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Großes SZ-Interview mit den Sportlichen Leitern
Lerch, Klinkert und Hoffmann bekennen Farbe

Die Nummer 2 gegen die Nummer 1: Im Kreispokal hatte der VfL Bad Berleburg im Oktober 2020 den TuS Erndtebrück (blaue Trikots) zu Gast. In ihren Ligen kämpfen die beiden besten Wittgensteiner Mannschaften mit unterschiedlichen Problemen.
  • Die Nummer 2 gegen die Nummer 1: Im Kreispokal hatte der VfL Bad Berleburg im Oktober 2020 den TuS Erndtebrück (blaue Trikots) zu Gast. In ihren Ligen kämpfen die beiden besten Wittgensteiner Mannschaften mit unterschiedlichen Problemen.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

sta Bad Berleburg/Erndtebrück/Birkelbach. Am kommenden Wochenende steht der 6. Spieltag in den heimischen Fußball-Ligen an. Grund genug, mit den Sportlichen Leitern der drei höherklassig Spielenden Vereine aus dem Altkreis ein erstes, kleines Fazit zu ziehen und auch über andere Themen zu sprechen. Holger Lerch (von Oberligist TuS Erndtebrück), Jürgen Klinkert (von Landesligist VfL Bad Berleburg) und Christof Hoffmann (von Bezirksligist Sportfr. Birkelbach) stellten sich den Fragen der Siegener Zeitung.

Wie zufrieden können Sie mit dem Saisonstart ihrer Mannschaften sein?
Holger Lerch: Absolut zufrieden. Die Art und Weise des Auftretens und die Entwicklung, die zu sehen ist gefallen mir sehr. Auch, dass das, was trainiert wird, umgesetzt wird.

sta Bad Berleburg/Erndtebrück/Birkelbach. Am kommenden Wochenende steht der 6. Spieltag in den heimischen Fußball-Ligen an. Grund genug, mit den Sportlichen Leitern der drei höherklassig Spielenden Vereine aus dem Altkreis ein erstes, kleines Fazit zu ziehen und auch über andere Themen zu sprechen. Holger Lerch (von Oberligist TuS Erndtebrück), Jürgen Klinkert (von Landesligist VfL Bad Berleburg) und Christof Hoffmann (von Bezirksligist Sportfr. Birkelbach) stellten sich den Fragen der Siegener Zeitung.

Wie zufrieden können Sie mit dem Saisonstart ihrer Mannschaften sein?
Holger Lerch: Absolut zufrieden. Die Art und Weise des Auftretens und die Entwicklung, die zu sehen ist gefallen mir sehr. Auch, dass das, was trainiert wird, umgesetzt wird. Es könnten drei Punkte mehr sein, denn aufgrund des Modus in der Oberliga mit der Auf- und Abstiegsrunde nach der Hinserie ist jede Partie für uns ein Endspiel.

Jürgen Klinkert: Wir sind natürlich nicht zufrieden und das ist auch kein Geheimnis. Nach der erfolgreichen letzten Abbruchsaison haben wir uns mehr versprochen, auch, weil der Kader gleichgeblieben ist. Was uns positiv stimmt ist, dass die Leistung zuletzt gegen Olpe gestimmt hat. Wir haben das Gefühl, dass wir mithalten können, wissen aber auch, dass wir in jedem Spiel zu einhundert Prozent da sein müssen.

Wie wäre ihre Reaktion ausgefallen, Herr Hoffmann, wenn ihnen vor dem ersten Spiel jemand gesagt hätte, dass ihre Mannschaft nach sechs Spielen zehn Punkte aufweist und der Abstand nach oben (fünf Zähler) kleiner ist als der nach ganz unten (sieben Punkte auf den ersten Abstiegsplatz)?
Christof Hoffmann: Ich hätte geantwortet, dass wir das nicht schaffen, denn die Vorbereitung ist nicht gut gelaufen. Wir wussten aber auch, dass es besser werden wird, dass wenn für jeden Spieler mehr Trainingseinheiten dazu kommen und die Fitness besser wird.

Gibt es bei den Sportfreunden neben der Physis noch andere Gründe für den guten Start?
Hoffmann: Wir profitieren von unserem größeren Kader. Wenn jetzt einmal zwei, drei Spieler ausfallen, dann kommen andere nach und rufen ihre Leistung ab. Das war in den Spielzeiten davor nicht so. Man sieht eine Entwicklung bei der Mannschaft, die durch Corona eine schwere Zeit hatte.

Welche Gründe sehen Sie für das bisher maue Abschneiden des VfL in der Landesliga, Herr Klinkert?
Klinkert: Wir sind im letzten Jahr von kleineren Verletzungen und Blessuren verschont geblieben. Dieses Mal nicht. Zudem hatten wir eine zersplitterte Vorbereitung, wobei man es niemandem verübeln kann, wenn er nach der langen Pandemie auch einmal in Urlaub fahren will. Wir haben keine 15, 16 fitten Spieler. Aber die braucht man im Normalfall, wenn man sonntags erfolgreich sein will.

Also müssen sie im Winter auf Suche nach Neuzugängen gehen.

Klinkert: Das ist für uns sehr schwierig, weil wir nicht mit finanziellen Anreizen locken können. Wir halten natürlich Augen und Ohren offen. Wir hoffen aber auch, dass die Verletzten wieder zurückkommen. Denn wenn alle dabei sind, ist der Kader groß genug.

Die Reserve des TuS Erndtebrück geht bereits so früh in der Saison personell noch mehr auf dem Zahnfleisch.
Lerch: Das stimmt. Wir hatten in den Planungen einen Kader von 25 Spielern, doch viele Zusagen wurden dann wieder zurückgezogen. Die Kaderliste saht toll aus, jetzt ist die ausgedünnt. Damit muss man aber leben. Unsere Zweite ist auf die Hilfe der Ersten angewiesen, nur wenn dort auch viele Spieler krank oder verletzt sind, dann wird es schwierig. Unser Trainer Timm Schniegeler versucht alles herauszuholen, aber ihm sind die Hände gebunden. Ich bin aber optimistisch, dass es besser wird.

Muss sich der TuS Erndtebrück denn schon Gedanken machen bezüglich der nächsten Saison und der Sinnhaftigkeit einer Reserve unter den Voraussetzungen?
Lerch: Darüber machen wir uns noch keine Gedanken.

Die Möglichkeiten sind bekanntlich begrenzt, da die finanziellen Zuwendungen des Hauptsponsors weniger werden. Wie ist es um die Zukunft der Ersten in der Oberliga bestellt?
Lerch: Wir sehen keine negativen Auswirkungen. Wir haben einen Budgetplan, mit dem wir auskommen und der auch für nächstes Jahr schon klar ist.

Sowohl in Erndtebrück als auch in Berleburg lässt der Zuschauerzuspruch zu wünschen übrig. Was können die Vereine tun, um attraktiver zu werden?
Klinkert: Unsere Sportanlage ist in die Jahre gekommen und nicht mehr schön. Uns sind ein wenig die Hände gebunden, wobei unser Vorsitzender Johannes Röhl alles versucht. Und es gibt auch Pläne für nächstes Jahr, die eine Modernisierung der Tribüne, der Laufbahn und des Gebäudes vorsehen. Wir wissen, dass alles komplett sanierungsbedürftig ist. Wir haben beispielsweise auch schon neue Auffangnetze für den Bereich neben dem Tor am Sportheim bestellt. Wir müssen aber auch leider sagen, dass wir kein riesiges Umfeld aus Ehrenamtlern haben, was sehr schade ist. Das war aber die letzten Jahre nie anders. Trotzdem sehen wir uns schon in der Bringschuld, an unserer Anlage etwas zu tun.

Lerch: Nach dem 3:0-Sieg über Gütersloh hat man schon gemerkt, dass viele positive Reaktionen kamen. Klar, es könnten mehr Besucher sein, darüber würden wir uns sehr freuen. Wir versuchen viele Jugendspieler einzubauen und wollen auch Akteure zu uns holen, die aus dem Umkreis kommen. Grundsätzlich liegt es an uns, durch einen attraktiven Fußball die Leute aus den Nachbarorten anzulocken.

Die Sportfreunde Birkelbach können hingegen jeden Sonntag zwischen 120 und 150 Zuschauer auf ihrer Anlage begrüßen. Was machen sie besser, Herr Hoffmann?
Hoffmann: Wir haben eine Truppe mit vielen Einheimischen und Spielern aus der Jugend. Unsere Mannschaft ändert sich auch nicht jedes Jahr wie bei einem anderen höherklassigen Klub hier aus der Umgebung. Vielleicht ist bei uns alles familiärer.

Können die Sportfreunde Birkelbach in der Bezirksliga sogar oben angreifen?
Hoffmann: Nein, das nicht. Daran verschwende ich auch keinen Gedanken. Wenn man sich ansieht, wie es noch vor zwei Jahren aussah, dann sind wir einfach froh, wieder Fuß gefasst zu haben. Wir haben uns stabilisiert. Unser Ziel bleibt, unter die ersten Zehn zu kommen. Klar ist, dass in der Klasse drei, vier Teams stärker als die anderen sind. Den Rest kann man bespielen und bezwingen. Aber man muss schauen, wie lange der Erfolg anhält, es kann auch schnell in die andere Richtung gehen. Gerade die jungen Burschen haben ja auch schon einmal andere Sachen im Kopf… 

Ist es denn ein Ziel, die Nummer 2 im Altkreis Wittgenstein zu werden?
Hoffmann: Auch daran verschwende ich keine Gedanken. Um die Nummer 2 zu werden, müsste es bei einem anderen Klub in die andere Richtung gehen. Und das wünsche ich den Berleburgern nicht, die ohne Kohle ebenfalls eine gute Arbeit abliefern. Sie setzen auch auf die Jugend und sind aufgrund der Nähe natürlich ein Konkurrent und diese Derbys etwas Schönes.

Diese würde es demnach nur in der Bezirksliga geben.

Klinkert: Ich finde, dass in der Landesliga der Fußball erst richtig anfängt. Das habe ich schon einmal betont. Jedes Jahr in dieser Liga ist für uns aber zweifellos ein Bonusjahr. Wir müssen in der Kaderzusammenstellung immer wieder kreativ sein, denn mit Geld, was man nicht hat, kann man auch nicht punkten. Trotzdem bleibt diese Liga unser Anspruch und die Nummer 2 im Wittgenstein zu sein, ist ein schöner Nebenaspekt, den wir gerne beibehalten möchten.

Abschließend: Welche Schlagzeile würden Sie gerne am Ende der Saison über ihre 1. Mannschaft lesen?
Lerch: Ich würde gerne schon im Winter lesen: Der TuS Erndtebrück steht über Platz 10.

Klinkert: Am liebsten eine, die mit dem Klassenerhalt zu tun hat. Allerdings würden wir den schon gerne vorher eintüten. Insofern: Berleburg siegt im Spiel um die goldene Ananas und plant die nächste Landesliga-Saison.

Hoffmann: Am besten gar keine, denn dann ist alles gut gelaufen. Aber wenn es unbedingt eine Schlagzeile sein soll, dann diese: Birkelbach macht mit Sieg über Eslohe Schmallenberg zum Meister.

Autor:

Stefan Stark aus Wilnsdorf

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