erndtebrück. Ein gut gehütetes Geheimnis war bisher die Studie zum künftigen Standort der Grundschule Erndtebrück. Die Ergebnisse der Untersuchung, durchgeführt von dem Architekten Prof. Dr. Mathias Wirths, kannten bislang nur die Mitglieder des Arbeitskreises Schulentwicklung, einige weitere Ratsmitglieder und die Verwaltungsspitze.

Alles spricht für ehemalige Hauptschule

Am Freitag veröffentlichte die Gemeinde nun das 44-Seiten-Dokument, mit dem der Umzug der Grundschule auf den Hachenberg in die ehemalige Hauptschule wahrscheinlicher geworden ist: Sowohl die Ausbaukosten als auch das Entwicklungspotenzial sprechen für die seit Jahren leer stehende Rothaarsteigschule als künftigen Standort der Grundschule. In nahezu allen Kategorien hat die ehemalige Hauptschule die Nase gegenüber der Grundschule vorn:

  • Standort: Auf dem Hachenberg bietet sich die Möglichkeit, Schule und Sportstätten an einem Standort zusammenzufassen und somit auch zur Verkehrssicherheit der Schüler beizutragen.
  • Grundstück: Für eine Grundschule mit der offenen Ganztagsbetreuung (OGS) bietet das Grundstück der ehemaligen Hauptschule mit seiner Größe bessere Möglichkeiten für Spiel- und Bewegungsflächen, Schulgarten und Parkplätze.
  • Barrierefreiheit: Zwar sind beide Gebäude derzeit nicht barrierefrei, die klare Struktur der ehemaligen Hauptschule und die etwas einfacheren Umbaumöglichkeiten lassen das Gebäude auch in dieser Hinsicht etwas besser abschneiden.
  • Brandschutz: Die Zahl der Geschosse in dem verwinkelten Bau, die Anbauten und die Baustoffe, die heute mit Blick auf den Brandschutz nicht mehr verwendet würden, lassen die Grundschule beim Brandschutz gegenüber der ehemaligen Hauptschule schlechter abschneiden.
  • Entwicklungspotenzial: In der Grundschule sind die Raumkapazitäten mittlerweile erschöpft – zusätzliche Flächen sind nur noch zu erreichen durch Nachteile für den Schulhof, das architektonische Erscheinungsbild und die Funktionalität.
  • Kosten einer Modernisierung: Das größere Entwicklungspotenzial der ehemaligen Hauptschule gibt es nicht zum Nulltarif. Die umfassende Modernisierung kostet mehr als der weitere Betrieb der Grundschule in der gegenwärtigen Größe. Wenn aber das gleiche Raumangebot am Standort Schulstraße wie auf dem Hachenberg geschaffen werden solle, seien die Kosten ungefähr gleich, so die Studie.
  • Kosten Unterhalt: Die Unterhaltungskosten werden in der ehemaligen Hauptschule höher sein als in der Grundschule – Einsparungen sind jedoch durch weniger Busverkehr und den Wegfall von Mietkosten für die Pulverwaldhalle möglich.

Lediglich beim Gebäudezustand hat die Grundschule Vorteile: In die Immobilie sei in den vergangenen 15 Jahren mehr investiert worden als in die ehemalige Hauptschule. Aber die

Grundschule mit OGS

Erweiterungsmöglichkeiten an der Schulstraße seien stark limitiert, wie Prof. Dr.-Ing. Mathias Wirths erklärt. Es sei am bisherigen Standort nicht möglich, so der Fachmann, „das Raumangebot für die Grundschule mit OGS der Zukunft zu schaffen“. Die ehemalige Hauptschule am Hachenberg biete das Entwicklungspotenzial. Fazit: „Die Aussicht auf ein erfolgreiches und stimmiges Gesamtkonzept ist am Standort der ehemaligen Hauptschule höher.“ Mit der Vorgabe einer dreizügigen Grundschule mit OGS empfiehlt das Gutachten den Umzug der Grund- in die ehemalige Hauptschule auf dem Hachenberg.

Seit Jahren nur wenig in Gebäude investiert

Dort müsste der erhebliche Modernisierungsstau behoben werden, denn seit 2010 sei nur zurückhaltend in das Gebäude investiert worden. An verschiedenen Stellen gibt es Schäden, die wahrscheinlich durch ein undichtes Dach, undichte Anschlüsse von Regenfallleitungen oder eine nachlassende Dichtheit von Wandisolierungen verursacht wurden. Offenbar ist in Teilbereichen eine Schimmelsanierung erforderlich. Anderen Räumen attestiert die Studie hingegen einen guten Zustand.

Kosten: Bis zu 4,8 Millionen Euro

Eines macht der Gutachter deutlich: Die Kosten kann er nur grob einschätzen, deren Höhe wird sich erst im Zuge der konkreten Planung ergeben. Für die Modernisierung der Hauptschule beziffert der Experte die Kosten auf eine Bandbreite von 4,3 bis 4,8 Millionen Euro, für die Modernisierung und Erweiterung der Grundschule wären 5,2 bis 5,9 Millionen Euro notwendig. Allerdings sei die Erweiterung am alten Standort ohnehin nur hypothetisch, so Prof. Dr.-Ing. Mathias Wirths: Eine solche Erweiterung sei auf dem Grundstück nicht empfehlenswert. Gleichwohl sei der Erhalt des ortsbildprägenden Gebäudes wichtig. Hier böten sich Nutzungen als Ärztehaus, Pflegeeinrichtung, Büro und Kanzlei oder als Haus der Heimatgeschichte und der Vereine an, heißt es in der Studie.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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