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Altus AG prüft Bau von bis zu sechs Anlagen
Windkraft-Firma hat Flächen im Visier

Die Planungen der Altus AG richten sich auf eine Fläche rund 1300 Meter nördlich von Benfe im Wirtschaftswald, der aufgrund der Kalamitäten durch Dürre und Borkenkäfer zu einem großen Teil schon gerodet ist.
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  • Die Planungen der Altus AG richten sich auf eine Fläche rund 1300 Meter nördlich von Benfe im Wirtschaftswald, der aufgrund der Kalamitäten durch Dürre und Borkenkäfer zu einem großen Teil schon gerodet ist.
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bw Erndtebrück. Noch liegt im Siegener Kreishaus keine Bauvoranfrage zur Errichtung von Windkraft-Anlagen im Erndtebrücker Gemeindegebiet vor – geschweige denn ein Bauantrag. Das könnte sich aber nach SZ-Informationen schon bald ändern: Wie unsere Zeitung erfuhr, hat die Altus AG aus Karlsruhe Interesse am Standort nördlich von Benfe und westlich von Ludwigseck, wo immense Waldflächen von Dürre- und Borkenkäferkalamitäten gezeichnet sind.

Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Thorsten Wehner, zuständig für politische Kommunikation und Strategie, auf SZ-Anfrage. Die Planungen und Untersuchungen der Altus AG richten sich auf eine Fläche rund 1300 Meter nördlich von Benfe in einem Wirtschaftswald, der zu einem großen Teil schon gerodet ist.

bw Erndtebrück. Noch liegt im Siegener Kreishaus keine Bauvoranfrage zur Errichtung von Windkraft-Anlagen im Erndtebrücker Gemeindegebiet vor – geschweige denn ein Bauantrag. Das könnte sich aber nach SZ-Informationen schon bald ändern: Wie unsere Zeitung erfuhr, hat die Altus AG aus Karlsruhe Interesse am Standort nördlich von Benfe und westlich von Ludwigseck, wo immense Waldflächen von Dürre- und Borkenkäferkalamitäten gezeichnet sind.

Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Thorsten Wehner, zuständig für politische Kommunikation und Strategie, auf SZ-Anfrage. Die Planungen und Untersuchungen der Altus AG richten sich auf eine Fläche rund 1300 Meter nördlich von Benfe in einem Wirtschaftswald, der zu einem großen Teil schon gerodet ist. „Der Eingriff in ein funktionierendes Ökosystem ist daher gering“, stellte Thorsten Wehner im SZ-Gespräch fest. „Wir gehen zurzeit davon aus, dass bis zu sechs Windkraft-Anlagen möglich sind.“

Rahmenbedingungen sollen zur Akzeptanz beitragen

Um mögliche Konflikte mit dem Bundeswehrradar auf dem nahen Ebschloh zu vermeiden, arbeitet die Projektfirma nach eigenen Angaben an Lösungen, die insbesondere eine Nabenhöhe der Anlagen von höchstens 91 bis 118 Meter vorsehen. „Mit einer Gesamthöhe von unter 200 Meter lägen sie beträchtlich unter denen der neuesten Anlagengeneration von 250 Meter Höhe“, verriet Thorsten Wehner. „Die Entfernung zur Wohnbebauung, die deutlich über dem Mindestabstand liegt, und die Anlagenhöhe vermindern daher die möglichen Beeinträchtigungen für die Menschen, insbesondere bei der Schlagschattenproblematik.“ Diese Rahmenbedingungen sollen, so die Altus AG, auch zur Akzeptanz in der Bevölkerung beitragen. Einen allgemeinen Nutzen nennt die Aktiengesellschaft auch: Die Gemeinde Erndtebrück könnte über die Laufzeit von 20 Jahren mit Einnahmen im unteren siebenstelligen Bereich rechnen.

Die Planungen der Altus AG richten sich auf eine Fläche rund 1300 Meter nördlich von Benfe im Wirtschaftswald, der aufgrund der Kalamitäten durch Dürre und Borkenkäfer zu einem großen Teil schon gerodet ist.
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Wie der weitere Zeitplan der Altus AG aussieht, dazu wollte das Unternehmen im Moment keine Angaben machen. Sicher ist jedoch, dass die Pläne am Montagabend in der gemeinsamen und nicht-öffentlichen Sitzung von Bau- und Umweltausschuss in Erndtebrück ein Thema waren. Hier dürfte es vor allem um die Frage gegangen sein, wie sich die Gemeinde zu diesem Vorhaben positionieren wird. Eine Vorrangzone für Windkraft-Anlagen gibt es im Gemeindegebiet bislang nicht. Das vor knapp drei Jahren angelaufene Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans dürfte in diesem Fall wohl auch nicht dazu dienen, dass der Kreis Siegen-Wittgenstein keine Baugenehmigung erteilt. So könnte es laufen wie in der Nachbarstadt Bad Berleburg am Prenzenberger Kopf: Der Kreis genehmigt, obwohl die Kommune ihr Einvernehmen versagt hat.

Eigentlich keine Vorrangzone

Dabei hatte die Edergemeinde das Gebiet, das die Altus AG ins Visier genommen hat, nicht als Vorrangzone für Windkraft-Anlagen vorgesehen, sondern zwei andere Potentialflächen: Es handelt sich um die Gebiete „Hermeskopf“ nördlich von Zinse sowie „Gutes Wasser“ nördlich von Birkefehl. Das Areal nahe Zinse könnte rund 26 Hektar umfassen, hier wäre der Bau von bis zu fünf Windrädern denkbar. Noch deutlich interessanter für Investoren dürfte aber das Gebiet „Gutes Wasser“ im Bereich zwischen den Ortsteilen Birkefehl, Röspe, Aue und Müsse sein, denn hier ist die Fläche fast 100 Hektar groß und könnte Platz bieten für bis zu elf Windräder. Auch im Entwurf des neuen Regionalplans fehlt die von der Altus AG avisierte Fläche.

Mangels eines rechtskräftigen Flächennutzungsplans mit Vorrangzonen ist eine Genehmigung letztlich abhängig von den üblichen Kriterien wie Abständen zur Bebauung oder Artenschutz. Und in dem Fall ist letztlich auch wichtig, was die Bundeswehr vorgibt: Grundlage dafür ist die geltende Schutzbereichs-Anordnung. An dieser wird sich die Altus AG orientieren.

Die Planungen der Altus AG richten sich auf eine Fläche rund 1300 Meter nördlich von Benfe im Wirtschaftswald, der aufgrund der Kalamitäten durch Dürre und Borkenkäfer zu einem großen Teil schon gerodet ist.
Die Planungen der Altus AG richten sich auf eine Fläche rund 1300 Meter nördlich von Benfe im Wirtschaftswald, der aufgrund der Kalamitäten durch Dürre und Borkenkäfer zu einem großen Teil schon gerodet ist.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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