Projekt „Gesundes Altern im Quartier“
Wünsche der Teilnehmer hatten enorme Bandbreite

Zu einem Ideenaustausch trafen sich am Donnerstagnachmittag gut und gerne 20 ältere Bürger aus Erndtebrück und Vertreter der Arbeiterwohlfahrt. Foto: Björn Weyand
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bw Erndtebrück. Gesundes Altern im Quartier – das ist das Ziel eines Projekts des AWo-Bundesverbands. Erndtebrück gehört zu fünf ländlichen Modellkommunen im gesamten Bundesgebiet, in denen Wege gesucht werden, wie Menschen bei guter Gesundheit alt werden können. Zu diesem Zweck fand am Donnerstagnachmittag ein Ideenaustausch im Rathaus in Erndtebrück statt. Über 20 ältere Bürger diskutierten hier mit Vertretern und Mitarbeitern der Arbeiterwohlfahrt über Angebote, mit denen ältere Menschen fit bleiben können. „Ich bin begeistert, dass es so etwas in Erndtebrück gibt“, betonte Bürgermeister Henning Gronau und war froh über die gute Resonanz.

Sebastian Gottschall vom AWo-Bundesverband stellte zu Beginn der Veranstaltung die alles entscheidende Frage an die Teilnehmer: „Was brauchen Sie vor Ort?“ Ziel des Projekts solle sein, die bereits bestehenden Angebote viel bekannter zu machen, aber auch neue Angebote zu schaffen, wenn es dafür einen Bedarf gibt. „Wir versuchen, nachhaltige Strukturen einzurichten“, erläuterte Sebastian Gottschall. Das Projekt ist in vier Handlungsfelder eingeteilt: Bewegung, Ernährung, Suchtprävention und Entspannung bzw. Stressmanagement.

Im Ratssaal hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Wünsche zu äußeren, aber auch Kritik zu üben und schließlich ganz konkrete Verbesserungsvorschläge zu benennen, mit denen ältere Menschen in Erndtebrück gesünder leben könnten. Bei den Wünschen und Träumen gab es keine Denkverbote, deswegen hatten die Ideen der Teilnehmer auch eine enorme Bandbreite. Und nicht immer hatten die Vorschläge direkt etwas mit Gesundheit und Prävention zu tun. Aber gesund hält ja, was das Wohlbefinden steigert. – Hier nur einige wenige Wünsche und Kritikpunkte im Überblick:

Wünsche:

• bessere ärztliche Grundversorgung

• kostenloser Personen-Nahverkehr

• bessere und barrierefreie Gehwege

• eine Parkanlage und mehr Ruhebänke

• besserer Einstieg ins Schwimmbecken

• Notruf-Knopf für jeden älteren Bürger

• Einkaufs- und Bringservice im Handel

• Besucherservice und Krankenbesuche

• mehr Ausflugsangebote für Senioren

• Bürgerbus-Fahrten am Wochenende

• Parcours „Platz für Körper und Seele“

• einmal im Monat ein Besuch im Kino

Kritik:

• Spazierwege mit Ruhebänken fehlen

• lange Wartezeiten in den Arztpraxen

• akuter Mangel an Fachärzten vor Ort

• medizinische Versorgung reicht nicht

• fehlende Pflegedienst-Kapazitäten

• Angebot für betreutes Wohnen fehlt

• Soldatenheim nach wie vor ungenutzt

• Angst vor Schließung des Hallenbades

• schlechte Gehwege und Straßen

• sehr viel Lkw-Verkehr im Ortskern

• der Frischemarkt wurde geschlossen

• „und abends ist im Ort tote Hose“

Ein Satz fasste die Diskussion treffend zusammen: „Deutschland ist ein nicht so freundliches Land zu Kindern und alten Menschen.“ Die konkreten Ideen werden nun in Arbeitsgruppen weiterbearbeitet.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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