Unterschriften gegen Irrfahrten

Massive Beschwerden wurden jetzt bei der Einwohnerversammlung in Zinse geäußert

vg Zinse. »Das ist ein unhaltbarer Zustand«, stellte jetzt Ortsvorsteher Lorenz Benfer bei der Einwohnerversammlung in Zinse fest, bei der auch Erndtebrücks Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel zugegen war. »Es muss endlich was passieren.« Die Rede ist von der seltsamen Verkehrssituation der Kreisstraße 33, durch die viele Pkw- und Lkw-Fahrer ungewollte Irrfahrten nach Zinse unternehmen. »Das ist ein leidiges Thema, so lange wie ich in Zinse bin«, so Lorenz Benfer. »Und dieses Jahr im Winter war es besonders schlimm. Plötzlich standen hier Lkw's, die bei Schnee und Eis nicht mehr wussten, wie sie wieder aus Zinse rauskommen sollten.« Selbst ein großer Pkw-Transporter habe sich einmal hierher verirrt, der erst seine Autos in Zinse abladen musste, um das Dorf wieder verlassen zu können.

Karl-Ludwig Völkel kennt das Problem der Zinser. Er stellte bei der Einwohnerversammlung noch einmal heraus, dass in der Vergangenheit bereits über dieses Problem im Rat gesprochen worden sei. Das Straßenverkehrsamt habe einen Wegweiser in Erndtebrück in Höhe der Fußgängerampelanlage eingerichtet, doch das Problem Irrfahrten sei damit nicht beseitigt worden. Es sei jetzt an der Zeit, das Straßenverkehrsamt noch einmal auf neue Möglichkeiten für eine angemessene Verkehrsordung anzusprechen.

Das Sackgassensymbol auf dem Ortsschild Zinse am Rande der Kreuzung in Erndtebrück erscheint den Zinser Einwohnern – wie auch den Lkw-Fahrern – einfach zu unauffällig. Darüber hinaus ergibt sich ein weiteres Problem: »Viele Navigationssysteme haben noch immer einen Weg von Zinse nach Heinsberg verzeichnet, den es aber gar nicht mehr gibt«, wurde in der Versammlung angemerkt. »Die Lkw's stehen gerade deshalb plötzlich im Wald, weil sie von der elektronischen Stimme dort hingeführt werden.« Als eine Lösung für das Problem »Irrfahrten« wurde schließlich der Vorschlag geäußert, man könne doch den Speditionen entsprechende neue Wegekarten zusenden, damit sich die Lkw-Fahrer erst gar nicht verfahren müssen.

»Ich habe ohnehin vor, ein Verkehrsleitsystem für Erndtebrück erstellen zu lassen«, merkte Karl-Ludwig Völkel an. Über entsprechende Hinweistafeln mit farblich unterlegten besonderen Bereichen der Gemeinde wolle man so für eine bessere Orientierung im Straßenverkehr sorgen. Leider mangele es einfach an geeigneten Standorten für die Installation derlei Tafeln, die nur innerhalb der geschlossenen Ortschaft aufgestellt werden dürfen und mit Parkmöglichkeiten versehen sein müssen. Der Bürgermeister schlug vor, im Bereich Elberndorf ein Durchfahrt-Verboten-Schild aufzustellen und vor dem Bereich genügend Platz zu schaffen, »damit ein Lkw mit Hänger da auch noch wenden kann«. Um zu zeigen, wie ernst es den Zinser Bürgern mit dem Thema »Irrfahrten« ist, überreichte Lorenz Benfer dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste verärgerter Einwohner.

Auch hinsichtlich des Themas »Dritter Bauabschnitt der Kanalisation in Zinse« herrschte bei der Versammlung Klärungsbedarf. »Viele fragen, warum es noch nicht los geht«, schilderte der Ortsvorsteher. Heinz-Adolf Stöcker und Björn Fuhrmann vom zuständigen Bauamt gaben die Antwort. »Alles hat sich verzögert, da erst im April feststand, dass Erndtebrück keinen genehmigungsfähigen Haushalt hat«, so Bauamtsleiter Heinz-Adolf Stöcker. Etwa Mitte Juli könne man mit den Baumaßnahmen beginnen, fügte Bernd Fuhrmann hinzu. Dann werde man den Hauptkanal in der Kreisstraße verlegen. Die Straße müsse geöffnet und später mit einer neuen Decke versehen werden. Die Anschlüsse der Privathäuser an den Kanal selbst seien schließlich Sache der Hauseigentümer, fügte Lorenz Benfer hinzu. Man solle dies – jeder für sich – vor Ort mit dem Bauunternehmen abklären. »Trotz nicht genehmigter Haushalte wollen wir dennoch Investitionen für die Zukunft treffen«, mit dieser Feststellung kam Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel schließlich auf das Integrierte Ländliche Entwicklungs-Konzept (ILEK) zu sprechen, mit dem sich auch für Zinse durchaus etwas erreichen lasse. Gerade die Erneuerung von Dorfgemeinschaftshäusern und Dorfplätzen könne bezuschusst werden. Da Zinse jedoch kein Dorfgemeinschaftshaus habe, müsse man gemeinsam überlegen, wie man der Ortschaft entgegen kommen könne.

In diesem Zusammenhang erwähnte Ortsvorsteher Lorenz Benfer auch die Beteiligung Zinses am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft«. »Wenn wir etwas für unser Dorf gefördert haben wollen, dann muss auch dafür gearbeitet werden«, brachte er es abschließend auf den Punkt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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