Zinser warten auf Kanalisation

Erndtebrücker Ortsteil erhält Pflanzenkläranlage / Baumaßnahme beginnt in Kürze

Zinse. Dem kleinen Erndtebrücker Ortsteil Zinse steht die wohl größte Baumaßnahme bevor, die das 100-Seelen-Dorf bislang erlebt hat. Daher war es auch keine richtige Überraschung, dass der örtliche Gasthof Afflerbach bei der Einwohnerversammlung zum Thema Kanalisation am Montagabend bis auf den letzten Platz gefüllt war. Ortsvorsteher Lorenz Benfer, Bürgermeister Heinz-Josef Linten, Bauamtsleiter Heinz-Adolf Stöcker sowie dessen Bauamtskollege Björn Fuhrmann standen den Einwohnern Rede und Antwort.

An strenge EU-Richtlinien gebunden

»In der Tat ist die Kanalisation derzeit das Hauptthema in Zinse«, befand der Bürgermeister. In der heutigen Ratssitzung falle die Entscheidung über die Auftragsvergabe, so dass mit dem ersten Bauabschnitt in Kürze begonnen werde. Die Verwaltung unterstrich in der Zusammenkunft noch einmal die Tatsache, dass es nicht die Kommune sei, die die umfangreiche Baumaßnahme forciert habe, vielmehr sei die Edergemeinde durch die strengen EU-Richtlinien gezwungen, die Kanalisation bis zum Jahr 2005 im Rahmen des Abwasserbeseitigungskonzeptes zu realisieren.

Esloher Firma Altbrot erhält den Auftrag

Die Zustimmung des Gemeinderates vorausgesetzt, erhält das Elsoher Bauunternehmen Altbrot den Auftrag in Zinse. Der Werksausschuss hatte sich in nicht-öffentlicher Sitzung für die Offerte der Sauerländer entschieden. »Ein Unternehmen, das erstmals für die Gemeinde Erndtebrück tätig ist, aber gute Referenzen aufzuweisen hat«, betonte Bauamtsleiter Heinz-Adolf Stöcker. In diesem Jahr, so Björn Fuhrmann, werde der erste Teilabschnitt realisisiert – die Pflanzenkläranlage, der Zuleitungssammler und die ersten Grundstücke. Der zweite Abschnitt, vornehmlich der Bereich um den Hilchenbacher Weg, werde im nächsten Jahr in Angriff genommen, mit dem Schlussabschnitt – Große Mittel bis zum Schützenplatz – werde vielleicht schon im nächsten Jahr, spätestens aber 2005 begonnen.

Kommune setzt auf Zwei-Rohr-System

In Zinse entsteht ein so genanntes Zwei-Rohr-System, was bedeutet, dass lediglich das Schmutzwasser abgeführt wird, Regenwasser versickert auf dem Grundstück selbst. Die Zinser zahlen einen einmaligen Teilanschlussbeitrag von etwa 2,30 e je Quadratmeter Grundstücksfläche. Die ersten Gebühren werden für einige Anwohner noch in diesem Jahr fällig, sobald eine Möglichkeit des Anschlusses gegeben ist. Ortsvorsteher Lorenz Benfer bewertete die Gesamtmaßnahme gegenüber der SZ schon vor der Versammlung am Montag: »Dass die Kanalisation zum jetzigen Zeitpunkt kommt, ist gerade für die Anwohner ärgerlich, die vor kurzem noch in eine Biokläranlage auf ihrem eigenen Grundstück investiert haben. Doch die Notwendigkeit wird inzwischen überwiegend eingesehen.«

Zinser Probleme: ÖPNV und Hundekot

Weitere Themen bei der Zusammenkunft im Gasthof Afflerbach: Ein »Tourismus der besonderen Art«, so der Ortsvorsteher, sei die Tatsache, dass viele Hundebesitzer auch aus umliegenden Ortschaften ihre Vierbeiner rund um Zinse ausführten und der Ort dann das zweifelhafte Vergnügen mit den biologischen Hinterlassenschaften habe. Hundekot auf Straßen und öffentlichen Plätzen sei in der Gemeinde Erndtebrück ein zunehmendes Problem, pflichtete ihm Bürgermeister Heinz-Josef Linten bei, »wir hoffen, dass wir die Sache mit der neuen ordnungsbehördlichen Satzung in den Griff bekommen«. Außerdem bekam die Verwaltung den Auftrag mit auf den Heimweg, noch einmal zu prüfen, ob eine Anbindung Zinses mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu realisieren sei.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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