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75. Jahrestag der Bombardierung
Zeichen einer friedlichen Zukunft

Mit einer stillen Kranzniederlegung haben am Dienstag über 20 Erndtebrücker den Opfern des Bombenangriffs auf die Edergemeinde am 10. März 1945 – also vor exakt 75 Jahren – am Ehrenmal auf dem Friedhof „Ederfeld“ gedacht.
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  • Mit einer stillen Kranzniederlegung haben am Dienstag über 20 Erndtebrücker den Opfern des Bombenangriffs auf die Edergemeinde am 10. März 1945 – also vor exakt 75 Jahren – am Ehrenmal auf dem Friedhof „Ederfeld“ gedacht.
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tika Erndtebrück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Erndtebrück ein Ort der Verwüstung, des Schreckens und der Trauer. Das Dorf war damit gewissermaßen ein Spiegel eines ganzen Landes, das sich zwölf Jahre lang durch Hass, Hetze und sinnlose Gewalt hatte leiten lassen. Gerade die letzten Monate und Tage des verheerenden Krieges waren in der Edergemeinde besonders grausam. Denn den traurigen Höhepunkt erreichte der Ort am 10. März 1945 – vor exakt 75 Jahren also.

Die Alliierten griffen das Eisenbahnerdorf aus der Luft an, warfen Bomben ab – und töteten über 80 Menschen, darunter zahlreiche Zwangsarbeiter des NS-Regimes. Nicht einmal ein Viertel der Gebäude in Erndtebrück sollte nach dem Krieg noch unversehrt sein.

tika Erndtebrück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Erndtebrück ein Ort der Verwüstung, des Schreckens und der Trauer. Das Dorf war damit gewissermaßen ein Spiegel eines ganzen Landes, das sich zwölf Jahre lang durch Hass, Hetze und sinnlose Gewalt hatte leiten lassen. Gerade die letzten Monate und Tage des verheerenden Krieges waren in der Edergemeinde besonders grausam. Denn den traurigen Höhepunkt erreichte der Ort am 10. März 1945 – vor exakt 75 Jahren also.

Die Alliierten griffen das Eisenbahnerdorf aus der Luft an, warfen Bomben ab – und töteten über 80 Menschen, darunter zahlreiche Zwangsarbeiter des NS-Regimes. Nicht einmal ein Viertel der Gebäude in Erndtebrück sollte nach dem Krieg noch unversehrt sein. Vor diesem Hintergrund scheint es fast schon surreal, dass nicht einmal Bomben aus der Luft ihr Ziel auch tatsächlich trafen.

Der dritte Bombenangriff auf Erndtebrück – nach denen im Februar 1945 und Dezember 1944 – markierte jedenfalls eine Zäsur und bis dato einen denkwürdigen Tag. Am Dienstag legte Bürgermeister Henning Gronau im Beisein von über 20 Erndtebrückern einen Kranz am Ehrenmal auf dem Friedhof „Ederfeld“ in Erndtebrück nieder – verbunden mit einem stillen Gedenken.

„Durch die große Beteiligung in jedem Jahr senden wir immer wieder das wichtige Signal, dass an die Menschen gedacht wird und gleichzeitig, dass so etwas nie wieder passieren darf. Hass und Hetze dürfen keinen Raum haben“, konstatierte Henning Gronau im Regen von Erndtebrück. Jahr für Jahr erinnert die Edergemeinde an die Opfer des Bombenangriffs, anlässlich des 75. Jahrestags erhielt dieses Gedenken eine besondere Bedeutung.

„Das ist ein Tag, an den man sich immer wieder erinnern muss. Deshalb ist es gut, dass auch jüngere Teilnehmer bei dieser Veranstaltung dabei waren, damit wir das Gedenken von Generation zu Generation weitergeben. Wenn jüngere Menschen dabei sind, dann ist das das richtige Signal. Denn wir müssen für die Zukunft daraus ableiten, dass so etwas nie wieder passieren darf“, erklärte der Verwaltungschef nachdrücklich.

Absolut gegenläufig erscheint in diesem Kontext die Entwicklung der landes- und bundesweiten politischen Gemengelage, in der Nazis und Rechtsextremisten zunehmend eine Bühne erhalten, um ihre schädliche Propaganda zu kommunizieren und ihr die Gesellschaft zersetzendes Werk zu praktizieren – ein Blick nach Thüringen reicht aus, um nur ein Beispiel für die jüngsten Entwicklungen zu nennen. „Es gibt gewisse gesellschaftliche Entwicklungen, die man immer wieder bedauern muss. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viel positives Engagement, nicht zuletzt und gerade in Erndtebrück“, betonte Henning Gronau.

Der Verwaltungschef richtete sich daher mit einem eindeutigen Appell an jeden einzelnen Menschen – letztlich nicht nur in Erndtebrück: „Jeder kann etwas dazu beitragen – innerhalb der Familie ebenso wie beispielsweise im Verein –, dass wir als Gesellschaft enger zusammenrücken“, konstatierte der Bürgermeister.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spiegelte die Edergemeinde die Verhältnisse eines ganzen Landes wider. Am Dienstag wiederum war die Edergemeinde ein Spiegel dessen, was Deutschland, was Europa und letztlich die Welt sein sollten: Ein zukunftsgerichteter Ort des Friedens, der nicht vergisst. Ein Ort, in dem Hass und Hetze keinerlei Raum haben.

Mit einer stillen Kranzniederlegung haben am Dienstag über 20 Erndtebrücker den Opfern des Bombenangriffs auf die Edergemeinde am 10. März 1945 – also vor exakt 75 Jahren – am Ehrenmal auf dem Friedhof „Ederfeld“ gedacht.
Erinnerungen, die nicht verblassen dürfen: Nach dem Bombenangriff am 10. März 1945 war in Erndtebrück nichts mehr wie es einmal war.
Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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