Welt benötigt Hege und Pflege

Nachdenkliche Worte bei der Hubertusmesse in der evangelischen Kirche in Erndtebrück

schn Erndtebrück. Die Jagd ist die wohl älteste Form der Menschen, Nahrung zu beschaffen. Nahrung sichert Leben und damit auch die Zukunft der Menschen. So verband sich die Jagd ganz selbstverständlich mit der Religion. Die Menschen beteten zu den Göttern für ihren Erfolg bei der Jagd und um Nahrung für die Familien. Diese Verbindung hat sich von der Antike bis in die heutige Zeit gehalten. Zentrale Person im Christentum ist der Heilige Hubertus, der Schutzpatron der Jäger und Schützen.

Historisch belegt ist Hubertus von Lüttich, der um 655 in der Gegend von Toulouse geboren wurde und am 30. Mai 727 in Tervueren bei Lüttich starb. Er war Pfalzgraf am Hofe Theoderichs III. und heiratete die Prinzessin von Löwen. Der Legende nach war seine Frau eine der schönsten und als sie in jungen Jahren starb, zog sich Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen zurück. Hier lebte er von der Jagd und festigte seinen christlichen Glauben. Als er wieder in die Welt zurückkehrte, ließ sich Hubertus zum Priester weihen, wurde im Jahr 705 Bischof von Maastricht und verlegte 716 den Bischofssitz nach Lüttich.

Er soll ein gnadenloser Jäger gewesen sein, der jedes Stück Wild, das im vor die Waffe kam, erlegte. Doch eines Tages, so will es die Legende aus dem 15. Jahrhundert, erschien dem Jäger ein prächtiger Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih und fragte ihn: »Warum verfolgst du mich?« Von diesem Tage an wurde Hubertus zum Heger und Pfleger des Waldes und der Tiere. Noch heute sehen sich die Jäger in dieser Tradition als Heger und Pfleger. Um der Verbindung mit den christlichen Traditionen Ausdruck zu verleihen, feiern die Jäger in Erndtebrück alljährlich am 3. November, dem Hubertustag, gemeinsam eine Hubertusmesse, die abwechselnd in der katholischen und der evangelischen Kirche stattfindet. Da rund um die Christus-König-Kirche gebaut wird (SZ berichtete), fand die Hubertusmesse am Freitag außerhalb der Regel in der evangelischen Kirche statt. Dem Motiv der Hege und Pflege folgte Pfarrer Helmut Krumm auch in seiner Predigt. Er erinnerte an die Klimaveränderungen, die der Mensch auslöst und die Folgen, die diese auf das Leben haben: »Wer beim Hirsche brüllen war, der hat nicht gefroren, wie es sich gehört, sondern geschwitzt.« Der Pfarrer appellierte, dass die Menschen etwas tun müssten, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Dabei sei für ihn das Gottvertrauen wichtig. »Mit Gottes Hilfe muss und kann uns viel gelingen«, war sich Helmut Krumm sicher.

Denn die Welt brauche Hege und Pflege. Da die Hubertusmesse als ökumenischer Gottesdienst gefeiert wird, und es dabei immer wieder Schwierigkeiten mit dem gemeinsamen Abendmahl gibt, hatte Helmut Krumm »in aller Ruhe Brot und Wein im Schrank gelassen«. Da die Hubertusmesse ja im Zeichen der Jagd und ihres Schutzheiligen steht, war auch die Kirche mit den entsprechenden jagdlichen Utensilien geschmückt. Den musikalischen Rahmen bildeten die Jagdhornbläser aus Alsdorf und Hachenburg.

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