Wenn das Wandern auf dem Rothaarsteig tödlich endet

Rund 50 Zuhörer ließen sich von Ralf Strackbein fesseln

JG Erndtebrück. Rund 50 Leute erlebten am Donnerstagabend in der Erndtebrücker Edermühle die Wittgenstein-Premiere von Ralf Strackbeins neuem Tristan-Irle-Roman mit. Die örtliche Kulturinitiative hatte den Mann eingeladen, der mit seinen Siegerländer Krimis auch diesmal wieder seinem Ruf als Publikumsmagnet gerecht wurde. »Der Killersteig« heißt der 16. Band (die Siegener Zeitung berichtete). Genau so sicher wie die bunten Blätter im Herbst, kommt zur gleichen Zeit der neue Tristan Irle. Und das Buch hat diesmal sogar die Farbe von herbstlichen Laubblättern oder Curry.

Mit seinem gut dreiviertelstündigen Vortrag machte Ralf Strackbein jerneut sehr professionell Lust auf mehr. Denn knapp nach der ersten Leiche ließ er seine gespannten Zuhörer mit einem ungeklärten Todesfall zurück. Hüter der öffentliche Ordnung und Gesetze wollen gemeinsam den Rothaarsteig vom siegerländischen Holzhausen bis zum Rhein-Weser-Turm öffentlichkeitswirksam und imagefördernd abwandern. Und schnell gibt es den ersten Todesfall. Nachdem Ralf Strackbein seine Lesung beendet hatte, war der Autor in der Diskussion sehr zugeknöpft, wenn es um den Inhalt seines Buches ging. Zuhörerin Irmlind Laues etwa wollte wissen: »Und wie viele kommen am Rhein-Weser-Turm an?« »Lesen Sie es!«, so die geschäftstüchtige Antwort von Ralf Strackbein, der inzwischen allerdings sicher sein kann, dass die 5000er Auflage seines neuen Buches zweifelsohne schnell Abnehmer finden wird.

Auskunftsfreudiger war der Eiserner, wenn er nach seiner Arbeitsweise gefragt wurde. Der Jahresablauf sehe so aus, dass im Januar und Februar recherchiert werde, dabei ging sein besonderer Dank in diesem speziellen Fall an einen Berghäuser: Oberkommissar Uwe Weinhold, der bei der Kreispolizeibehörde für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, habe ihm sehr bei der Recherche in Polizeikreisen geholfen. Nach der Recherche würden dann die 200 Din-A4-Manuskriptseiten getippt, deren Handlung zuvor auf zwei solcher Seiten zusammengefasst worden sei. Bis Ende August müsse das Buch fertig – also geschrieben und korrigiert – sein, dann gehe es in den Druck.

Der Zuhörerin Jutta Schöler ging es um die Grundidee, sie fragte, ob er mit offenen Augen durch Gegend laufe und auf einmal denke, hier passe gut eine Leiche hin. Das sei unterschiedlich, aber die Idee zum Rothaarsteig-Krimi habe er schon lange gehabt. Seine Schwierigkeit dabei: Bei einem Rothaarsteig-Roman müsse gewandert werden, ein Tatort sei jedoch stets etwas Stationäres und Nicht-Mobiles. Wie der Siegerländer Schriftsteller das Problem gelöst hat, findet man am besten heraus, indem man das Buch liest. Ab der kommenden Woche gibt es den »Killersteig« auch in der Berleburger Geschäftstelle der Siegener Zeitung an der Poststraße 34 zu kaufen.

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