»Von Missgunst anstecken lassen«

Erndtebrück: Bürgermeister und CDU reagieren energisch auf Kritik der Opposition

Erndtebrück. Mit jeweils umfangreichen Stellungnahmen haben Bürgermeister Heinz-Josef Linten und die CDU-Fraktion auf die Ankündigung von SPD, FPD, UWG und Grünen reagiert, dem Tag der offenen Tür im Rathaus morgen, 10. Mai, fern zu bleiben. Wie berichtet, hatte die Opposition dem Verwaltungsleiter vorgeworfen, die Veranstaltung über die Köpfe der Fraktionen hinweg geplant zu haben, ohne in einer angekündigten Ältestenratssitzung Anregungen in seine Überlegungen einzubeziehen.

Sozialdemokraten stehen in der Kritik

Heinz-Josef Linten nimmt vor allem die Sozialdemokraten unter Beschuss: Für die SPD-Fraktionsvorsitzende bedeuteten die Jahre der absoluten CDU-Mehrheit sowieso Stillstand und der neue (alte) SPD-Bürgermeisterkandidat habe ohnehin schon verkündet, nach seiner Wahl im Rathaus aufräumen zu wollen. Um dann noch deutlicher zu werden: »Aus der Oppositions-Rolle kann dies aber nur gelingen, wenn man den erfolgreich agierenden Erndtebrücker Bürgermeister, der leider auch noch großen Rückhalt – und dies über Parteigrenzen hinweg – in der Bevölkerung hat, versucht klein zu halten und zu verunglimpfen, ganz nach dem Motto, irgend etwas wird an dem schon hängen bleiben, wenn man dem Ansehen des Bürgermeisters schadet.« Der Tag der offenen Tür passe deshalb nicht ins Konzept, weil sich der Bürgermeister ja als Verwaltungsmanager profilieren könne.

Dieser Vorgehensweise der SPD habe sich der Grünen-Vertreter im Rat, Karl-Wilhelm Flender, angeschlossen, gleiches gelte für die Sprecher von UWG und FDP, Heinrich Wilhelm Wörster und Heinz-Georg Grebe. Ein parteipolitisches Gezänk sei fehl am Platz, unterstreicht Heinz-Josef Linten. Er habe am 3. Februar alle Fraktionsvorsitzenden darüber informiert, nach Abschluss der Umbauphase im Rathaus einen Tag der offenen Tür zu veranstalten. Dem sei nicht widersprochen worden, so der Rathaus-Chef. Zu den Vorwürfen der Opposition äußert sich der Bürgermeister wie folgt: »Im Übrigen ist die Erarbeitung eines Programms Sache der Verwaltung und nicht der Fraktionsvorsitzenden. Es war auch nicht vereinbart, dieses Programm im Ältestenrat abzustimmen. Somit ist auch keiner übergangen worden. Gegenteilige Äußerungen stimmen einfach nicht, genauso wenig die Behauptung, der Bürgermeister wolle ein großes Fest feiern anlässlich der Bürgerbüro-Eröffnung.«

Positive Entwicklung des Ortes betont

Heinz-Josef Linten kündigt an, die Gemeinde weiterhin so zu repräsentieren, »wie es die Aufgabe eines Bürgermeisters ist und wie es die Gemeindeordnung vorschreibt«. Jeder Fraktionsvorsitzende könne von ihm jederzeit zusätzliche Informationen haben, und er sei auch bereit, in die Fraktionssitzungen zu kommen, wenn dies gewünscht werde. Um abschließend zu der Feststellung zu kommen, »dass eine positive Entwicklung des Ortes doch allen Ernstes keiner verneinen kann«. Daran hätten viele mitgewirkt – und so müsse es auch bleiben.

In einem vom Fraktionsvorsitzenden Fritz Hoffmann und dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Jürgen Seuberlich unterzeichneten Schreiben stellt der CDU-Gemeindeverband Erndtebrück klar, »dass wir uns die Freude zum Tag der offenen Tür im Erndtebrücker Rathaus nicht nehmen lassen«. Presse-aufwändig versuche die Erndtebrücker SPD-Fraktion von den Tatbeständen abzulenken, dass sich das Gemeinwesen in der Edergemeinde sehr wohl und – für den objektiven Betrachter – ganz deutlich erkennbar weiter entwickelt habe. »Bedauerlicherweise haben sich FDP- und UWG-Fraktion im Vorfeld zum geplanten Tag der offenen Tür im Rathaus mit verbalen Schieflagen und unzutreffenden Behauptungen von diesem Ablenkungsmanöver und der politischen Missgunst anstecken lassen«, heißt es in dem CDU-Schreiben.

Bad Berleburg hat es vorgemacht

Es sei mehr als lächerlich, politische Mitsprache in den Entscheidungen zu verlangen, wer denn nun die Waffeln backen und wer Kaffee ausschänken dürfe, ob es Käse- oder Mettbrötchen geben solle. Dass solche Veranstaltungen gerade in das heutige Bild passten, hätten die Berleburger mit dem Poststraßen-Fest eindrucksvoll vorgemacht. »Der Bürger hat ja kaum noch Gelegenheit zur Freude – das bisschen, das anlässlich der Vorstellung des Rathaus-Umbaus aufkommen könnte, will ihm die Erndtebrücker Opposition durch Boykott auch noch vorenthalten«, so der deutliche Seitenhieb in Richtung SPD, FDP, UWG und Grüne.

Die Veranstaltung belaste den Steuerzahler mit keinem Cent, die Nachbarschaft unterstütze mit einem lobenswerten »Wir-Gefühl«. Die Christdemokraten ermuntern die Einwohner: »Seien Sie ein bisschen stolz auf Ihr umgebautes Rathaus, lassen Sie sich informieren, lassen Sie sich nicht durch Miesmacherei der Opposition von einem Besuch abhalten.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
Lokales
Unter Siegerländer Artikeln finden Besucher der SZ-Homepage derzeit zahlreiche Angebote von Siegener Händlern. Möglich macht das die Kooperation mit dem hiesigen Start-up-Unternehmen mapAds. Mit dem innovatien Digitalmarketing-Werkzeug lassen sich Angebote von Handel und Dienstleistung einfach digitalisieren und bald über viele zusätzliche Kanäle publizieren.

Start-up mapAds und Vorländer Mediengruppe
Angebote einfach digitalisieren und publizieren

sz Siegen. Die Vorländer Mediengruppe arbeitet weiter konsequent an der Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Während die Zeitungsproduktion weiter das Kerngeschäft und das wichtigste Standbein des Verlages bleiben wird, investiert Vorländer selbstbewusst und entschieden in moderne Strukturen, neue Technologien und die Digitalisierung. Mit dem Digitalen arbeiten„Wir sind überzeugt davon, dass die Zukunft darin liegt, nicht gegen das Digitale, sondern mit dem Digitalen zu arbeiten. Wir sehen das...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen