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Kirchenkreis Wittgenstein
Vorgesehene Superintendentin stellt sich vor

Noch ist Stefan Berk der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Wittgenstein, in der kommenden Woche soll Simone Conrad zu seiner Nachfolgerin gewählt werden. In Erndtebrück stellte sie sich am Dienstagabend den Synodalen vor.
  • Noch ist Stefan Berk der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Wittgenstein, in der kommenden Woche soll Simone Conrad zu seiner Nachfolgerin gewählt werden. In Erndtebrück stellte sie sich am Dienstagabend den Synodalen vor.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Erndtebrück. Nicht nur in den politischen Gemeinden steht eine Wahl bevor. Gleiches gilt vielmehr auch für den Ev. Kirchenkreis Wittgenstein. Hier ist indes im Gegensatz zu den Wittgensteiner Kommunen klar, dass sich auf der leitenden Position eine personelle Veränderung ergeben wird. Superintendent Stefan Berk gibt bekanntlich nicht nur dieses Amt auf, sondern verlässt Erndtebrück und damit auch Wittgenstein.
Simone Conrad stellt sich vorAm Dienstagabend führte er aber noch durch eine Veranstaltung, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben hatte.

bw Erndtebrück. Nicht nur in den politischen Gemeinden steht eine Wahl bevor. Gleiches gilt vielmehr auch für den Ev. Kirchenkreis Wittgenstein. Hier ist indes im Gegensatz zu den Wittgensteiner Kommunen klar, dass sich auf der leitenden Position eine personelle Veränderung ergeben wird. Superintendent Stefan Berk gibt bekanntlich nicht nur dieses Amt auf, sondern verlässt Erndtebrück und damit auch Wittgenstein.

Simone Conrad stellt sich vor

Am Dienstagabend führte er aber noch durch eine Veranstaltung, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben hatte. Weil die Kreissynode nicht in ihrer üblichen Länge stattfinden kann, stellte sich seine designierte Nachfolgerin Simone Conrad in der Erndtebrücker Kirche den interessierten Synodalen vor – bei der Kreissynode am kommenden Mittwoch im Berleburger Bürgerhaus ist dafür nämlich keine Zeit. Bisher ist die Birkelbacher Pfarrerin die einzige Kandidatin für dieses Amt, wobei Stefan Berk noch einmal klarstellte, dass sich weitere Bewerber bis zum Beginn der Synode melden könnten. Allerdings dürfte die Wahrscheinlichkeit dafür gegen Null tendieren.

Neuanfang mit neuer Superintendentin wagen

Denn die deutliche Empfehlung des Nominierungsausschusses im Ev. Kirchenkreis lautet Simone Conrad, die im Moment jeweils mit einer halben Stelle die Gemeindepfarrerin in Birkelbach und Diakoniepfarrerin für den gesamten Kirchenkreis ist. Die Wahl eines neuen Superintendenten – oder in dem Fall einer neuen Superintendentin – sei für einen Kirchenkreis immer ein Einschnitt, aber auch ein Neuanfang, erinnerte Stefan Berk die Synodalen am Dienstagabend.

Fusion mit Kirchenkreis Siegen

Die 57-jährige Simone Conrad soll den Kirchenkreis in die Fusion mit dem Siegener Kirchenkreis führen. Zwar steht davor noch das Votum der Synodalen, allerdings spricht in der vorliegenden Machbarkeitsstudie viel für das Zusammengehen beider Kirchenkreise.

Wie aus zwei Kirchenkreisen einer werden kann

Die Birkelbacher Pfarrerin, die mit Pfarrer Thomas Janetzki aus Wingeshausen verheiratet und Mutter von zwei Kindern ist, wuchs im Ruhrgebiet auf und studierte an der Ruhr-Universität Bochum. Diese Zeit habe sie geprägt, weil damals ihre Mutter an Krebs erkrankt sei, sodass sie früh lernen musste, sehr strukturiert und organisiert das Studium und die Familie unter einen Hut zu bringen. Genau diese Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegt ihr bis heute sehr am Herzen: Dies sei auch für Pfarrer von Bedeutung. Grundsätzlich sei es aber wichtig, Arbeit wertzuschätzen, ob nun haupt- oder ehrenamtliche Arbeit.

Der Liebe wegen in Wittgenstein

Im Jahr 1995 übernahm Simone Conrad ihre erste Pfarrstelle in Herne – der Liebe wegen zog es sie 2003 nach Wittgenstein in die Kirchengemeinde in Schüllar-Wemlighausen. Sie sei damals angekommen in der dörflichen Struktur, hier habe Kirche noch einen anderen, einen höheren Stellenwert als in städtischen Bereichen. Im Jahr 2006 wechselte sie nach Birkelbach und übernahm dort die halbe Pfarrstelle in der kleinen Kirchengemeinde. Einige Jahre unterrichtete sie Religion an der Hauptschule in Erndtebrück. Diese Erfahrung habe ihr gezeigt, wie wichtig es ist, vor Ort zu arbeiten. „Wir haben den Zeugnisauftrag für unser Evangelium dort, wohin uns unsere Aufgabe führt“, stellte Simone Conrad fest. 2016 übernahm sie die Stelle der Diakoniepfarrerin in Wittgenstein.

Voneinander lernen

Dass zu ihren Aufgaben gehören dürfte, den Kirchenkreis in die mögliche Vereinigung mit dem Kirchenkreis Siegen zu führen, schien Simone Conrad am Dienstagabend eher zu motivieren denn abzuschrecken. „Wir müssen als Kirche lernen, auch Neues entstehen zu lassen und damit auch Abschied von Dingen zu nehmen, die sich nicht mehr tragen.“ Und weiter: „Wir können sicher voneinander lernen, wenn wir dazu bereit sind.“ Notwendig seien eine Effizienz sowie klare und aufgeräumte Strukturen, um mehr Raum zu schaffen „für Gottes guten Geist“, erläuterte Simone Conrad. Die Kirche werde keine Zukunft haben, wenn sie in erstarrten Gefügen verbleibe. Somit könne der Zusammenschluss der Kirchenkreise für Wittgenstein, aber auch für das Siegerland neue Perspektiven bringen.

Immer weniger hauptamtliche Kräfte

Für den Kirchenkreis Wittgenstein von großer Wichtigkeit sei, weiter aufeinander zu achten. Hierfür sei das bestehende Solidarraummodell ein guter Weg, meinte die Birkelbacher Pfarrerin: „Hier liegen Chancen. Wichtig ist, dass sich die Gemeinden in den Solidarräumen gegenseitig stärken. Die kleinen Gemeinden sollen nicht untergehen.“ Der Wittgensteiner Kirchenkreis stehe alleine vor dem Problem, dass immer weniger hauptamtliche Kräfte gleich bleibende Lasten zu stemmen hätten. Für Simone Conrad „können gemeinsame Strukturen da helfen“.
Zwei weitere Themen lagen der designierten Superintendentin noch am Herzen. In der Arbeit für junge Menschen sei der Wittgensteiner Kirchenkreis ja durch das Kompetenzzentrum gut aufgestellt, für die Gemeinden sei es jedoch wichtig, jeweils einen eigenen Weg zu finden. Ein Konzept für alle Gemeinden gebe es nicht. Und: Die Corona-Krise habe die Kreativität der Kirchengemeinden geweckt. Das gelte es weiterzuentwickeln und auszubauen – gerade was etwa die digitalen Formen angeht, mit denen viele Gemeinden Gottes Wort zu den Menschen brachten, als keine Gottesdienste stattfinden durften.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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