Völkerverständigung als Grundsatz

40-Jahr-Feier der Zugvögel Wittgenstein: »Anerkannter Partner in der Welt der Erwachsenen«

BW Erndtebrück. »Die Zugvögel Wittgenstein sind eine prägende Gemeinschaft.« Eigentlich nur ein einfacher und kleiner Satz, der von Dr. Ralf Wied stammt. Doch hinter dieser Aussage des Vorsitzenden steckte viel mehr. »Jede und jeder kann sich individuell bei den Zugvögeln einbringen«, betonte Ralf Wied am Samstag bei der Begrüßung des Festaktes zum 40. Geburtstag des Wittgensteiner Jugendvereins. Eigene Qualitäten einbringen, um eine Gemeinschaft zu stärken. Diese Zugvögel sind mehr als »nur« ein Verein: Sie haben das Ziel, auf andere Menschen zuzugehen. Die Völkerverständigung als eiserner Grundsatz.

Eben diese sah auch Schirmherr Heinz-Josef Linten als Hauptaufgabe der Zugvögel an. Ohne Vorurteile und voller Toleranz. »Was die Zugvögel tun, ist wichtig – und wie die Zugvögel es tun, ist richtig«, reimte der Bürgermeister offensichtlich voller Stolz, eine solche Jugendvereinigung in der Edergemeinde zu haben. Ganz besonders rühmte er den außerordentlichen Beitrag der Zugvögel am Aufbau der Städtepartnerschaft zwischen Bergues und Erndtebrück. Die Zugvögel vermittelten den Jugendlichen, meinte Heinz-Josef Linten, »nicht nur auf sich selbst zu schauen«.

Das Geschenk des Bürgermeisters an das Geburtstagskind: die Hälfte der Miete für eine Nutzung der Birkelbacher Mehrzweckhalle für die Oldie-Night wird den Zugvögeln nun erlassen. Gratuliert hat den Zugvögeln auch Dr. Peter Weskamp, der in der Festrede zum Thema »Jugendarbeit und die Zugvögel im Wandel der Zeit« referierte. »Junge Menschen benötigen die Zeit in einem geschützten Raum«, erklärte er, »um einen Grad an Selbstständigkeit zu erreichen, der sie zu einem anerkannten Partner in der Welt der Erwachsenen macht.« Jenen Raum der Zugvögel eben, Gemeinschaftssinn ohne übertriebene Behütung. Den Wittgensteiner Jugendverband nannte Peter Weskamp einen »ländlichen Prototypen«, der kontinuierliche Arbeit geleistet habe.

»Sonst würden wir heute hier nicht feiern.« Die Jugendarbeit der Zugvögel sei eine soziale Ressource, ja sogar ein Stück Strukturpolitik. Und dies im Zeichen dreier großer politischer Begriffe: Deutschland, Europa und Frieden. Darauf ging im Anschluss auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Willi Brase ein: »Das Schönste heute Abend ist: Während wir hier feiern, beraten die Staatschefs über eine europäische Verfassung.« Auch die Zugvögel hätten durch ihre Reisen durch Europa ihren Teil dazu beigetragen. In einer Dia-Show zeigten die Zugvögel den Gästen in der Erndtebrücker Schützenhalle einige Impressionen von eben diesen Reisen.

Unterbrochen wurde dieser Streifzug durch die Geschichte des Vereins von vielfachem Gelächter der älteren Zugvögel, die sich entweder selbst oder alte Freunde wieder erkannten. Sicherlich der nostalgische Höhepunkt des Abends. Ein weiterer war dann der Auftritt von Helmut Krumm, der dabei in die Rolle von Daubs Melanie schlüpfte. »Jedes Jahr ziehen unsere Zugvögel auf den mit 16 Sonnenstunden bedachten Giller«, meinte er unter dem Johlen der Gäste, »um dort die Jungen groß zu ziehen.«

Der Giller sei dabei angenehmer als der Gardasee, schließlich könne man da ja mal die Mama rufen. Für den Pfarrer seien die Zugvögel nun aber nicht so gut: »Ruck Zuck waren die Konfirmanden weg wie Nils Holgersson mit seinen Wildgänsen.« Und mit da oben würden junge Erndtebrücker auch nicht den lieben Gott meinen, sondern doch eher das Zugi-Heim. Mit dem Auftritt des Gemeindepfarrers war der Weg geebnet für den restlichen Abend, die notwendige Stimmung angeheizt. Nun taten die älteren und jüngeren Zugvögel das, was sie auch nach der Ansicht ihres Vorsitzenden Ralf Wied nun einmal am Besten können – nämlich feiern.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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