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Fußball-Oberligist TuS Erndtebrück
Das vergebliche Warten auf den Elfmeterpfiff

Das Foto zeigt einen Zweikampf zwischen Said Dahoud (r.), dem Bruder von BVB-Profi Mahmoud Dahoud, und Erndtebrücks Admir Terzic.
  • Das Foto zeigt einen Zweikampf zwischen Said Dahoud (r.), dem Bruder von BVB-Profi Mahmoud Dahoud, und Erndtebrücks Admir Terzic.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

sta Erndtebrück. Wenn man den Schiedsrichter während eines Spiels gar nicht bemerkt hat, dann hat dieser im Normalfall einen guten Job gemacht. Am Samstagnachmittag zog sich Referee Denis Magne aber jede Menge Unmut zu: Erst den der Gäste vom ASC Dortmund in Durchgang eins, dann den des TuS Erndtebrück in Abschnitt zwei: Am Ende stand e

sta Erndtebrück. Wenn man den Schiedsrichter während eines Spiels gar nicht bemerkt hat, dann hat dieser im Normalfall einen guten Job gemacht. Am Samstagnachmittag zog sich Referee Denis Magne aber jede Menge Unmut zu: Erst den der Gäste vom ASC Dortmund in Durchgang eins, dann den des TuS Erndtebrück in Abschnitt zwei: Am Ende stand eine 0:1 (0:1)-Niederlage der Wittgensteiner zu Buche, die sich die Gastgeber aufgrund eines schwachen ersten Durchgangs dann aber auch selber zuzuschreiben hatten.

„Wir haben in den ersten zehn Minuten gut begonnen, dann haben wir uns aber durch die ganzen Fouls irgendwie selber aus dem Rhythmus gebracht“, stellte TuS-Offensivmotor Tim Schrage in seiner ersten Analyse fest. Und er hatte Recht: In der Anfangsphase waren die Pulverwald-Kicker gut im Spiel und hatten durch eben jenen Schrage auch eine ordentliche Gelegenheit, dann wurde es allerdings ruppig – jedoch nicht unfair.

Das hingegen monierten die wenigen Gäste-Zuschauer auf der Tribüne, die insbesondere den Unparteiischen ins Visier genommen hatten und deren Vokabular zeitweise eher in die unterste Schublade gehörte. Der Referee zeigte sich davon in der zweiten Halbzeit nicht ganz unbeeindruckt und pfiff den Erndtebrückern eigentlich alles ab, was man nur ansatzweise ahnden konnte.

Klar, der ASC Dortmund musste in den ersten 15 Minuten gleich zweimal verletzungsbedingt wechseln. Insbesondere die Verletzung von Torjäger Maximilian Podehl, der sogar mit dem Krankenwagen abgeholt werden musste, tat weh. Aber die Strafen in Form von Gelben Karten gegen Osinachi Nwubani und William Wolzenburg waren ausreichend, Dortmunds Trainer Antonios Kotziampassis sprach nachher von „unglücklichen Situationen“.

Diese unruhige Phase überstanden die Aplerbecker besser als die Gastgeber und kamen durch Said Dahoud auch zum Führungstreffer, der einen schnell ausgeführten Freistoß aus 16 Metern platziert in die Maschen setzte. „Der ASC hat sich danach in den Räumen riesig bewegt, war total quirlig und auch technisch gut“, konstatierte TuS-Coach Stefan Trevisi, der auf die halbstündige Tristesse – Dortmund hatte gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, Erndtebrück lief Ball und Gegner chancenlos hinterher – noch vor der Pause reagierte und Robin Entrup für Chihiro Inada einwechselte.

Und das zeigte Wirkung: Denn der zuletzt in die Reserve verbannte Entrup gab richtig Gas und weckte damit seine Nebenleute auf, die fortan aktiver wurden. Aber: Wenn TuS-Keeper Jonas Brammen in der sechsminütigen Nachspielzeit der ersten Halbzeit nicht grandios gegen Philipp Rosenkranz reagiert hätte, wäre das Spiel wohl schon zur Pause entschieden gewesen.

So aber lebte die Hoffnung des TuS weiter, der in den zweiten 45 Minuten ein ganz anderes Gesicht zeigte. „Da haben wir es sehr gut gemacht, wir waren wesentlich aggressiver. Das war ein super Fight von beiden Teams, ich bin auf meine Mannschaft daher auch sehr stolz. Und zwei Elfmeter musst du pfeifen. Eigentlich musst du drei geben“, erklärte Trevisi.

Fakt ist: Die Gäste hätten sich in der Tat nicht beschweren können, wenn in den elfmeterwürdigen Szenen gegen Entrup (51.) und Schrage (70. und 90.+2) auf den Punkt gezeigt worden wäre. „Der Letzte war auf jeden Fall einer. Das hat selbst der Keeper des ASC Dortmund nachher zugegeben“, ärgerte sich Tim Schrage, der nach gut einer Stunde auch die dickste Chance zum Ausgleich besessen hatte, aber aus fünf Metern im Fallen nicht mehr richtig hinter das Leder kam und der Abschluss somit eine leichte Beute von Dortmunds Hüter Jan Held war.

Die Partie war im zweiten Durchgang offen. Die Gäste hatten noch Kontermöglichkeiten, aber genauso wenig die richtig dicken „Dinger“ wie der TuS, so dass Dortmund Trainer resümierte: „Unser Sieg ist etwas glücklich, aufgrund der kämpferischen Leistung aber auch nicht unverdient.“

Oder anders ausgedrückt: Die Erndtebrücker verloren aufgrund einer schwachen ersten Halbzeit nicht unverdient, hätten aber angesichts der Leistungssteigerung in Abschnitt zwei einen Punkt verdient gehabt. Aber auch der Belagerungszustand in den letzten Minuten in Überzahl – Torschütze Dahoud war aufgrund seiner Spielverzögerung bei einem Eckball des Feldes verwiesen worden (87.) – blieb ohne Torerfolg. Auch, weil Schiedsrichter Magne am Ende nicht den Mut hatte, auf den Punkt zu zeigen, als Schrage am Fuß getroffen wurde...

Autor:

Stefan Stark aus Wilnsdorf

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