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Sechs Derby-Tore am "Pulverwald"
Kein Sieger in „unfassbarem“ Spiel

Es ging hoch her im "Pulverwald": Hier räumt SFS-Innenverteidiger Till Hilchenbach den Erndtebrücker Sosuke Fukuchi mit fairen Mitteln ab.
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  • Es ging hoch her im "Pulverwald": Hier räumt SFS-Innenverteidiger Till Hilchenbach den Erndtebrücker Sosuke Fukuchi mit fairen Mitteln ab.
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pm Erndtebrück. Die Protagonisten hielten Wort. In den Zweikämpfen werde es „scheppern“, hatte Moritz Brato stellvertretend für die Mannschaft der Sportfreunde Siegen vor dem Derby beim TuS Erndtebrück angekündigt. Auf beiden Seiten war der Glaube vorhanden, noch einen Tick motivierter, ja „heißer“ zu sein als der Gegner. Nach 90 packenden Oberliga-Minuten durften die Akteure auf dem Platz sowie die 507 Zuschauer am „Pulverwald“ vermerken, dass sich beide Teams fußballerisch wie kämpferisch auf Augenhöhe begegneten, so dass der Endstand von 3:3 (2:2) letztlich leistungsgerecht war.

pm Erndtebrück. Die Protagonisten hielten Wort. In den Zweikämpfen werde es „scheppern“, hatte Moritz Brato stellvertretend für die Mannschaft der Sportfreunde Siegen vor dem Derby beim TuS Erndtebrück angekündigt. Auf beiden Seiten war der Glaube vorhanden, noch einen Tick motivierter, ja „heißer“ zu sein als der Gegner. Nach 90 packenden Oberliga-Minuten durften die Akteure auf dem Platz sowie die 507 Zuschauer am „Pulverwald“ vermerken, dass sich beide Teams fußballerisch wie kämpferisch auf Augenhöhe begegneten, so dass der Endstand von 3:3 (2:2) letztlich leistungsgerecht war.

Weder den blau gekleideten Wittgensteinern, noch den von rund 150 Fans im Gästeblock lautstark unterstützten Siegenern gelang es, die eigenen guten Phasen lange genug aufrechtzuerhalten, um sich alle drei Zähler zu verdienen. „Aus Zuschauersicht war es ein unfassbares Spiel, das alles hatte, was ein Derby braucht. Im Endeffekt ist es ein verdientes Unentschieden“, befand auch Siegens Innenverteidiger Till Hilchenbach, der einer der Hauptdarsteller auf dem Kunstrasen war.

Entrup trifft in den Winkel

Der Linksfuß, der in Erndtebrück ausgebildet wurde und vor zwei Jahren die Seiten wechselte, bekam schon nach zehn Minuten einen neuen Partner in der Innenverteidigung. Patrick Jöcks musste mit muskulären Problemen runter und wurde durch Tobias Filipzik ersetzt.

Wenig später endete die Abtastphase abrupt: Einen Freistoß aus rund 25 Metern setzte Erndtebrücks Neuzugang Robin Entrup, dem ein ähnliches Kunststück schon in der vergangenen Saison im Trikot der SG Finnentrop/Bamenohl gegen die Sportfreunde geglückt war, perfekt in den Winkel (13.) – Traumtor!„Wir haben ihn gebracht, weil wir bei Standards gefährlicher sein wollten, das hat da natürlich super funktioniert“, fand TuS-Trainer Stefan Trevisi.

Nebi antwortet postwendend

Die Führung hatte allerdings keine Minute Bestand. Vom Anstoß weg bekam Justin Huber zunächst zu viel Platz und als bei seiner Seitenverlagerung ausgerechnet Torschütze Entrup wegrutschte, stand Arda Nebi gänzlich frei und erzielte per Flachschuss den Ausgleichstreffer (14.). „Das ging ein bisschen zu einfach“, wusste auch Fuad Dodic, für den es das zweite Spiel im Erndtebrücker Trikot gegen seinen Ex-Verein war.

Nach diesem Doppelschlag entwickelte sich ein emotionales, von vielen Zweikämpfen und kleinen Fouls geprägtes Spiel, das zwar wenige spielerische Höhepunkte, aber dennoch zahlreiche Spannungsmomente bot. So war es ein einfacher langer Ball, der nach 26 Minuten die erneute Führung der Blauen einleitete. Tim Schrage setzte sich zuerst gegen Tobias Filipzik durch und zwang SFS-Torwart Schnitzler zur ersten Glanzparade, doch vom Innenpfosten prallte die Kugel vor die Füße von Chihiro Inada, der mühelos auf 2:1 stellte.

Hilchenbach im Fokus

Der Japaner hatte kurz darauf die Chance zum Doppelpack, traf den Ball aber nicht richtig. Doch auch so schienen die Wittgensteiner die Partie nun im Griff zu haben, für die Pausenführung reichte das aber nicht. Beim langen Freistoß von Björn Jost rückte erstmals Till Hilchenbach in den Fokus, der zwar zunächst nicht ganz herankam, nach der Ablage vom durchgelaufenen Marcel Mosch aber plötzlich komplett frei stand und das 2:2 erzielte (40.).

Schiedsrichter Cengiz Kabalakli hatte die Partie bis zu diesem Zeitpunkt eher „an der langen Leine“ geführt – und so durfte sich Hilchenbach kurz darauf glücklich schätzen, den Pausenpfiff noch auf dem Platz zu erleben, als er mit gestrecktem Bein und offener Sohle gegen Robin Entrup zu Werke ging, für dieses Einsteigen aber nur die Gelbe Karte sah. „Das ist für mich ein Skandal, so ein Foul habe ich lange nicht gesehen. Das war fast Körperverletzung“, sagte Erndtebrücks Trainer Stefan Trevisi und sprach im Nachgang von einer „spielentscheidenden“ Szene.

Beste SFS-Phase nach Wiederanpfiff

So ging es also mit Elf gegen Elf weiter – und die Sportfreunde hatten mit Wiederanpfiff ihre beste Phase. Schon die dritte Gelegenheit binnen weniger Minuten war es, die Arda Nebi nach einem Konter über Justin Huber am langen Pfosten freistehend aus kurzer Distanz zu seinem Doppelpack und der erstmaligen Sportfreunde-Führung nutzte (50.).

„Da hätte ich mir gewünscht, dass wir in der Phase noch einen Angriff setzen und noch ein Tor nachlegen“, erklärte SFS-Kapitän Björn Jost, der stattdessen mit seinen Mitspielern wieder passiver wurde und dafür bestraft wurde. Torhüter Schnitzler bewahrte Siegen zunächst beim Kopfball von Inada noch mit einem sensationellen Reflex vor dem Ausgleich (65.), doch wenig später war der Japaner doch zur Stelle. Nach einem abgewehrten Einwurf wurde der Distanzschuss von Osinachi Nwubani zur Vorlage für Inada, der nur noch gegen die Laufrichtung des SFS-Schlussmanns einschieben musste (67.).

"Ampelkarte" für Wolzenburg

Die Partie wurde danach immer zerfahrener, Schiedsrichter Kabalakli wurde zusehends kleinlicher und verteilte eine Verwarnung nach der anderen. Leidtragender war in der Schlussminute William Wolzenburg, der für zwei kleinere Fouls binnen weniger Augenblicke die „Ampelkarte“ sah. „Wo ist da das Verhältnis“; fragte Trevisi mit Blick auf Hilchenbachs Tritt gegen Entrup.

"Lucky Punch" knapp verpasst

Der SFS-Verteidiger wäre in der letzten Aktion fast noch zum entscheidenden Mann geworden, doch sein „Hinterkopfball“ flog knapp am Tor von TuS-Keeper Jonas Brammen vorbei. So blieb es beim 3:3, für das sich keine der beiden Mannschaften schämen musste. Die Protagonisten hatten gehalten, was sie versprochen hatten. ⋌Pascal Mlyniec

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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