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Großer Ärger um "Route 57"
"Zählen 40 000 Wittgensteiner nichts?"

Der Landesbetrieb Straßen NRW plant den Streckenzug von B 508 und B 62 zwischen Kreuztal-Ferndorf und Leimstruth. Das Projekt besteht aus insgesamt sechs Teilabschnitten. Im Erndtebrücker Bauausschuss äußerten mehrere Mitglieder am Mittwochabend allerdings ihren Unmut über die lange Dauer alleine der Vorplanungen.
  • Der Landesbetrieb Straßen NRW plant den Streckenzug von B 508 und B 62 zwischen Kreuztal-Ferndorf und Leimstruth. Das Projekt besteht aus insgesamt sechs Teilabschnitten. Im Erndtebrücker Bauausschuss äußerten mehrere Mitglieder am Mittwochabend allerdings ihren Unmut über die lange Dauer alleine der Vorplanungen.
  • Foto: Verein Route 57
  • hochgeladen von Marc Thomas

bw Erndtebrück. Die „Route 57“ hat beim Landesbetrieb Straßenbau jetzt einen neuen Titel: „57-verbinden“. Dies war eine der Neuigkeiten, die der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau am Mittwochabend in der Sitzung des Bauausschusses mitteilte. Zweiter Teil des Sachstandsberichts: Straßen NRW plant für dieses Jahr ein digitales Format der Öffentlichkeitsbeteiligung. Das wäre es eigentlich gewesen zu dem Punkt, der immer auf der Tagesordnung des Bauausschusses steht.

Dann freilich platzte es zuerst aus dem neuen Ausschussvorsitzenden Karl Ludwig Völkel heraus. Er erinnerte sich daran, dass die Erndtebrücker Kommunalpolitik sich bereits seit zwei Jahrzehnten einig sei über die Trassenführung im Süden. „Dafür haben wir gekämpft“, erinnerte der ehemalige Bürgermeister der Edergemeinde.

bw Erndtebrück. Die „Route 57“ hat beim Landesbetrieb Straßenbau jetzt einen neuen Titel: „57-verbinden“. Dies war eine der Neuigkeiten, die der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau am Mittwochabend in der Sitzung des Bauausschusses mitteilte. Zweiter Teil des Sachstandsberichts: Straßen NRW plant für dieses Jahr ein digitales Format der Öffentlichkeitsbeteiligung. Das wäre es eigentlich gewesen zu dem Punkt, der immer auf der Tagesordnung des Bauausschusses steht.

Dann freilich platzte es zuerst aus dem neuen Ausschussvorsitzenden Karl Ludwig Völkel heraus. Er erinnerte sich daran, dass die Erndtebrücker Kommunalpolitik sich bereits seit zwei Jahrzehnten einig sei über die Trassenführung im Süden. „Dafür haben wir gekämpft“, erinnerte der ehemalige Bürgermeister der Edergemeinde. Getan habe sich seit damals allerdings gar nichts. „Das sind Straßen aus dem 19. Jahrhundert, die zwar irgendwann mal ausgebaut wurden“, tauglich für den Verkehr im 21. Jahrhundert seien diese Strecken aber beileibe nicht. „Wittgenstein wird hier vom Landesbetrieb allein gelassen“, kritisierte Karl Ludwig Völkel in aller Deutlichkeit – und legte gleich nach: „Manchmal habe ich den Eindruck, das wird bewusst hinausgezögert.“ Hier werde alles getan, dass nichts umgesetzt werde, sagte der SPD-Ratsherr.

Für "Route 57" vordringlicher Bedarf festgestellt

Karl Ludwig Völkel hatte dafür keinerlei Verständnis mehr und forderte deshalb konkrete Planungen, schließlich sei für die „Route 57“ vordringlicher Bedarf im Bundesverkehrswegeplan festgestellt worden. Markus Killer (CDU) äußerte sein Unverständnis darüber, dass die Ortsumgehung Erndtebrück erst ganz am Ende umgesetzt werden solle, obwohl hier offenbar die wenigsten Probleme und politische Einigkeit bestünden: „Warum kann dann das Teilstück nicht vorgezogen werden?“ Den Versuch einer Antwort lieferte CDU-Kollege Fritz Hoffmann: „Die 40 000 Wittgensteiner zählen in Düsseldorf nichts.“ Das gelte übrigens immer – ganz egal, welche Partei gerade in der Landesregierung sei.

Doris Benfer von der FDP ärgerte sich immer, wenn sie durch Hessen fahre und dort sehe, was alles gebaut wird. „Wenn es so weitergeht, werden wir auch in 30 Jahren noch keine neue Straße haben.“ Genau das befürchtete auch Lothar Menn (SPD): Es könne nicht sein, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach fünf Jahren wieder neu erstellt werden müsse – so werde es nie zu einer Umsetzung kommen.

Insgesamt sechs Teilabschnitte

Der Landesbetrieb Straßen NRW plant den Streckenzug von B 508 und B 62 zwischen Kreuztal-Ferndorf und Leimstruth. Das Projekt besteht aus insgesamt sechs Teilabschnitten. Die Gesamtmaßnahme ist die Abfolge einer Teilortsumgehung, drei Ortsumgehungen sowie zwei Ausbaumaßnahmen. Die Ortsumgehung Kreuztal sowie die Ortsumgehungen Ferndorf, Hilchenbach und Erndtebrück sind im Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlicher Bedarf beschlossen. Weitere Teilprojekte sind die Ausbaumaßnahmen entlang der B 62 von der Kronprinzeneiche bis Lützel (bereits fertig) und von Lützel bis Grünewald. Die Teilprojekte befinden sich in unterschiedlichen Planungsstadien.

Die Ortsumgehung Erndtebrück soll im Westen im Bereich Grünewald an die bestehende B 62 anknüpfen und endet östlich von Leimstruth je nach Variante an der Einmündung B 62/B 480. Als Bauziel ist eine zwei- bzw. dreistreifige Straße mit gesicherten Überholmöglichkeiten vorgesehen. Hinsichtlich der Linienführung untersucht der Landesbetrieb sowohl südliche als auch nördliche Varianten.

Die Planung der drei Ortsumgehungen Ferndorf, Hilchenbach und Erndtebrück befindet sich noch in der Vorplanungsphase. Im zweiten Planungsstadium, dem Vorentwurf, befindet sich die Ausbaumaßnahme zwischen Lützel und Grünewald.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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