Umzug ins Oberdorf wurde belohnt

Erndtebrück riskierte in Sachen Adventmarkt einen Neuanfang – mit beachtlichem Erfolg

schn Erndtebrück. Ein Adventmarkt soll für viele Menschen interessant sein. Stellt sich also die Frage, wie man die erwünschte Attraktivität in die Veranstaltung bringt. Oft lohnt sich der Blick auf andere Veranstaltungen, zuweilen kommt auch noch eine spontane Idee dazu, wie man den Adventmarkt gestalten kann, damit viele Menschen kommen. Im Erndtebrücker Fall war das Vorbild der historische Markt zur 750-Jahr-Feier im Mai. Gesagt getan: Der Adventmarkt, der ja traditionell am ersten Advent-Wochenende stattfindet, wurde von der Talstraße ins Oberdorf, rund um die Kirche, verlagert.

Die Zahl der fliegenden Händler wurde reduziert und der Anteil der Hand- werker – darunter Schmied, Glasbläser oder Weber – kräftig erhöht. Basis des Markttreibens sind auch weiterhin die Erndtebrücker Vereine, die sich mit ihren Ständen engagieren. Da das historische Gesamtbild schon im Mai so gut bei den Besuchern angekommen war, setzte man auch am Wochenende wieder auf Teilnehmer in historischer, genauer gesagt in mittelalterlicher, Aufmachung. Auch Mitglieder der Erndtebrücker Dorfjugend zeigten sich historisch gewandet auf dem Adventmarkt.

Der Markt sollte aber nicht ausschließlich Mittelaltermarkt sein, sondern ein vorweihnachtlicher Markt mit historischen Anklang. Anklänge ist auch ein Gutes Stichwort für die Musik, die natürlich nicht fehlen durfte. Da waren zum Beispiel die Kirchplatz-Musikanten mit ihrer »Alpenländischen Weihnacht, »die es nördlich des Weißwurstäquators so nur in Erndtebrück gibt«, wie Helmut Krumm, Pastor und Musiker, treffend bemerkte. Den Ohrenschmaus wollten sich so viele Menschen nicht entgehen lassen, dass die gleich das ganze Kirchenschiff füllten. Da waren aber auch die Schlagerklänge rund um die Stände am Haus der Landeskirchlichen Gemeinschaft, die nicht wirklich zur Atmosphäre eines Adventmarktes passen wollten. Etwas weihnachtlicher hätte es trotz eher milder Temperaturen dann doch sein dürfen. Weihnachtlich-winterlich waren dann schon mehr die Getränke, wie sie beispielsweise am Stand der Dorfjugend Erndtebrück verkauft wurden.

Der heiße Met fand nicht nur großen Zuspruch bei den Gästen, sondern passte auch ausgezeichnet in das historische Konzept des Marktes. »Das neue Konzept soll viele Leute ansprechen«, hatte Helga Trettin vom Verein für Handel, Handwerk und Touristik noch am frühen Samstagnachmittag gesagt, als langsam die ersten Menschen das Markttreiben in Gang brachten. Am Abend durfte sie sich dann in ihrem Vorhaben bestätigt sehen, denn viele Menschen waren gekommen, um sich den neuen Adventmarkt anzusehen. Auch am gestrigen Sonntag zog es viele Erndtebrücker zum Adventmarkt, einen großen Teil von ihnen gleich den zweiten Tag. Wenn alle, die an den Planungen beteiligt sind, unter dem Strich zufrieden sind, und das dürften sie eigentlich sein, dann wird man das Konzept auch im Jahr 2007 fortschreiben, mit noch mehr Gewicht auf die Präsentation von Handwerk und Kunstgewerbe. In diesem Jahr war man, bedingt durch die großen Feierlichkeiten zum Jubiläum, etwas spät dran bei der Verpflichtung der Handwerker. So hatte man aber auch die Gelegenheit, eine Idee zu präsentieren, die sich nun ausbauen lässt. Schließlich will man eine Marke etablieren, die auch Besucher von außerhalb anzieht und sich aus der Masse der Weihnachtsmärkte heraushebt.

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