Zulieferer der Wittgensteiner Firmen

AWo-Werkstatt Schameder hat volle Auftragsbücher / »Stehen auf einer breiten Basis«

BW Schameder. Sie ist der größte Arbeitgeber für behinderte Menschen im Altkreis Wittgenstein: 180 Beschäftigte zählt die Werkstatt der Arbeiterwohlfahrt (AWo) in Schameder inzwischen. Für 120 Menschen wäre die Einrichtung eigentlich konzipiert. Doch die Nachfrage ist immens, sowohl nach den Arbeitsplätzen als auch nach der Arbeitskraft der Behinderten.

»Wir sind in unseren Bereichen ausgelastet und können sehr gut wirtschaften«, verriet Werkstattleiter Jörg-Michael Bald am Samstag im Rahmen des Tages der offenen Tür der AWo-Werkstatt. Behinderte werden hier dabei unterstützt, eine sinnvolle Tätigkeit durchzuführen sowie in einen Produktionsprozess integriert zu werden. Der Werdegang in der Werkstatt ist klar strukturiert, ähnlich einer normalen beruflichen Ausbildung: Im ersten Jahr steht ein Grundkurs im Berufsbildungsbereich an, durch den die Leistungsfähigkeit und die Interessen festgestellt werden. Anschließend wechselt der Beschäftigte im zweiten »Lehrjahr« in den praktischen Berufsbereich. »Wir suchen einen angepassten Platz für die individuelle Situation«, erläuterte Jörg-Michael Bald beim Rundgang durch die Werkstatt. Die Zusammenarbeit mit heimischen Firmen, die teilweise Produktionsprozesse aus dem eigenen Betrieb in die AWo-Werkstatt auslagern, verläuft reibungslos. »Das sind stabile Partnerschaften, von der beide Seiten profitieren«, so der Werkstattleiter im SZ-Gespräch weiter.

»Es gibt immer wieder Anfragen von Firmen, ob wir einen Prozess durchführen können.« Die bestehenden Verbindungen zu pflegen und weiter auszubauen, erklärte Jörg-Michael Bald, sei ebenso das Ziel wie auch neue Auftraggeber anzusprechen. Viele Kontrollarbeiten gehören zu den Aufgaben der Beschäftigten, zum Beispiel Kunststoffbauteile für die Automobilbranche – hergestellt von der Berleburger Firma Keune & Lauber. »Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, schließlich gehen die Teile von uns quasi direkt zu den Kunden«, offenbarte Abteilungsleiter Rolf Spitzer. Zwischen 25000 und 30000 Teile gehen hier pro Woche durch die Hände der acht Kontrolleure. »Es sollten immer die gleichen Beschäftigten sein, denn nur so ist diese Qualität und Quantität zu erreichen«, verriet der stellvertretende Werkstattleiter.

Reibungslos läuft die Zusammenarbeit mit den Betrieben: Die AWo-Beschäftigten kontrollieren Wippen für Busch-Jaeger, stellen Bowdenzüge für Stahlschmidt her, indem sie die Hülle am Zug festkleben, fertigen Kraftstofftanks oder Stampferfüße für Weber. Erwähnenswert ist darüber hinaus ein EDV-Arbeitsplatz, an dem ein körperlich schwerst Behinderter mit einer Lichttastatur den Computer steuert und vor allem Etiketten druckt. Mit kleinsten Bewegungen setzt der Beschäftigte diesen Prozess in Gang – ein Sinnbild für den individuell angepassten Arbeitsplatz in der Werkstatt.

Ausgelastet ist das auf die AWo-Stätte bezogen Ausschlag gebende Prädikat. Genug Arbeit hat die Schreinerei, in der derzeit beispielsweise eine eigene Verkaufshütte gebaut wird. Oder die zwei Gruppen der Landschaftspflege, die stetig sehr viel Arbeit haben. Man müsse überlegen, ob man da langfristig nicht eine weitere Gruppe schaffen solle, sagte Jörg-Michael Bald angesichts der vollen Auftragsbücher. »Wir stehen auf einer ganz breiten Basis«, so die Bilanz des Werkstattleiters. Die Gäste beim Tag der offenen Tür konnten sich davon überzeugen und die unterschiedlichen Produktionsstätten oder auch die Therapie- und Fördereinrichtungen genauer in Augenschein nehmen.

Große Nachfrage bestand bei den Besuchern natürlich nach den verschiedenen Produkten, sei es nun am Elternbasar, am Stand der Vogelhäuschen oder bei den Gestecken. Der Erlös bleibt natürlich in der AWo-Werkstatt – ein weiterer Baustein für deren Erfolg.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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