Wo entsteht das Altenzentrum?

In Erndtebrück wurde die Diskussion um die Einrichtung der Caritas neu entfacht

Erndtebrück. Das geplante Caritas-Seniorenzentrum in Erndtebrück ist alles andere als eine leichte Geburt. Nachdem sich der Baubeginn für das Projekt wegen der Haushaltssperre beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe verzögerte (die Siegener Zeitung berichtete), wurde jetzt ein neuer Standort für das Altenzentrum ins Gespräch gebracht. In der Edergemeinde wird das Gelände der ehemaligen Weberei Soeder und Metz an der Mittelstraße diskutiert, nachdem die dortige Erndtebrücker Creativ-Weberei vor wenigen Tagen geschlossen wurde. Die CDU-Fraktion bringt einen Antrag in die nächste Ratssitzung am Mittwoch, 26. März, ein, um das Thema noch einmal aufzugreifen.

CDU-Fraktion will neu überlegen

Die Begründung lieferte Fraktionsvorsitzender Fritz Hoffmann gestern im Gespräch mit der SZ: »Die Situation ist neu. Deshalb halten wir es zumindest für überlegenswert, den Standort noch einmal zu überdenken.« Die CDU nehme die Bedenken in der Bevölkerung gegen die Planungen am Rathaus sehr ernst. Fritz Hoffmann: »Die Erndtebrücker machen sich berechtigte Gedanken darüber, ob nicht die Mittelstraße der bessere Standort wäre.«

Zustimmung gibt es aus der Opposition

Ungewohnte Zustimmung für die Mehrheitsfraktion im Rat gibt es aus den Reihen der Opposition. SPD-Fraktionsvorsitzende Antje Laues-Oltersdorf unterstrich, dass einige Sozialdemokraten ohnehin Einwände gegen den Rathaus-Standort vorgebracht hätten. Es sprächen zwar einige Gründe dafür, nämlich die Einbindung in ein Gesamtkonzept, aber auch einige dagegen – nämlich die Tatsache, dass dort keine ansprechenden Außenanlagen zu gestalten seien. Fazit der SPD-Frau: »Über den Standort an der Mittelstraße ist auf jeden Fall zu sprechen.«

»Nicht gegen den Willen einiger Bürger«

Gesprächsbedarf besteht auch nach Ansicht von FDP-Fraktionschef Heinz-Georg Grebe: »Wir möchten schließlich ein Altenzentrum mit den Bürgern und nicht eines gegen den Willen einiger Bürger bauen.« Fakt sei auch, dass über »gravierende Einwände der Anwohner« gegen den Rathaus-Standort noch nicht gesprochen worden sei. Die jetzt aufgezeigte Alternative sei »wie ein Lauffeuer durch Erndtebrück gegangen«. Die UWG-Fraktion hat kontinuierlich gegen die Planungen am Rathaus votiert.

Daher hielt es gestern Fraktionsvorsitzender Heinrich-Wilhelm Wörster für »völlig logisch, dass wir die aktuellen Überlegungen für gut befinden«. Fest stehe, so Wörster, dass bislang kein Baurecht am Rathaus existiere und auch die Einsprüche der Anwohner noch im Raum stünden. Der UWG-Vertreter warnte erneut vor einer »großen Bausünde«, die möglicherweise noch zu verhindern sei.

Bürgermeister Linten »mächtig sauer«

Völliges Unverständnis über die entfachte Diskussion brachte Bürgermeister Heinz-Josef Linten zum Ausdruck. Er sei »mächtig sauer«, dass nun eine Sache verzögert werde, die unmittelbar vor dem Abschluss stünde. In die bisherigen Planungen sei viel Geld und Zeit investiert worden, es handele sich um ein schlüssiges Gesamtkonzept mit einem abgestimmten Raumprogramm. Der Verwaltungsleiter betonte, dass die Aussicht auf 50 neue Arbeitsplätze in der Ortsmitte Ansporn genug sein müsse, »um die Sache schnellstmöglich voran zu bringen.« Zu dem Areal an der Mittelstraße äußerte sich der Bürgermeister wie folgt: »Da stehen zum einen noch die Gebäude, zum anderen wurde mit dem Besitzer bisher kein einziges Wort gesprochen.

Kritik vom Caritas-Geschäftsführer

Rückendeckung erhielt Heinz-Josef Linten von Thomas Griffig, dem Geschäftsführer des Caritasverbandes Siegen-Wittgenstein. Er werde freilich nicht in die politische Diskussion eingreifen, aber eine persönliche Einschätzung der Dinge wollte sich der Caritas-Mann nicht verkneifen. Er könne den Gedanken, dass nach alternativen Möglichkeiten geschaut werde, durchaus nachvollziehen, bringe aber kein Verständnis dafür auf, dass »ein Standort in Frage gestellt wird, in den viel Planung investiert wurde.« Sollten die politischen Gremien eine Kehrtwendung vollziehen, so der Caritas-Geschäftsführer, werde sich das Projekt um zwei oder drei Jahre verzögern. Er stufe den Vorstoß daher als unverantwortlich gegenüber jenen älteren Mitbürgern ein, die auf einen Platz in der Erndtebrücker Einrichtung warteten.

Wie dem auch sei, das Thema Seniorenzentrum wird den Gemeinderat in seiner Sitzung am 26. März erneut beschäftigen – mit offenem Ausgang, wie es derzeit scheint.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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