»Wir müssen den Rothaarsteig weiter entwickeln«

Paul Breuer pflanzte eine Vogelkirsche am Dreiherrenstein

schn Zinse. Einen Baum mitten im Wald zu pflanzen, das ist fast, wie Eulen nach Athen zu tragen. Zumindest könnte man leicht auf diese Idee kommen. Doch wenn sich die Mitglieder von drei Vereinen, zwei Rothaarsteig-Ranger und ein Landrat mitten im Wald treffen, um eine Vogelkirsche zu pflanzen, dann sollte das schon einen tieferen Sinn haben. Und diesen tieferen Sinn findet man in der Widmung des Baums, der am Samstagnachmittag am Dreiherrenstein gepflanzt wurde. Vor einigen Jahren war an gleicher Stelle schon einmal eine Eiche gepflanzt worden, die aber aus »unerfindlichen Gründen«, wie es Landrat Paul Breuer ausdrückte, eingegangen sei. Der SGV Zinse hatte mehrfach auf den abgestorbenen Baum hingewiesen, und nach einem persönlichen Gespräch mit dem Landrat machte dieser den neuen Horst-Schneider-Baum kurzerhand zur Chefsache.

Diese Ehrung wurde Horst Schneider zu Teil, weil er als damaliger Dezernent für Tourismus und Wirtschaftsförderung zu den Vätern des Rothaarsteigs gehört. Als er in den Ruhestand verabschiedet wurde, wurde die Eiche mit seinem Namen gepflanzt. Auch heute noch ist Horst Schneider der Vorsitzende des Rothaarsteig-Fördervereins. Für die Region sei der »Weg der Sinne« eine absolute Bereicherung und wichtiger Wirtschaftsfaktor, so Paul Breuer. Millionen e habe der Rothaarsteig schon in die Kassen der Region gespült und werde das sicher auch in Zukunft tun. Dafür müssten die Beteiligten aber weiter fleißig an sich arbeiten. »Wir müssen in Bewegung bleiben«, forderte Paul Breuer, denn die Konkurrenz des Fernwanderweges schlafe nicht: »Wir müssen den Rothaarsteig weiter entwickeln.«

Diese Entwicklung hoffte Roswitha Still mit dem Plan zu fördern, die schon jetzt beliebten Pauschalangebote weiter auszubauen. In diesem Jahr brachten allein die Pauschalangebote rund 2400 Übernachtungen für die Hotelbetriebe in der Region. Seit Jahren steigen die Übernachtungszahlen zwar langsam, aber kontinuierlich an. Für die Beteiligten am Rothaarsteig ein wichtiger Erfolg. Im Wandertourismus sehen die touristischen Leistungsträger die Perspektive für die Zukunft der Region. Dazu gehören auch die Ausbildung von neuen Wanderführern, die Revision und qualitative Steigerung des dichten Netzes von Wanderwegen. Alles mit dem Ziel, neben dem großen Rothaarsteig viele neue attraktive Marken in der Region zu etablieren. Für alle Anwesenden war der Rothaarsteig eine Erfolgsgeschichte. Genug Grund also einen der Väter des Wanderwegs zu würdigen.

Von der Oberndorfer Höhe bei Hilchenbach aus war der Landrat mit einer Wandergruppe aus Mitgliedern der Heimatvereine aus Heinsberg und Helberhausen zum Dreiherrenstein marschiert. Von der Zinser Seite aus, waren die Mitglieder der SGV-Abteilung Zinse zur markanten Wegemarke gekommen. Der Dreiherrenstein bildet die Grenze zwischen dem alten Kur-Kölschen, Nassau und Wittgenstein. Ein sinnfälliger Ort für die am Rothaarsteig gelegenen Landkreise.

Genau hier wurde dann die Vogelkirsche in den Boden gesetzt. Die Rothaarsteig-Ranger erklärten dann auch, warum gerade dieser Baum und keine Eiche oder Buche. Zum einen gebe es kaum Obstbäume in der Region und die Vogelkirsche habe ein tolles Herbstlaub, das einen markanten Farbtupfer im Grün der hiesigen Nadelwälder geben soll. Bleibt dann nur noch zu hoffen, das der »Horst-Schneider-Kirsche« ein günstigeres Schicksal beschieden ist, als der Vorgänger-Eiche.

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