SZ

Keine Langeweile in der Blase
Zeltlager der Zugvögel Wittgenstein kann stattfinden

Das traditionelle Zeltlager auf dem Giller führen die Zugvögel auch in diesem Jahr wieder durch, diesmal ist
das Programm aber etwas anders.
  • Das traditionelle Zeltlager auf dem Giller führen die Zugvögel auch in diesem Jahr wieder durch, diesmal ist
    das Programm aber etwas anders.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

schn  Grund/Erndtebrück. Trotz Corona und trotz aller Widrigkeiten: Das Zeltlager der Zugvögel Wittgenstein auf dem Giller findet statt. „Wir wollten den Kindern in dieser Situation etwas bieten“, sagt Anna Dellorie im Gespräch mit der Siegener Zeitung, sie ist gemeinsam mit Sophie Faßbender die Lagerleiterin. „Es war uns wichtig, hier eine Blase zu bilden und damit unser Zeltlager so sicher wie möglich zu machen“, sagt Sophie Faßbender.

Es ist warm, der erste richtige Sommertag im Zeltlager, in der Sonne kommt man sofort ins Schwitzen. Die beiden jungen Frauen, ihr Kollege Felix Friedrich hat sich am gleichen Morgen am Fuß verletzt und muss auf den Arzt warten, tragen viel Verantwortung.

schn  Grund/Erndtebrück. Trotz Corona und trotz aller Widrigkeiten: Das Zeltlager der Zugvögel Wittgenstein auf dem Giller findet statt. „Wir wollten den Kindern in dieser Situation etwas bieten“, sagt Anna Dellorie im Gespräch mit der Siegener Zeitung, sie ist gemeinsam mit Sophie Faßbender die Lagerleiterin. „Es war uns wichtig, hier eine Blase zu bilden und damit unser Zeltlager so sicher wie möglich zu machen“, sagt Sophie Faßbender.

Es ist warm, der erste richtige Sommertag im Zeltlager, in der Sonne kommt man sofort ins Schwitzen. Die beiden jungen Frauen, ihr Kollege Felix Friedrich hat sich am gleichen Morgen am Fuß verletzt und muss auf den Arzt warten, tragen viel Verantwortung. Als Organisation mit Jahrzehnten an Erfahrung in der Jugendarbeit wollen die Zugvögel keine Fehler machen, sonst würde man den eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Das Hygienekonzept geht weit über die aktuellen Regelungen hinaus. „Wir müssen dann nicht auf Änderungen reagieren, weil wir sowieso strenger sind“, meint Anna Dellorie. Das Konzept haben die Zugvögel Wittgenstein mit dem Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein abgesprochen.

Jede Menge Corona-Tests

Alle Teilnehmer mussten am Tag der Anreise einen negativen Corona-Test aus einem Testzentrum nachweisen. Im Laufe der Woche auf dem Giller wurde noch zweimal getestet, für den Fall, dass es doch zu Infektionen gekommen sein sollte. „Wenn etwas passiert wäre, dann würden die Infektionen nicht weitergetragen“, betont Sophie Faßbender.

Auch das Programm haben die Zugvögel dem Hygienekonzept angepasst: Statt zwei Wochen ist man nur eine Woche auf dem Giller. Ausflüge mussten gestrichen werden und auch die sonst üblichen Besucher mussten diesmal außen vor bleiben. „Das ist schon ein Zeltlager, wie es ganz früher war“, beschreibt Anna Dellorie. Geländespiele, Lagerabende, Zugi-Disco rund ums Feuer, Spiele, Gespräche, Wanderungen – das Programm ist vielfältig, aber doch anders als in den Jahren zuvor – „eher so, wie vielleicht vor 50 Jahren“. Brauchen die Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren also die ständige Bespaßung mit Highlights oder darf es auch mal ein Zeltlager in ganz traditioneller Version sein? Langeweile ist nicht aufgekommen und zu tun ist auch immer etwas. Das Lagerleben läuft während des SZ-Besuchs weiter. Überall im Lager sind Gruppen von Mädchen und Jungen unterwegs, sie reden, lachen, rennen. Es lebt sich nicht schlecht in der Blase und auch abseits der Eltern. Dass die gefühlt weit weg sind, macht das Lagerleben durchaus spannend. Und in diesem Jahr wurde der Wimpel nicht von Fremden gestohlen, das organisierte man im Lager selbst.

29 Mädchen und Jungen mit dabei

In diesem Jahr sind es 29 Mädchen und Jungen, die am Zeltlager teilnehmen können. „Mehr ging nicht, wir wollten unter der 50-Personen-Grenze bleiben“, berichtet Sophie Faßbender. Zu den Teilnehmern kommen noch 17 Betreuer, inklusive des Küchenteams. Einen solchen Betreuungsschlüssel haben nur wenige Organisationen zu bieten. Das liegt in diesem Jahr auch daran, dass die traditionelle Auslandsfahrt gestrichen werden musste und die Betreuer jetzt mit auf dem Giller sind.

Die Helfer von heute waren meist selbst schon Teilnehmer des Zeltlagers. Danach ging es dann auf die langen Fahrten ins Ausland und nach wenigen Jahren schon sind die Jugendlichen als Betreuer wieder mit dabei. „Ab 16 kann mal als Helfer mitfahren. Sophie kenne ich noch als Teilnehmerin und heute hilft sie in der Lagerleitung“, berichtet Anna Dellorie und schiebt noch hinterher, dass ihr Weg auch nicht anders verlaufen sei. Die Betreuer sind im Alter von 16 bis 29 Jahren, älter ist im Team selten jemand. Auch das macht den Reiz des Zeltlagers aus, dass Betreuer im Eltern- und Lehreralter die Ausnahme sind. Viele der Helfer sind im Studium und haben Semesterferien, einige nehmen sich extra ihren Jahresurlaub oder bekommen Sonderurlaub vom Arbeitgeber.

„Für uns ist das selbst wie Urlaub. Man freut sich sich jedes Jahr wieder herzukommen, auch wenn es schon mal stressig ist“, sagt Anna Dellorie und Sophie Faßbender schiebt nach: „Aber das ist angenehmer Stress, schöner Freizeitstress. Die Kinder geben so viel zurück.“

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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